Ein Covid--19-Patient auf einer Berliner Intensivstation.   Foto:  Kay Nietfeld/dpa

Alle drei Minuten stirbt ein Mensch in Deutschland an Covid-19. So sagte es Bayerns Ministerpräsident Markus Söder. Damit machte er die Situation klarer, als es jede Statistik oder Infektionsampel ausdrücken kann. 

Alle drei Minuten bringt der Tod Trauer und Entsetzen in eine Familie, und  das ist unter anderem denjenigen zu verdanken, die selbst den - gescheiterten - „Lockdown light“ als einen unerträglichen Eingriff in ihre Freiheit diffamierten.  

Ihre hassgetriebene Disziplinlosigkeit, ihre grotesk falschen Behauptungen, ihre irrsinnigen historischen Vergleiche mit der Nazi-Diktatur, ihre maßlose Ignoranz vor dem elenden Sterben und ihr herzloses Ausblenden der körperlichen und seelischen Überforderung der Menschen, die in Krankenhäusern arbeiten: Mit all ihrem aufgeplusterten Leiden am Falschen haben sie zu einer Situation beigetragen, die keinen Ausweg mehr zuließ als den harten Schnitt, den Bund und Länder jetzt vereinbaren mussten.

Die viel zu hohen Infektions- und Todeszahlen sind allerdings auch einem zutiefst menschlichen Gefühl anzulasten, der Hoffnung. Der optimistischen Erwartung nämlich, dass es nicht so schlimm kommen werde, wenn man hier oder da an dem einen oder anderen Schräubchen dreht. Dem Trugschluss aus den Erfahrungen der ersten Corona-Welle, dass die Provinz oder „der Osten“ nicht so heftig getroffen werden können wie die Städte.

Die Hoffnung muss trotz alledem weiter bemüht werden: Dass die Impfstoffe gut wirken, dass die Menschen sich impfen lassen, dass das Herunterfahren des gemeinschaftlichen Lebens das Virus eindämmt, und dass die Gesellschaft dieses Landes in der Lage sein wird, sich auf nicht absehbare Zeit selbst Härten aufzuerlegen.

Nur so können wir dem Sterben Einhalt gebieten.