Seit Monaten gibt es zahlreiche Proteste gegen das iranische Regime.
Seit Monaten gibt es zahlreiche Proteste gegen das iranische Regime. Imago/IPA Photo

Im Iran sind erneut Journalistinnen festgenommen worden. Wie die Zeitung „Etemad“ am Sonntag berichtete, wurden die Journalistinnen Melika Haschemi, Saidi Schafii und Mehrnusch Sarei in das berüchtigte Evin-Gefängnis in der Hauptstadt Teheran gebracht. Nähere Details zu den Festnahmen der drei Frauen gab es zunächst nicht.

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Iran: Seit Beginn der Proteste wurden 90 Journalisten festgenommen

Nach Angaben des Komitees zum Schutz von Journalisten (CPJ) in New York wurden im Rahmen der jüngsten Protestwelle im Land mehr als 90 Medienschaffende verhaftet. Etwa die Hälfte der Inhaftierten wurde inzwischen auf Kaution freigelassen. Die Möglichkeiten der Berichterstattung im Land sind massiv eingeschränkt. Auf einer Rangliste der Pressefreiheit der Organisation Reporter ohne Grenzen (RSF) liegt der Iran auf einem der letzten Plätze.

Auslöser der Proteste gegen den repressiven Kurs der Regierung und das islamische Herrschaftssystem war der Tod der iranischen Kurdin Jina Mahsa Amini im September. Sie wurde von Mitarbeitern der Sittenpolizei getötet, nachdem sie wegen eines vermeintlich nicht richtig sitzenden Kopftuchs festgenommen worden war.

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Es folgten Wochen und Monate der Proteste im Iran - aber auch von zahlreichen Exil-Iranerinnen in der ganzen Welt, die die Regierungen aufforderten, das iranische Regime zu isolieren und ihre Organe auf die Terrorlisten zu setzen. In Deutschland tut sich die Bundesregierung derzeit mit der Umsetzung dieser Forderung schwer. Zuletzt gingen die Berichte über große Demonstrationen im Iran zurück. Das liegt auch daran, dass das Regime das Internet besonders in den Kerngebieten des Protests immer weiter zurückfährt.