Da kann einem schon mal schwindelig werden, bei all der Verschieberitis rund ums 49-Euro-Ticket.
Da kann einem schon mal schwindelig werden, bei all der Verschieberitis rund ums 49-Euro-Ticket. dpa/Michael Matthey

Langsam wird es lächerlich! Mittlerweile seit Monaten wird über einen Nachfolger des Erfolgsmodells 9-Euro-Ticket diskutiert. Passiert ist für die Bürger bisher nichts. Zumindest nichts, das tatsächlich die Haushaltskasse entlasten würde. Nicht nur, dass das nun im Raum stehende Deutschlandticket mit satten 49 Euro für viele viel zu teuer ist. Es ist auch gar nicht klar, wann es denn wirklich auf den Markt kommt. Und der Starttermin wird immer weiter nach hinten verschoben!

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„Der Zeitpunkt des Beginns wird der 1. Mai sein“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV), Oliver Wolff, nun der Frankfurter Allgemeinen. Viel früher sei es nicht möglich. Es gebe noch viel zu tun, bis alles administrativ geregelt sei. Er nannte den Prozess der Tarifgenehmigung als Beispiel. Zudem müssten die Tarifsysteme der Verkehrsverbünde umgestellt werden.

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Start des 49-Euro-Tickets wird immer weiter verschoben

Bundesverkehrsminister Volker Wissing dringt unterdessen darauf, das Ticket trotz Bedenken rasch einzuführen. Das Deutschlandticket ist deshalb auch Thema bei der digitalen Verkehrsministerkonferenz am Dienstag. Wissing hatte als Ziel für die Einführung der neuen Fahrkarte für 49 Euro im Monat Anfang 2023 genannt. Sie soll Nachfolger des 9-Euro-Tickets werden, das im Sommer millionenfach verkauft wurde.

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Nach dem Erfolg des bundesweiten 9-Euro-Tickets soll ein Nachfolger her. Doch noch immer ist ein Start des Deutschlandtickets für 49 Euro nicht in Sicht.
Nach dem Erfolg des bundesweiten 9-Euro-Tickets soll ein Nachfolger her. Doch noch immer ist ein Start des Deutschlandtickets für 49 Euro nicht in Sicht. dpa/Christoph Soeder

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Doch statt eines bürgerfreundlichen Angebots, das zur Verkehrswende beitragen kann, entwickelt sich das 49-Euro-Ticket mehr und mehr zur Posse. Zwar gibt es einen „einstimmigen Beschluss der Ministerpräsidentenkonferenz, der alle bindet“, wie Wissing betont. Doch das ist erst mal nur die graue Theorie.

In der Praxis gibt es immer wieder neue Dinge, die den geplanten Start nach hinten verschieben. Januar oder Februar sind schon längst nicht mehr drin. Niedersachsens Verkehrsminister Olaf Lies etwa geht davon aus, dass das Ticket sicher nicht vor dem 1. März und eher am 1. April starten wird. Andere Experten rechnen derweil mit Mai.

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Experte zum 49-Euro-Ticket: Drei Milliarden für Deutschlandticket reichen nicht

Und noch ist immer nicht gänzlich geklärt, wie das Ticket finanziert werden soll. Den Plänen zufolge kostet es drei Milliarden Euro. Bund und Länder sollten das je zur Hälfte finanzieren. Doch VDV-Hauptgeschäftsführer Wolff warnt: „Drei Milliarden Euro werden nicht reichen.“

Überhaupt sei die Mitfinanzierung seitens des Bundes eine Schnapsidee, findet der Bund der Steuerzahler. Es sei falsch, Milliarden in ein subventioniertes, bundesweit geltendes Ticket zu pumpen, sagte Verbandspräsident Reiner Holznagel der Augsburger Allgemeinen. Der Regionalverkehr sei ebenso wie die Finanzierung Ländersache.

„Das könnten sie auch finanziell stemmen.“ Während der Bund auf 100 Milliarden Euro Minus sitze, verfügten die Länder über ein Plus von 24 Milliarden Euro. „Sie betrachten die Verkehrspolitik als ihr Hoheitsgebiet, außer wenn es um die Finanzierung geht – dann soll der Bund einspringen.“