Im Juni 2021 wurde Johnson erstmals wieder seit Beginn der Pandemie persönlich von der Queen empfangen. AFP/Dominic Lipinski

Rache trägt weit: Dominic Cummings, Ende 2020 abservierter Chefberater des britischen Premierministers Boris Johnson, wirft seinem Ex-Boss vor, er habe die Queen in Lebensgefahr bringen wollen.

In einem BBC-Interview sagte Cummings, zu Beginn der Corona-Pandemie habe Johnson darauf bestanden, die wöchentlichen Treffen mit Elizabeth II. fortsetzen zu wollen. Nur mit Mühe sei es Cummings gelungen, Johnson zu überzeugen, das sein zu lassen und auf Video-Gespräche umzuschalten: Hätte er das Virus in den Palast eingeschleppt, wäre die damals 95-jährige Monarchin äußerst gefährdet gewesen.

Johnson, der schließlich selbst erkrankte und in Lebensgefahr schwebte (gegenwärtig ist er in Quarantäne, weil der Gesundheitsminister Corona hat), habe sich danach dennoch vollkommen herzlos gezeigt. Weil Menschen, die an Covid-19 starben, im Mittel älter waren als die durchschnittliche Lebenserwartung, soll Johnson per WhatsApp geschrieben haben: „Bekommt Covid und lebt länger.“

Inzwischen sind 153.000 Briten der Krankheit erlegen (Deutschland: 91.000), zuletzt gab es 40.000 Ansteckungen an einem Tag (Deutschland: 1200). Dennoch hat die Regierung im Landesteil England seit Montag die Vorsichtsmaßnahmen nahezu vollständig aufgehoben.