Luisa Neubauer traf im März im Auswärtigen Amt auf Hilda Nakabuye: Die Fridays for Future-Frau aus Uganda kämpft dort gegen die geplante Pipeline. dpa/Michael Kappeler

Der vorgebliche Witz der Luisa Neubauer, man plane die Sprengung einer Pipeline in Afrika, erweist der Klimaschutz-Bewegung einen Bärendienst. Wer derlei Bemerkungen in die Welt trompetet, muss sich fragen lassen, ob er erst redet und dann denkt.

Gewaltphantasien werden verstärkt

Schon seit längerem verbreiten sogenannte Aktivisten Phantasien über eine gewaltsame Rettung der Welt vor der Klimakatastrophe. Durch Neubauers seltsame Mitteilung wird dieser Unfug bestärkt, gilt sie in der deutschen Politik doch als argumentativ ernst zu nehmen.

Die Erwartung, dass irgendein Verblendeter aus solchen Äußerungen seine eigenen Schlüsse zieht und Bomben zündet, ist nicht von der Hand zu weisen. Historische Erfahrungen lassen es zudem plausibel erscheinen, dass aus Gewalt gegen Sachen rasch Gewalt gegen Menschen wird.

Die AfD hat sich schon empört, ihr Bundestags-Fraktionsvize hat Anzeige wegen des „Verdachts der Planung einer terroristischen Straftat“ gegen die „mutmaßliche Klimaterroristin“ Neubauer erstattet.

Argumente für den Klimaschutz werden überlagert

Ein propagandistisches Getöse, das nur dazu dienst, die Debatte zu vergiften und Armutsbekämpfung gegen den von der AfD für sinnlos gehaltenen Klimaschutz in Stellung zu bringen. Meint der Mann doch, dass die Ablehnung der Pipeline „menschenverachtend“ sei, weil sie der Entwicklung in Ostafrika diene.

Nun mag man die AfD für klimapolitisch unbelehrbar und ihre Positionen für abseitig halten, aber die Bösartigkeiten werden in die Debatte kriechen.

Das bringt Neubauer und Fridays for Future in die Defensive, was ihren Zielen des Klimaschutzes schadet. Auf geraume Zeit wird ihre Äußerung immer wieder öffentlich thematisiert werden und die eigentlichen Argumente überlagern.

Der Ratschlag für die Zukunft kann folglich nur sein: Abrüstung bei der Wortwahl.