Drohne Foto: Gambarini/dpa

Halten sich die Deutschen an die geltenden Abstandsregeln und Kontaktverbote? Um dies zu kontrollieren, ist im Ausland der Einsatz von Drohnen mancherorts schon gängige Praxis. In Deutschland ist der Einsatz von Drohnen im Kampf gegen das Coronavirus eher eine Ausnahme – zumindest bisher.

Denn in Nordrhein-Westfalen testen zurzeit zehn Polizeibehörden den Einsatz von jeweils zwei Drohnen – in Düsseldorf und Dortmund zuletzt auch im Zuge der Corona-Krise. Die Flugobjekte suchen Orte ab und mahnen Menschen an beliebten Sammelpunkten per Lautsprecher Abstand zu halten. Die Kamera der Drohne diene jedoch nicht zur Identifizierung Einzelner, betont ein Polizeisprecher, „es werden auch keine Bilder gespeichert.“
Auch die hessische Polizei verfügt über zehn Drohnen – zur Überwachung der Corona-Kontaktregeln kam bislang jedoch erst einmal eine zum Einsatz: Am 2. April ging es in Frankfurt darum, ob in Parks illegale Abiturfeiern steigen. Und auf Rügen kontrollierte die Feuerwehr per Drohne Strände. Das Gerät könne mit ihrer Wärmebildkamera auch Grillpartys erkennen, hieß es.

Die beiden großen Polizeigewerkschaften begrüßen den Drohnen-Einsatz – etwa um sich einen Überblick über eine Grünfläche oder einen Park in einer Großstadt zu verschaffen, meint Jörg Radek, Bundes-Vize der Gewerkschaft der Polizei (GdP). „Wir müssen aber sensibel sein. Drohnen könnten bei vielen Bürgern den Eindruck erwecken, wir seien auf dem Weg in den Überwachungsstaat.“ Dieselbe Gefahr sieht der FDP-Bundestagsabgeordnete Benjamin Strasser, für den ein flächendeckender Drohneneinsatz ein „heftiger Eingriff in die Grundrechte der Bürger“ wäre. „Einen solchen Dammbruch darf es nicht geben, auch nicht in diesen besonderen Zeiten“, so Strasser.
Während Niedersachsen den Einsatz von Corona-Kontrolldrohnen nicht ausschließen will, verzichtet Bayern ausdrücklich darauf, ebenso Ba.-Wü., Hamburg und Brandenburg. Auch in Sachsen-Anhalt sind keine Einsätze geplant.