Produktion der Mercedes S-Klasse im Werk Sindelfingen. imago/Wall

Schluss mit Diesel und Benzinern! Der Autobauer Daimler gibt kräftig Gas beim Umbau auf Elektromobilität. Schon Ende des Jahrzehnts könnte sich der Konzern im Pkw-Bereich komplett vom Verbrennungsmotor verabschieden.

Man wolle unter dem Leitbegriff „Electric only“ künftig das ganzes Geschäft der Pkw-Stammmarke Mercedes-Benz auf elektrisches Fahren ausrichten, teilte der Konzern am Donnerstag in Stuttgart mit. Und das, obwohl Daimler mit Diesel- und Benzinantrieb heute noch den Großteil seines Geldes erwirtschaftet.

Schon im Jahr 2025 wollen die Schwaben rund 50 Prozent ihrer Neuverkäufe mit vollelektrischen oder Plug-in-Autos erzielen – das sind doppelt so viel wie bisher geplant. Man bereite sich zudem vor, bis zum Ende des Jahrzehnts „vollelektrisch zu werden“. Unter anderem auch durch den Aufbau einer eigenen Zellproduktion im großen Stil.

Einstieg in Produktion von Batteriezellen

Hier will Daimler mit Partnern weltweit acht Gigafabriken mit einer Gesamtkapazität von mehr als 200 Gigawattstunden errichten.

Ob in Stuttgart ab 2030 dann tatsächlich keine Wagen mehr mit Diesel- oder Benzinantrieb mehr vom Band laufen, sei aber von der Entwicklung der Nachfrage nach E-Autos abhängig, hieß es.

Umbaupläne ähnlich radikal wie bei VW

Im Vergleich der deutschen Autohersteller richtet sich Mercedes aus Sicht des Branchenexperten Ferdinand Dudenhöffer damit ähnlich radikal wie der Volkswagen-Konzern auf die neue Zeit aus.

VW hatte zuletzt unter anderem milliardenteure Pläne zum Aufbau sechs eigener Batteriezellfabriken bekanntgemacht, die mittelfristigen Verkaufsziele sind ebenso ambitioniert. So soll beispielsweise die Kernmarke VW Pkw bis 2030 in Europa mindestens 70 Prozent ihrer Verkäufe aus dem Absatz reiner Stromer bestreiten.

Anteil der E-Autos bisher nur 3 Prozent

Bei Daimler machte die Zahl der verkauften, vollelektrischen Pkw im ersten Halbjahr gerade mal etwas mehr als drei Prozent aller ausgelieferten Autos aus, hinzu kommt ein etwas höherer Anteil von Hybridautos. Die Branche rechnet allerdings – auch angesichts politischer Vorgaben – in den nächsten Jahren mit rasant wachsenden Absatzquoten bei E-Autos.