Die Zapfpistole für Super-Kraftstoff steckt in einer Tankstelle im Tankstutzen eines Autos. Die Spritpreise ziehen weiter an. Jens Büttner/dpa

Natürlich redet man im Wahlkampf lieber nicht drüber, was den Bürgern künftig womöglich das Leben schwer macht. Es sei dann, man wirbt für die Grünen: Dann ist es kein Geheimnis, dass Autofahren zu den Dingen gehört, die man unter Luxus für Wohlhabende verbuchen sollte. In Wirklichkeit ist das aber nur die halbe Wahrheit. Denn nicht nur mit den Grünen droht nach der Wahl ein Preis-Schock an den Tankstellen. Das Horror-Szenario klingt so: Ein Liter Benzin könnte bald 2,47 Euro kosten!

Schon zur Zeit sind die Preise erschreckend: Super E10 kostet im bundesweiten Durchschnitt 1,56 Euro pro Liter, Dieselfahrer zahlen 1,39 Euro pro Liter (Stand 15.9.2021). Wegen gestiegener Rohölpreise müssen Autofahrer schon jetzt richtig tief in die Tasche greifen, um ihren fahrbaren Untersatz mit Energie zu versorgen.

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Dass es bald noch viel schlimmer kommen könnte, dürften viele mit Sorgen sehen. Denn kommt es nach der Wahl zum Bündnis aus CDU/CSU, FDP und Grünen, dürfte der Benzinpreis laut Focus online unter Umständen erheblich anziehen.

Derzeit ist Teuerung der Benzin-Preise staatlich begrenzt

Die FDP fordert in ihrem Wahlprogramm eine Ausweitung des CO2-Emissionshandels auf den gesamten Verkehrssektor. Die Idee dahinter: Der Staat gibt vor, wie viel CO2 noch jedes Jahr bis zum Erreichen der Klimaneutralität (spätestens 2050) in Deutschland ausgestoßen werden darf. Dafür kann jeder Wirtschaftssektor für seine Produkte CO2-Zertifikate kaufen, die mit der Zeit immer teurer werden.

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Die Benzinpreise dürften in den kommenden Jahren kräftig steigen. Monika Skolimowska/dpa

Derzeit gelten dafür die aktuellen Beschlüsse der noch amtierenden Großen Koalition aus CDU/CSU und SPD: Danach wurde seit Januar 2021 ein neuer CO2-Preis eingeführt, der den Sprit je Tonne um 25 Euro verteuert. Es kommen laut GroKo-Beschluss jährlich fünf Euro drauf, bis im Jahr 2025 dann 55 Euro je Tonne Aufschlag erreicht sind. Doch was passiert danach?

Ab 2027 könnte sich der Preis schlagartig ändern. Dann soll es nach der derzeitigen Planung einen Markt geben. Die Emissionen sind dann begrenzt und werden gehandelt. Nachfrage und Angebot bestimmen den Preis.

Studie zeigt: Preisschock an der Tankstelle droht

Der Verband Kommunaler Unternehmen (VKU) hat dazu eine Studie des Beratungsunternehmens r2b vorgelegt. „Wenn jetzt nicht sehr schnell politische Entscheidungen getroffen werden, droht uns nach Ende der festgelegten Preise im nationalen Emissionshandel, also 2027, ein regelrechter Preisschock“, sagt VKU-Hauptgeschäftsführer Ingbert Liebing laut Tagesspiegel. Die Studie habe gezeigt: „Dann sind Marktpreise von rund 300 Euro pro Tonne möglich.“ Bei einer Übertragung auf den Benzinpreis sei dann mit einer Preissteigerung in der Dimension von 80 Cent pro Liter zu rechnen. „Das ist sicher nicht im Sinne der politischen Akteure.“

Das bedeutet: Ein Liter Super E10 würde dann 2,47 Euro kosten, ein Liter Diesel 2,31 Euro.

Verrückt: So teuer soll es nicht mal bei den Grünen werden. Sie fordern lediglich 60 Euro pro Tonne CO2 im nationalen Emissionshandelssystems 2023, gleichwohl dann weitere Steigerungen erfolgen sollen. Damit liegen sie dennoch deutlich unter den Szenarien des Beratungsunternehmens r2b.