dpa/Vadim Ghirda
Ein ukrainischer Feuerwehrmann bei Löscharbeiten in einem nach russischen Angriffen zerstörten Haus in Kiew.

Endet der russische Einmarsch in die Ukraine in einem historischen Debakel? Die Angriffe auf Zivilisten, Wohnhäuser und sogar Krankenhäuser gehen weiter, aber Russland gelingt es auch nach Wochen nicht, den Widerstand der Ukraine zu brechen. Wie viele Menschen müssen sterben, wann endet der Krieg? Die aktuellen News, hier fortlaufend aktualisiert!

Der Liveblog ist umgezogen. Alle News über Russlands Krieg in der Ukraine ab Samstag, den 26. März, finden Sie hier. >>>

23:10 Uhr: Ukrainisches Luftwaffen-Hauptquartier unter Raketenbeschuss

Das Hauptquartier der ukrainischen Luftwaffe in Winnyzja im Westen des Landes ist am Freitag mit mehreren russischen Marschflugkörpern beschossen worden. Ein Teil der sechs Raketen sei im Anflug abgeschossen worden, die übrigen trafen das Gebäude, teilte die Luftwaffenführung auf ihrer Facebook-Seite mit. Dabei sei „erheblicher Schaden“ an der Infrastruktur entstanden. Ein Foto auf der Facebook-Seite zeigte schwere Zerstörungen. Über eventuelle Opfer des Angriffs am späten Nachmittag wurden keine Angaben gemacht.

22:55 Uhr: Frankreich plant mit anderen Initiative zur Evakuierung von Menschen aus Mariupol

Frankreich hat eine gemeinsame Initiative mit der Türkei und Griechenland zur Evakuierung der belagerten ukrainischen Stadt Mariupol angekündigt. Die drei Länder wollen einen „humanitären Einsatz starten, um all jene zu evakuieren, die Mariupol verlassen wollen“, wie Frankreichs Präsident Emmanuel Macron am Freitagabend nach dem EU-Gipfel in Brüssel sagte. Er werde in den nächsten 48 bis 72 Stunden erneut mit Kreml-Chef Wladimir Putin sprechen, „um die Einzelheiten auszuarbeiten“.

Er hoffe, möglichst viele Akteure „in diese Operation einbeziehen zu können“ und wolle erreichen, dass die Evakuierung in den kommenden Tagen beginnt. Französische Regierungsvertreter hätten am Freitag mit dem Bürgermeister von Mariupol gesprochen. Die 150.000 verbliebenen Einwohner lebten dort unter „dramatischen Bedingungen“, sagte Macron.

Ausgebrannte Wohnhäuser und demolierte Autos in der von russischen Truppen belagerten ukrainischen Stadt Mariupol. imago-images/Maxim Blinov

21:55 Uhr: UN-Mitgliedsstaaten fordern Schutz von Journalisten

Deutschland und Dutzende weitere UN-Mitgliedsstaaten haben in einer gemeinsamen Erklärung die Tötung mehrerer Journalisten im russischen Angriffskrieg in der Ukraine scharf verurteilt und einen besseren Schutz für Medienschaffende dort gefordert. „Die Leben und die Sicherheit von Journalisten und Medienschaffenden dort - sowohl aus der Ukraine als auch international - sind in großer Gefahr“, hieß es in der am Freitag in New York veröffentlichten Erklärung.

„Wir betonen, dass alle Journalisten und Medienschaffende unter internationalem Menschenrecht Zivilisten sind und keine legitimen Ziele sein können“, hieß es weiter.

21:25 Uhr: Pentagon: Ukraine will Cherson zurückerobern

Die ukrainische Armee hat US-Angaben zufolge eine Offensive zur Rückeroberung der Stadt Cherson im Süden des Landes gestartet. „Die Ukrainer versuchen, Cherson zurückzugewinnen, und wir würden sagen, dass Cherson derzeit wieder umkämpftes Territorium ist“, sagte ein Vertreter des US-Verteidigungsministeriums am Freitag zu Journalisten in Washington.

