Königin Elizabeth II. musste wegen der Corona-Regeln allein Abschied von Philip nehmen, am Abend zuvor stieg am Regierungssitz eine Party. AP/Jonathan Brady

Der britische Premierminister Boris Johnson steht wegen mehrerer mutmaßlicher Lockdown-Partys in seinem Amtssitz bereits massiv in der Kritik. Doch jetzt setzen neue Enthüllungen dem Party-Skandal die Krone auf.

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Party trotz Lockdown und Staatstrauer

Denn wie die Zeitung The Telegraph berichtet, sollen rund 30 Mitarbeiter von Premierminister Johnson im April vergangenen Jahres am Abend vor der Beerdigung von Prinz Philip im Regierungssitz getrunken und getanzt haben. Damals galten nicht nur strenge Kontakt- und Abstandsregeln wegen der Corona-Pandemie, sondern auch noch Staatstrauer!

Dutzende Mitarbeiter der Downing Street hätten dort sogar gleich zwei Partys gefeiert, wie die Zeitung Daily Telegraph berichtete. Am nächsten Tag musste dann die Queen wegen der Corona-Vorschriften ganz alleine in der Kapelle ihrer Residenz Windsor sitzen, als dort ihr Ehemann, mit dem sie 73 Jahre verheiratet war, bestattet wurde.

Das Foto der einsamen Queen war einer der prägenden Eindrucke der Pandemie und berührte die Herzen von Millionen Briten. Umso größer ist nun die Empörung. „Während sie trauerte, feierte No. 10“, sagte der Chef der Liberaldemokraten, Ed Davey. Auch wenn Boris Johnson selbst nicht an den Partys am 16. April 2021 teilnahm und auch nicht in der Downing Street anwesend war, wird er für das Verhalten seiner Mitarbeiter verantwortlich gemacht. „Ich habe keine Worte für die Kultur und das Verhalten in No. 10“, sagte die Vizechefin der größten Oppositionspartei Labour, Angela Rayner. Der Fisch stinke vom Kopf.

Regierung entschuldigt sich bei der Queen

Am Freitag hat sich der britische Amtssitz des Premiers bei der Königin entschuldigt: „Es ist zutiefst bedauerlich, dass dies zur Zeit nationaler Trauer stattgefunden hat.“ Johnson habe diese Woche bereits betont, dass das Verhalten im Regierungssitz den höchsten Standards entsprechen müsse. Die Downing Street übernehme auch die Verantwortung, „für Dinge, die wir nicht richtig gemacht haben“.

Premier Boris Johnson wegen Gartenparty unter Druck

Johnson hatte sich erst am Donnerstag selbst wegen einer Gartenparty in der Downing Street im Mai 2020 entschuldigt. Auch zu dieser Zeit galt ein Lockdown, selbst im Freien waren Treffen von mehr als zwei Personen verboten. Vor dem Parlament hatte sich Johnson damit herausgeredet, dass er die Feier für ein Arbeitstreffen gehalten habe ...