Prost! Das Glühwein-Trinken auf Weihnachtsmärkten wird in diesem Jahr wohl nicht so spaßig ausfallen wie sonst.  Foto: dpa/Philipp von Ditfurth

Berlin - Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) kann sich Weihnachtsmärkte in diesem Jahr trotz Corona-Pandemie vorstellen - aber nur mit Glühwein-Bremse! Besucher sollen nicht so viel Alkohol trinken und ihre Masken aufbehalten. Diesem Vorstoß schließen sich bereits mehrere Politiker auch aus anderen Bundesländern an.

Konkret fordert Söder: „Für die Weihnachtsmärkte muss man sich kluge Konzepte überlegen. Man kann beispielsweise Laufwege mit Eingang und Ausgang definieren, man muss mit Maskenpflicht operieren und man wird den Alkoholkonsum stark reduzieren müssen.“ Unter diesen Voraussetzungen würden Weihnachtsmärkte natürlich anders sein als früher. Und es dürfe sie nur geben, „wenn es das regionale Infektionsgeschehen zulässt“.

Neben Söder (CSU) stellen auch andere Länderchefs trotz derzeit steigender Corona-Infektionsraten die Öffnung von Weihnachtsmärkten in Aussicht. Es werde eine „abgespeckte Version“ geben, die wie eine Aneinanderreihung von Wochenmärkten gestaltet sei, sagt Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) in der „Welt“. Bei den Menschen gebe es ein „seelisches Bedürfnis nach dieser Normalität“. Allerdings sei nicht vorstellbar, dass es in diesem Jahr einen Weihnachtsmarkt wie bisher in Erfurt mit zwei Millionen Gästen gebe, betont Ramelow.

Kein dichtes Gedränge, keine engen Hütten

Auch der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) hält ein Abhalten der Weihnachtsmärkte für möglich, doch denkt er wie Söder über Einschränkungen beim Alkoholkonsum nach. Weihnachtsmärkte in althergebrachter Tradition „mit dichtem Gedränge, engen Hütten und viel Alkohol“ könne er sich derzeit nicht vorstellen, sagt Hans. Doch mit „sorgfältig ausgearbeiteten, gründlich durchdachten Hygieneplänen und Abstandskonzepten“ könnten die Märkte durchaus zugelassen werden. Da sie im Freien stattfinden, sei das Infektionsrisiko gering.

Hans spricht sich dafür aus, dass Bund und Länder sich bei nächster Gelegenheit gemeinsam mit diesem Thema befassen. (mit dpa, AFP)