Noch ist der Strand im Ostseebad Binz menschenleer – wird sich das im Sommer ändern?
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Den Osterurlaub hat das Coronavirus bereits auf dem Gewissen, jetzt muss auch der Pfingsturlaub dran glauben. Zumindest was Auslandsreisen angeht. Die Bundesregierung hat die weltweite Reisewarnung für Touristen wegen der Coronavirus-Pandemie bis mindestens 14. Juni verlängert. Über den Sommerurlaub will die Koalition erst danach entscheiden. Das Auswärtige Amt begründete die Verlängerung bis einschließlich 14. Juni in der Kabinettsvorlage damit, dass „weiterhin mit starken und drastischen Einschränkungen im internationalen Luft- und Reiseverkehr und weltweiten Einreisebeschränkungen, Quarantänemaßnahmen und der Einschränkung des öffentlichen Lebens in vielen Ländern zu rechnen“ sei.

Kostenlose Stornierung von Buchungen möglich

Eine Reisewarnung ermöglicht eine kostenlose Stornierung von bereits gebuchten Reisen, etwa über Pfingsten. Zunächst war die Reisewarnung bis Ende April befristet und wurde dann bis zum 3. Mai verlängert. Außenminister Heiko Maas (SPD) hatte bereits in den letzten Tagen mehrfach deutlich gemacht, dass sich keine Änderung der Gründe abzeichne: „Eine normale Urlaubssaison mit vollen Strandbars und vollen Berghütten wird es diesen Sommer nicht geben können“, sagte Maas.

Einigung zwischen einzelnen EU-Ländern über Ferienangebote?

Die Entscheidung über den Sommerurlaub soll aber erst später fallen. Als erstes Land startet Mecklenburg-Vorpommern am 22. Juni in die Sommer-Schulferien, am 25. folgen Berlin und Brandenburg. Das Auswärtige Amt will vor dem 14. Juni überprüfen, „wie dann weiter zu verfahren“ sei“. Minister Maas schließt dabei Vereinbarungen zwischen einzelnen europäischen Ländern zur Ermöglichung eines Sommerurlaubs nicht aus.

Wie hier vor dem Berliner Kanzleramt demonstrierten bundesweit Mitarbeiter von Reisebüros für staatliche Hilfen.
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Die Akzeptanz der Grenzschließungen ist bei den Deutschen sehr hoch. 48 Prozent halten einer YouGov-Umfrage nach die Ausreisesperre für Touristen auch im Sommer für richtig. 31 Prozent haben ihre Pläne für die Sommerferien bereits über den Haufen geworfen, 42 Prozent wollen gar keinen Urlaub mehr machen.