Trotz Verbots versammelten sich Hunderte Corona-Kritiker in Dresden.  Foto: dpa/Sebastian Kahnert

In Dresden haben sich am Samstag trotz des Verbots der „Querdenken“-Demonstration nach Polizei-Angaben Hunderte Kritiker der Corona-Maßnahmen in der Stadt versammelt. „Wir sind seit den frühen Morgenstunden unterwegs, um das Versammlungsverbot durchzusetzen“, sagte ein Polizeisprecher am Samstag. 

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Mehrere Hundert Menschen hatten vor dem Kongresszentrum in der Nähe des Landtages versammelt. Dort hatte eigentlich die als rechts geltende Gruppierung „Heidenauer Wellenlänge“ eine Kundgebung angemeldet. Es kamen laut Polizei aber weitaus mehr als die angemeldeten 150 Teilnehmer.

Ein Demonstrant fordert während der Kundgebung, alle Corona-Tests zu stoppen. Foto: dpa/Sebastian Kahnert

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Die Demonstranten kritisierten mit Sprüchen die Corona-Maßnahmen, viele trugen laut Polizei keine Maske und achteten nicht auf Mindestabstände. Das Geschehen war laut einem dpa-Reporter zeitweise unübersichtlich, die Stimmung teils angespannt.

Polizei sichert Impfzentrum mit Wasserwerfern

Die Polizei forderte die Menschen mehrfach auf, den Ort zu verlassen. Immer wieder waren etwa Rufe zu hören wie „Die Pandemie ist vorbei“. Wasserwerfer wurden am Ostragehege nahe der Innenstadt in Stellung gebracht, um das dortige Impfzentrum abzusichern. Beamte mussten Pfefferspray einsetzen, nachdem Demonstranten sie angegriffen hatten, berichtet die Sächsische Zeitung.

In der Nacht zu Samstag hatte das Sächsische Oberverwaltungsgericht (OVG) in Bautzen per Beschluss das Verbot der für Samstagnachmittag geplanten „Querdenken“-Demonstration des Dresdner Verwaltungsgerichts bestätigt. Die Beamten gingen bereits im Vorfeld davon aus, dass trotz Verbots in der Szene für spontane Aktionen mobilisiert wird.

Proteste in mehreren Städten

In mehreren deutschen Städten, darunter auch Berlin und Düsseldorf, haben am Samstag Menschen gegen die bestehenden Corona-Maßnahmen demonstriert. In München versammelten sich mehrere Tausend Menschen unter dem Motto „Ein Jahr Lockdown-Politik - es reicht“ in der Nähe des bayerischen Landtags.