Pfizer musste Liefer-Engpässe beim erwarteten Corona-Impfstoff einräumen. Foto: imago images/IP3press

Riesen-Dämpfer für die Hoffnung auf einen ersten Corona-Impfstoff: Der Pharmakonzern Pfizer hat das Auslieferungsziel bei seinem Impfstoff in diesem Jahr unter anderem wegen Verzögerungen beim Ausbau der Lieferkette halbieren müssen. 

Laut der US-Wirtschaftszeitung Wall Street Journal hielt Pfizer noch bis Mitte November intern an dem Ziel fest, bis Ende dieses Jahres 100 Millionen Impfdosen auszuliefern. Zuletzt sprach das Unternehmen allerdings schon von 50 Millionen Dosen. Für 2021 bleibe es jedoch bei der ursprünglichen Planung zur Auslieferung von mehr als einer Milliarde Impfstoff-Dosen, berichtete das Blatt weiter.

In den Innsbrucker Messehallen lassen sich Österreicher beim Corona-Massentest einen Abstrich nehmen. Foto: imago images/Eibner Europa

Der Ausbau dauere länger als angenommen, begründete eine Pfizer-Sprecherin die Lieferprobleme. Außerdem hätten die Ergebnisse der klinischen Studie später vorgelegen als ursprünglich gedacht.

Der US-Konzern Pfizer hatte zusammen mit dem deutschen Hersteller Biontech aus Mainz einen Corona-Impfstoff entwickelt. In Großbritannien ist dieser bereits zugelassen, in der EU und den USA noch nicht. Das könnte aber noch im Dezember passieren. Doch auch die EU und damit Deutschland werden laut Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) davon betroffen sein, dass Pfizer zunächst weniger Corona-Impfstoff ausliefern kann. „Das führt dazu, dass alle Erstadressaten, ob das Großbritannien, die USA oder die Europäische Union ist, jetzt mit weniger Impfdosen in den ersten Wochen zu rechnen haben“, so Spahn. „Gleichwohl wird es, wenn die Zulassung erfolgt, mit dem Jahreswechsel erste Impfungen in Deutschland geben können“, fügte er hinzu.

Um bis dahin die anhaltend hohen Infektionszahlen zu senken, kommen für deutsche Behörden Massentests, wie sie jetzt in Österreich starteten, jedoch nicht in Frage. Man verlasse sich auf die Empfehlung des Robert Koch-Instituts, sagte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums. Diese sehe vor, dass man gezielt teste und nicht in der Fläche. Virologen und andere Experten hätten der Bundesregierung versichert, dass Massentests wenig Aussagekraft hätten. 

In Wien und einigen anderen Regionen Österreichs begannen am Freitag freiwillige Massentests, um symptomfreie Infizierte zu entdecken und so Infektionsketten zu durchbrechen.