Tausende forderten bei Protesten ein Ende des Krieges. Screenshot/Twitter

Sie marschieren dicht gedrängt auf dem Bürgersteig, rufen laut „Nein zum Krieg“ und „Die Ukraine ist nicht unser Feind“. Erneut gingen in mehreren Städten in Russland Tausende Demonstranten auf die Straße, um gegen den Überfall auf das Nachbarland zu protestieren.

Nach Angaben von Aktivisten sind am Sonntag mehr als 4400 Menschen festgenommen worden. 2035 von ihnen seien in der Hauptstadt Moskau festgesetzt worden, 1150 weitere in der Ostsee-Metropole St. Petersburg, teilte die Organisation Owd-Info am späten Sonntagabend mit. Insgesamt habe es Proteste in mehr als 60 russischen Städten gegeben. Das Innenministerium hatte zuvor von landesweit rund 5200 Teilnehmern und mehr als 3500 Festnahmen bei den nicht genehmigten Kundgebungen gesprochen. Die Polizei griff hart durch, wie Videos in sozialen Netzwerken zeigen.

In Moskau wurden laut OVD-Info am Sonntag mindestens 560 Menschen festgenommen, darunter Oleg Orlow von der Menschenrechtsorganisation Memorial und die bekannte Aktivistin Swetlana Gannutschkina. In Sankt Petersburg sperrte die Polizei demnach einen zentralen Platz und nahm mindestens 280 Menschen fest. Mehrere Aktivisten und NGOs veröffentlichten Videos vom brutalen Vorgehen der Sicherheitskräfte.

Demonstranten drohen bis zu 15 Jahren Haft

Das russische Innenministerium sprach von landesweit 5200 Demo-Teilnehmern, von denen mehr als 3500 festgesetzt worden.

In Russland drohen Menschen, die offen Kritik an der Militärintervention in der Ukraine üben, laut einem am Freitag verabschiedeten Gesetz drakonische Strafen von bis zu 15 Jahren Haft. Seit dem 24. Februar wurden laut OVD-Info knapp 11.000 Demonstranten festgenommen. Der inhaftierte Kremlkritiker Alexej Nawalny hatte dazu aufgerufen, trotz der Einschüchterung durch die Behörden täglich für den Frieden zu demonstrieren.