„Wir können nicht genau bestätigen, wer die Kontrolle über Cherson hat, aber die Stadt scheint nicht so eindeutig unter russischer Kontrolle zu sein wie zuvor“, sagte der Ministeriumsvertreter.

Das nahe der von Russland annektierten Halbinsel Krim gelegene Cherson war als erste Großstadt der Ukraine nach dreitägiger Belagerung Anfang März von der russischen Armee eingenommen worden.

20:55 Uhr: Luftbrücke gestartet:  Ukraine-Flüchtlinge aus Moldau in Frankfurt/M. gelandet

Erstmals hat ein Flugzeug Ukraine-Flüchtlinge aus Moldau direkt nach Deutschland gebracht. Rund 130 Menschen - vor allem Frauen und Kinder - landeten am Freitagabend in einer Maschine auf dem Flughafen Frankfurt. Das war der Auftakt der von der Bundesregierung angestoßenen internationalen Luftbrücke für Menschen, die in Nachbarländer der von Russland angegriffenen Ukraine geflüchtet sind. Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne) und Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) empfingen die Menschen auf Deutschlands größtem Flughafen.

Die Geflüchteten sollten im Anschluss mit Bussen zur Erstaufnahme nach Bitburg in der Eifel in Rheinland-Pfalz gebracht werden.

20:45 Uhr: US-Präsident besucht Rzeszow in Polen nahe der ukrainischen Grenze

US-Präsident Joe Biden hat mit einem Besuch an der Nato-Ostflanke Polens Einsatz bei der Aufnahme von Kriegsflüchtlingen aus der Ukraine gewürdigt. „Ich bin hier in Polen, um die humanitäre Krise aus erster Hand zu sehen“, sagte Biden am Freitag im polnischen Rzeszow - nur 90 Kilometer von der Grenze zur Ukraine entfernt. Biden besuchte dort in Polen stationierte US-Truppen und informierte sich gemeinsam mit Polens Staatsoberhaupt Andrzej Duda über die Versorgung der Geflüchteten. Knapp 2,24 Millionen sind bislang eingereist, ein Großteil ist in Polen geblieben.

19:40 Uhr: Papst verurteilt "schändlichen Krieg" in der Ukraine

Papst Franziskus hat bei einem Gottesdienst den „schändlichen Krieg“ in der Ukraine verurteilt. „In diesen Tagen (...) zerstören Bomben die Häuser so vieler unserer wehrlosen ukrainischen Brüder und Schwestern“, sagte der Papst in seiner Predigt während eines Bußgottesdienstes am Freitag, in dem er die Ukraine und Russland „dem unbefleckten Herzen Mariens“ weihte.

„Der schändliche Krieg, der über so viele Menschen hereingebrochen ist und unter dem alle leiden, löst in einem Jeden Furcht und Schrecken aus“, fügte der Papst vor rund 3500 Menschen im Petersdom hinzu, unter ihnen der ukrainische Botschafter und Vertreter des diplomatischen Korps im Vatikan. Rund 2000 Gläubige verfolgten den Gottesdienst nach Vatikan-Angaben auf dem Petersplatz, wo er auf großen Leinwänden übertragen wurde.

17.09 Uhr: Ukraine meldet Tod von russischem General

Die Ukraine hat den Tod eines weiteren russischen Generals bei Kämpfen gemeldet. Bei einem Bombenangriff auf den Flughafen Tschornobajiwka in der Region Cherson sei der Kommandant er 49. Armee des südlichen Distrikts, General Jakow Rjasanzew, getötet worden. Rjasanzew ist bereits der sechste russische General, dessen Tod die Ukraine seit Kriegsbeginn vor einem Monat meldet. Überprüfen lassen sich die Angaben nicht.

