Das Fernsehen in Südkorea berichtete über die Waffentests des kommunistischen Nordens. AP/dpa/Lee Jin-Man

Nordkorea hat eigenen Angaben zufolge bei der Entwicklung strategisch wichtiger Raketen weitere Fortschritte erzielt. Am Wochenende habe die Akademie für Verteidigungswissenschaft erfolgreich zwei neuartige Marschflugkörper von „großer Reichweite“ getestet, die ihre Ziele in 1500 Kilometer Entfernung im Meer getroffen hätten, berichteten die Staatsmedien am Montag. Es handle sich um eine „strategische Waffe von großer Bedeutung“. Nordkorea deutete damit laut Experten an, dass der neue Lenkflugkörper auch Atomsprengköpfe befördern soll.

Südkorea bestätigte die Tests des Nachbarlands zunächst nicht. Der südkoreanische Generalstab teilte mit, die Angaben würden in Zusammenarbeit mit den USA untersucht. Das US-Indo-Pazifik-Kommando erklärte, die Situation werde in enger Abstimmung mit den Alliierten beobachtet. Diese jüngste Aktivität mache jedoch deutlich, dass Nordkorea sich weiter auf „die Entwicklung seines Militärprogramms konzentriert“. Auch zeige sie die „Bedrohungen für seine Nachbarn und die internationale Gemeinschaft“.

Nordkorea bleibt Bedrohung für seine Nachbarn

Es sei nicht der erste Test eines Marschflugkörpers (Cruise Missile) durch Nordkorea, schrieb der Experte Ankit Panda auf Twitter. „Doch ist es Nordkoreas erste Langstrecken-Cruise Missile (1000 km+) und die erste behauptete nuklearfähige Cruise Missile.“ Das Land selbst habe zwar nicht explizit von atomwaffenfähiger Cruise Missile gesprochen, doch „Analysten wissen, was Nordkorea meint, wenn es ‚strategisch‘ sagt.“

Getestet wurde der neue Typ den Berichten aus Nordkorea zufolge am Samstag und Sonntag. Die staatlichen Medien veröffentlichten dazu Fotos, die ein Geschoss zeigen, das von einem Raketenstartfahrzeug abgefeuert wird, sowie von einem im Flug befindlichen Flugkörper mit Tragflächen.

Nordkorea treibt seit Jahren die Entwicklung von Raketen voran, die nicht nur Südkorea und Japan treffen, sondern auch Atomsprengköpfe bis in die USA tragen können. Es ist deswegen harten internationalen Sanktionen unterworfen, die auch die wirtschaftliche Entwicklung des Landes hemmen.

Die Verhandlungen der USA mit Nordkorea über sein Atomprogramm kommen schon seit gut zweieinhalb Jahren nicht mehr voran. Im Februar 2019 war ein Gipfeltreffen des früheren US-Präsidenten Donald Trump mit Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un in Vietnam gescheitert.