Ex-Präsident Barack Obama zerfleddert Trump. Foto: Democratic National Convention/AP/dpa

Milwaukee/Philadelphia - Der frühere US-Präsident Barack Obama stellte seinem Nachfolger Donald Trump beim Parteitag der Demokraten ein miserables Zeugnis aus. Trump sei ein Versager und eine Gefahr für die Demokratie.

„Donald Trump ist nicht in den Job hineingewachsen, weil er es nicht kann. Und die Folgen dieses Versagens sind schwerwiegend“, sagte Obama beim virtuellen Parteitag und verwies auf die mehr als 170.000 US-Amerikaner, die seit Beginn der Corona-Pandemie an Covid-19 gestorben sind. Millionen Jobs seien verschwunden. „Ich hatte gehofft – im Interesse unseres Landes –, dass Donald Trump etwas Interesse daran zeigen würde, den Job ernst zu nehmen; dass er das Gewicht dieses Amtes spüren und etwas Ehrfurcht vor der Demokratie entdecken würde, die ihm anvertraut wurde. Aber er hat es nie getan.“

Trump habe die Macht seines Amtes lediglich dafür genutzt, sich selbst und seinen Freunden zu helfen, so Obama in seiner fast 20-minütigen Rede. Die Präsidentschaft habe er behandelt wie eine Reality-Show, mit der Trump die Aufmerksamkeit bekommen könne, nach der er sich sehne.

Ähnliche Vorwürfe haben schon andere gegen Trump erhoben – doch Obamas Worte haben eine besondere Tragweite. Während Trump seinen Vorgänger ständig attackiert, hat sich der Demokrat mit Kritik an seinem Nachfolger bislang weitgehend zurückgehalten - es ist nicht üblich. Doch jetzt hat Obama diese Regel gebrochen. Sein Motiv: „Lasst nicht zu, dass sie euch eure Demokratie wegnehmen.“

Trumps Reaktion ließ nicht auf sich warten: „Präsident Obama hat keinen guten Job gemacht. Und der Grund, warum ich hier bin, ist wegen Präsident Obama und Joe Biden.“ Der frühere Vize Obamas war auf dem Parteitag zum Spitzenkandidaten gewählt worden.