Olaf Scholz (SPD) sieht bei vielen Osterreisen „den Sommerurlaub von uns allen“ in Gefahr. Foto: dpa/Bernd von Jutrczenka

Nach monatelanger Corona-Zwangspause starteten am Sonntag nun auch die ersten Urlaubsflüge des größten Reisekonzerns Tui von Deutschland nach Mallorca.

Doch Finanzminister und SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz warnt eindringlich vor einer Reisewelle zu Ostern. „Aus meiner Sicht sollte es zu Ostern besser keine große Reisewelle geben. Das können wir uns in der aktuellen Infektionslage einfach nicht leisten“, sagte Scholz der Bild am Sonntag.

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Sollten viele Menschen im großen Stil Osterurlaub machen, „gefährdet das den Sommerurlaub von uns allen“. Auch eine allgemeine bundesweite Öffnung der Außengastronomie zu Ostern lehnt Scholz ab.

Familienbesuche über die Feiertage sollen hingegen möglich sein. „Das haben wir zu Weihnachten möglich gemacht, das sollte zu Ostern wieder drin sein“, sagte Scholz der Zeitung. Dafür sollte man die Möglichkeit der Schnelltests nutzen.

Corona-Notbremse nutzen

Am Montag wollen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder über das weitere Vorgehen in der Corona-Pandemie beraten. Scholz ermahnte die Ministerpräsidenten, die zuletzt vereinbarte Notbremse zu ziehen, wenn dies nötig sei.

Die ersten Urlauber landeten schon auf Mallorca, seit 14. März ist die Insel kein Corona-Risikogebiet mehr. Foto: AP/Joan Mateu

„Es muss aufhören, dass hochrangige Politiker unter Druck die Nerven verlieren und hektisch Ankündigungen machen, die nichts mit den gerade gemeinsam vereinbarten Beschlüssen zu tun haben“, erklärte der SPD-Kanzlerkandidat. Die von Bund und Ländern vereinbarte „Notbremse“ sieht vor, Öffnungen zurückzunehmen, wenn die Sieben-Tage-Inzidenz in einer Region oder einem Land an drei aufeinander folgenden Tagen über 100 liegt.

Mehrheit der Deutschen für Öffnung der Hotels

Trotz stark steigender Corona-Infektionszahlen wünscht sich dagegen allerdings eine Mehrheit der Deutschen eine Öffnung der Hotels und Restaurants zu Beginn der Osterferien. In einer YouGov-Umfrage plädieren 52 Prozent dafür, Hotels und anderen Beherbergungsbetrieben die Öffnung mit Hygiene- und Abstandsregeln wieder zu erlauben. Bei Restaurants, Biergärten, Kneipen und Cafés sind sogar zwei Drittel der Befragten für eine Öffnung.