Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock steht wegen ihres Buches in der Kritik. dpa/Christoph Soeder

Kehrtwende in der Plagiats-Affäre: In der Auseinandersetzung über ihr Buch hat die Kanzlerkandidatin der Grünen, Annalena Baerbock, erstmals einen Fehler eingeräumt. „Rückblickend wäre es sicherlich besser gewesen, wenn ich doch mit einem Quellenverzeichnis gearbeitet hätte“, sagte sie der Süddeutschen Zeitung.

Auch Reisebericht teils abgekupfert

Ihr werden ungekennzeichnete Übernahmen aus anderen Veröffentlichungen vorgeworfen, dabei waren sogar Passagen angeblich selbst unternommener Reisen in Krisengebiete abgekupfert. Sie habe bewusst auf öffentlich zugängliche Quellen zurückgegriffen, gerade wenn es um Fakten gehe, erklärte sie. „Aber ich nehme die Kritik ernst.“

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Bisher hatten die Grünen Kritik noch als Rufmord abgetan. Doch Baerbock will trotz der Auseinandersetzung nach eigenen Worten nicht in alte Freund-Feind-Reflexe zurückfallen – auch wenn ihr das mitunter schwer fällt. „Mehr als drei Jahre lang haben wir in der Partei, haben (der Co-Vorsitzende) Robert Habeck und ich, intensiv daran gearbeitet, über eine andere Ansprache und Haltung Gräben zu überwinden“, sagte sie.

Diese Art der Kommunikation werde in einem harten Wahlkampf auf die Probe gestellt, gerade wegen persönlicher Anfeindungen. „Auch ich bin da kurz in alte Schützengräben gerutscht“, gab sie zu. „Dabei geht es mir um das Gegenteil: die großen Zukunftsfragen offen und breit zu diskutieren, hart und klar in der Sache, aber fair im Ton und offen für Argumente.“ So wolle sie Wahlkampf machen.