Der Musikproduzent namens Michel wurde Opfer der Polizeigewalt. Foto: AP/Thibault Camus

Bereits zum zweiten Mal innerhalb einer Woche sorgen Bilder von Polizeigewalt in Frankreich für Empörung: Die Pariser Staatsanwaltschaft eröffnete am Donnerstag Ermittlungen gegen Polizisten, die einen Schwarzen geschlagen und getreten hatten, weil er keine Corona-Schutzmaske trug.

Michel nach der Prügel-Attacke der Beamten. Foto: AP

Das Video einer Überwachungskamera zeigt, wie die drei Polizisten einen schwarzen Musikproduzenten in dessen Pariser Studio drängen und ihn dort mit Schlägen, Tritten und Schlagstockhieben traktieren.

In einem schriftlichen Protokoll hielten die Polizisten fest, sie hätten den Mann namens „Michel“ auf der Straße ermahnt, weil er keine Maske trug wie derzeit vorgeschrieben. „Als wir ihn festhalten wollten, hat er uns mit Gewalt in das Gebäude gezerrt“, heißt es in dem Protokoll, welches AFP einsehen konnte.

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Auf der Aufnahme, die das Magazin „Loopsider“ am Donnerstag veröffentlichte, ist auch zu sehen, wie weitere Männer dem Produzenten zu Hilfe eilen und die Polizei aus dem Studio drängen. Die Beamten werfen dann eine Tränengasgranate durch die Tür und führen „Michel“ mit gezückten Waffen ab, wie Handyvideos von Anwohnern zeigen.

Von „unerträglichen Bildern“ sprach der stellvertretende Pariser Bürgermeister Emmanuel Grégoire auf Twitter.

Die französische Polizei steht wegen der brutalen Räumung eines Flüchtlingscamps in der Kritik. Foto: MARTIN BUREAU/AFP

Die drei Beamten wurden nach Informationen der Nachrichtenagentur AFP suspendiert. Frankreichs Innenminister Gérald Darmanin hatte dies vom Pariser Polizeipräfekten Didier Lallement verlangt, der bereits wegen einer brutalen Polizeiaktion gegen Flüchtlinge unter Druck steht. Darmanin hatte sich erst am Dienstag „schockiert“ über Bilder geäußert, welche die brutale Räumung eines Pariser Flüchtlingslagers durch die Polizei zeigen. Am gleichen Tag nahm die Nationalversammlung in erster Lesung sein Gesetz an.