16.35 Uhr: Russland will sich auf den Donbass konzentrieren

In der Vergangenheit ist bereits mehrfach durchgesickert, dass die Kreml-Führung sich einen Angriff auf die Ukraine wohl leichter vorgestellt hat. Laut russischen Angaben, will man sich beim dem imperialistischen Angriffskrieg, der in den russischen Staatsmedien stets als „militärischer Sondereinsatz“ verharmlost wird, auf den Donbass in der Ostukraine konzentrieren.

Der stellvertretende russische Generalstabschef Sergej Rudskoj gab bekannt, dass die „ukrainischen Kampfeinheiten in bedeutendem Umfang reduziert worden“ seien und somit das erste Ziel des Krieges erfüllt sei. Ob das nur ein Ablenkungsmanöver ist, ist unklar.

15.16 Uhr: Verhandlungen stocken bei den Kernthemen

Bei den Verhandlungen zwischen Russland und der Ukraine gibt es einem russischen Unterhändler zufolge Annäherungen bei zweitrangigen Themen. „Bei den politischen Kernthemen treten wir allerdings auf der Stelle“, zitiert die Nachrichtenagentur Interfax Wladimir Medinski, Mitglied der russischen Delegation. Es sei die ganze Woche per Videoschalten verhandelt worden. Die Gespräche würden am Samstag fortgesetzt.

14.22 Uhr: Orban sperrt sich weiter gegen Waffentransit und Sanktionen

Ungarns rechtsradikaler Ministerpräsident Viktor Orban hat sich erneut gegen einen Transit für Waffenlieferungen an die Ukraine durch sein Land und die Ausweitung der Sanktionen gegen Russland ausgesprochen.

Am Donnerstag hatte sich der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj in seiner Videoansprache anlässlich des EU-Gipfeltreffens speziell an Orban gewandt und ihn aufgefordert, Position zu beziehen. Orban hatte betont, sich aus diesem Krieg heraushalten zu wollen und wolle deswegen weder Waffen in die Ukraine schicken, noch deren Transit erlauben, so ein Sprecher von Orban.

13.59 Uhr: 300.000 ukrainische Haushalte ohne Gas und Wärme

Rund 300.000 Haushalte in der Ukraine müssen nach Angaben des größten Energieversorgers im Land derzeit ohne Gas und Wärme auskommen. „Wir sichern eine relativ stabile Gasversorgung in großen Teilen des Landes - aber mit Ausnahmen wie im belagerten Mariupol oder Charkiw“, sagte der Vorstandsvorsitzende von Naftogaz, Jurij Witrenko, der „Zeit“.

Es sei unmöglich, in Mariupol noch etwas zu reparieren. Witrenko forderte, dass der Westen seine Zahlungen für russisches Gas und Öl auf ein Treuhandkonto überweist und die Gelder nur freigibt, wenn Russland sich aus der Ukraine zurückzieht.

13.15 Uhr: Einiges Russland eröffnet Büro in Mariupol

In den vergangenen Tagen und Wochen wurde immer klarer, dass Russlands Diktator Wladimir Putin es vor allem auf die Schwarzmeermetropole Mariupol abgesehen hat. Nachdem die russische Armee die Stadt tagelang blockierte und immer wieder zivile Ziele angegriffen hatte, hat nun die russische Regierungspartei „Einiges Russland“ ein Büro in der ukrainischen Stadt errichtet.

Bilder aus Mariupol: Die russische Armee hat hier auch immer wieder zivile Ziele angegriffen. dpa/Maximilian Clarke

Es befinde sich in einem Einkaufszentrum, wo die Partei Werbung und Telefonkarten verteile, teilte die Regierung der von Russland belagerten ukrainischen Stadt über ihren Telegram-Kanal mit.

Putin ist übrigens offiziell nicht Mitglied von „Einiges Russland“. Parteivorsitzender ist Putins langjährige Polit-Marionette Dmitri Medwedew, de Facto leitet Putin aber die Geschicke der Partei.

