Auch in Frankfurt/Oder und Slubice versammelten sich hunderte von Menschen, um die Grenzöffnung zu fordern. 
Foto: imago images/Winfried Mausolf

„Lasst uns ohne Quarantäne zur Arbeit rein“ – mit solchen Protestschildern forderten etwa 200 Polen am Übergang Rosowek-Rosow eine Lockerung der Grenzschließung. Vor allem Pendler demonstrierten auch an anderen Übergängen dagegen, dass sie nicht mehr zu ihren Jobs in Deutschland kommen. 

Alle Menschen, die nach Deutschland und Polen einreisen, müssen für 14 Tage in Quarantäne. In Deutschland gelten für Pendler allerdings Ausnahmen, in Polen jedoch nicht. „Deutsche Krankenhäuser in der Grenzregion beschäftigen eine große Zahl von Ärzten und Krankenschwestern, die nicht zur Arbeit pendeln können“, sagte Marta Szuster, die Veranstalterin des Protestes auf der deutschen Seite. Gleiches gelte für Apotheker oder Lehrer.

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Auch Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) forderte Polens Regierung auf, die Grenze für Pendler zu öffnen. Die Regelungen erschweren es deutschen Bauern massiv, genug Erntehelfer zu finden. Nachdem die GroKo eine Einreisegenehmigung für 80 000 Helfer erteilte, haben sich bisher nur insgesamt 30.000 angemeldet, davon nur 9000 für den Monat Mai. Im Mai ist der Bedarf aber besonders groß, da sich der Spargel mit den Erdbeeren überschneidet. Üblicherweise kommen pro Jahr 300.000 Saisonarbeiter nach Deutschland.