Bis heute sind viele Fragen ungeklärt. Foto: imago images/Cord

Die FDP-Fraktion im Bundestag will einen nationalen Gedenktag für die Opfer des sogenannten Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) einführen. „Dieser Tag sollte ein Tag des Erinnerns sein, ein Erinnern an die Opfer, ein Erinnern an das Leid, das ihnen und ihren Angehörigen widerfahren ist und auch ein Erinnern an das Versagen des Rechtsstaates“, sagte der FDP-Abgeordnete Grigorios Aggelidis dem Tagesspiegel.

In einem Antragsentwurf der Fraktion, der der Zeitung vorliegt, heißt es zur Begründung: „Dies sind wir den Menschen in Deutschland, dem Vertrauen in unseren Rechtsstaat und vor allem den Opfern und Opferfamilien schuldig.“ Das Datum für den Trauertag soll in Übereinstimmung mit den Hinterbliebenen der Ermordeten festgelegt werden. In dem Entwurf heißt es weiter, der Gedenktag solle auch den Familien der Opfer gewidmet sein.

Mehr aktuelle Nachrichten aus dem Ressort Panorama finden Sie hier >>

Als NSU wurde eine Gruppe um Uwe Mundlos, Uwe Böhnhardt und Beate Zschäpe bezeichnet, die verantwortlich für die Morde an mindestens zehn Menschen zwischen 2000 und 2007 sein sollen. Unter den Opfern waren acht türkischstämmige und ein griechischstämmiger Kleinunternehmer sowie eine Polizistin.

Bis heute sind viele Fragen wie die nach Helfern an den verschiedenen Tatorten sowie nach der Rolle des Verfassungsschutzes und seiner V-Personen offen. Staatliche Stellen blockieren seit Jahren eine vollständige Aufklärung der Fälle, wie sie Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) 2012 versprochen hatte.