Prinz Charles, in ordensgeschmückter Admiralsuniform, mit Säbel und angespannt: Er vertrat seine Mutter Elizabeth II. im britischen Parlament und las Boris Johnsons Regierungserklärung vor. AP POOL/Alastair Grant

Man sah es  Charles (73) an: Leicht fiel dem ewigen britischen Kronprinzen nicht, bei der pompösen Zeremonie des formellen Beginns einer neuen Sitzungsperiode des Parlaments in London die Stelle seiner Mutter einzunehmen. Elizabeth II. (96), die seit ihrer Krönung 1952 nur 1959 und 1963 wegen Schwangerschaften nicht die „Queen's Speech“ gehalten hatte, verzichtete jetzt wegen „Mobilitätsproblemen“: Sie ist hinfällig geworden, ihre Gesundheitszustand schwankt.

Prinz Charles wurde im Parlament flankiert von seiner Frau Camilla und seinem Sohn William. AP POOL/Alastair Grant

Die „Rede der Königin“ ist in Wahrheit die Regierungserklärung des jeweiligen Premierministers, die den Mitgliedern des Oberhauses und des die Politik bestimmenden Unterhauses nur vorgelesen wird. Und so unterschied sich der Vortrag Charles' nur bei den Floskeln von dem, was die Queen gesagt hätte. Statt „Meine Regierung wird ...“ hieß es  „Die Regierung ihrer Majestät wird ...“ Politisch zu sagen hat das britische Königshaus nichts.

Die Krone wurde Charles, Camilla und William vorangetragen. AFP POOL/Hannah McKay

Für die Parlamentseröffnung wird aber großer Aufwand getrieben, mit Kavalleristen im Spalier, Offiziellen in Perücken und einem Extra-Rolls-Royce für die imperiale Krone. Sie wurde ins Parlament getragen und neben Charles auf ein Tischchen gestellt. Selbst tragen darf er sie ja noch nicht. Die Queen hatte in den vergangenen Jahren auch darauf verzichtet, sie aufzusetzen: Das nach ihren Worten „unhandliche“ Ding wiegt über ein Kilogramm.