Mitarbeiter in einer Gießerei in Wren (Müritz). Die Bundesregierung arbeitet bei Corona-Hilfen an Nachbesserungen für mittelständische Unternehmen, um eine Pleitewelle zu verhindern.
Foto: dpa

Berlin -  Die Lage in der Corona-Krise wird für Firmen von Tag zu Tag bedrohlicher. Die Regierung plant jetzt ein zusätzliches riesiges Programm, um vor allem im Mittelstand eine Pleitewelle zu verhindern. Denn obwohl Mittelstands-Betriebe das Rückgrat der deutschen Wirtschaft sind, fielen die Firmen bisher durchs Hilfe-Raster.

Im Gegensatz zu kleinen Firmen und Selbstständigen erhalten Betriebe mit einstelligen Millionen-Umsätzen und weniger als 249 Mitarbeitern nämlich derzeit keine Soforthilfen. Und der Wirtschaftsstabilitätsfonds greift erst für Unternehmen, die mindestens 249 Mitarbeiter oder mehr als 50 Millionen Umsatz pro Jahr haben. „Die Arbeit ist nicht damit getan, ein milliardenschweres Hilfspaket aufzusetzen. Solange das Geld nicht ankommt, ist keine Rechnung bezahlt, keinem Unternehmen und vor allem keinem einzigen Mitarbeiter geholfen“, mahnte deshalb Eckhard Schwarzer, Präsident des Mittelstandsverbundes.

Einzige Hilfsmöglichkeit ist nur ein Kredit – doch bei der Vergabe erweisen sich oftmals die Banken als Nadelöhr, die in Not geratenen Firmen Finanzhilfen verweigerten. „Das ist nicht der Sinn der Übung“, kritisierte Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) in der Internetsendung „Bild live“. „Es gibt einige, die sagen: Wir geben dir keinen Kredit, denn wir wissen ja gar nicht, wie lange du nicht produzieren kannst.“ Dabei sei es doch genau „das Ziel dieses Programms, dass man diese Zeit überbrücken kann“.

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) sagt neue Hilfen zu.
Foto: dpa

Die Bundesregierung wolle nun sicherzustellen, „dass alle Mittelständler an das Geld kommen, was sie brauchen, um ihre Unternehmen, ihre Arbeitsplätze zu sichern“, versprach Altmaier. Im Gespräch ist laut Regierungskreisen nun, zinslose Kredite für mittelständische Firmen für eine begrenzte Zeit mit einer 100-prozentigen Staatshaftung abzusichern, bislang galt eine Obergrenze von 90 Prozent, 10 Prozent des Risikos sollen Banken tragen. Die Höchstgrenze könnte bei 500.000 Euro pro Firma liegen. Der Staat könnte dafür Garantien in einem Gesamtvolumen von bis zu 300 Milliarden Euro übernehmen. Die EU-Kommission gab bereits grünes Licht für die volle Staatshaftung. Die Maximalsumme legte die Kommission auf 800.000 Euro pro Unternehmen fest.