12.47 Uhr: Massengräber in Mariupol

Die Beobachter des UN-Menschenrechtsteams in der Ukraine erhalten immer mehr Hinweise auf Massengräber in der eingekesselten Stadt Mariupol. In einem Grab, das durch Satellitenaufnahmen entdeckt wurde, sollen 200 Tote liegen, sagte die Leiterin der Beobachtergruppe, Matilda Bogner.

12.33 Uhr: Erdogan fordert Putin zu „ehrenvollem Abzug“ auf

Obwohl die Türkei Nato-Mitglied ist, hat sie bislang noch keine Sanktionen gegen Russland verhängt. Wohl auch deshalb kommt dem Land und seinem autoritär regierenden Präsidenten Recep Tayyip Erdogan im Krieg gegen die Ukraine eine besondere Vermittlerrolle zu. Nun hat Erdogan Wladimir Putin aufgefordert, einen „ehrenvollen Abzug“ aus der Ukraine zu machen.

Sanktionen lehne Erdogan ab, da er „sein Volk in Winter und Schnee nicht in der Kälte zurücklassen und auch nicht die Industrie komplett umstellen“ könne. Die Türkei ist in vielen Bereichen der Energiewirtschaft und Tourismus stark von Russland abhängig

12.12 Uhr: Ukraine: Busse zur Evakuierung von Mariupol stehen bereit

Für die Evakuierung von Zivilisten aus der von russischen Truppen belagerten Hafenstadt Mariupol stehen nach Angaben der Ukraine zahlreiche Fahrzeuge im nahe gelegenen Berdjansk bereit. „Gerade befinden sich dort 48 Busse“, sagte Vizeregierungschefin Iryna Wereschtschuk in einem über die sozialen Netzwerke verbreiteten Video. In der etwa 70 Kilometer von Mariupol entfernten Stadt befinde sich zudem ein Tankfahrzeug für die Betankung von Privatfahrzeugen.

11.55 Uhr: Heil Verspricht: Mega-Aufrüstung der Bundeswehr soll nicht zu Lasten der Menschen gehen

Die von der Bundesregierung versprochene Mega-Aufrüstung der Bundeswehr soll nach Angabe von Arbeitsminister Hubertus Heil nicht auf Kosten der Menschen in Deutschland gehen. Viele hatten befürchtet, dass die extreme Anhebung des Wehretats und das Sondervermögen von 100 Milliarden Euro Investitionen in wichtigen Bereichen wie der Bekämpfung der Klimakrise oder im sozialen Bereich auf Jahre blockieren könnte.

Hier wirkt Heil nun beruhigend ein: „Wir dürfen nicht Rente gegen Rüstung ausspielen in dieser Gesellschaft und übrigens auch nicht Geflüchtete gegen Einheimische“, sagte Heil bei der Beratung über den Etat für Arbeit und Soziales im Bundestag. Es dürfe kein Entweder-oder geben.

11.20 Uhr: Rund 3,7 Millionen Ukrainer ins Ausland geflüchtet

Nach aktuellen Erkenntnissen des UN-Flüchtlingshilfswerks haben rund 3,7 Millionen Menschen die Ukraine verlassen. Die Zahl nannte ein Vertreter der Vereinten Nationen in dem Kriegsland.

Vor dem Beginn des Krieges lebten rund 44 Millionen Menschen in der Ukraine. Viele Menschen flohen vor dem russischen Angriff auch in den westen des Landes, andere blieben, um zu kämpfen oder waren schlicht zu schwach für die Flucht. Zudem ist es Männern im Alter zwischen 18 und 60 Jahren nicht erlaubt, das Land zu verlassen.

9:39 Uhr: Russland zerstört nach eigenen Angaben größtes Treibstofflager der Ukraine

Das russische Militär hat nach Angaben aus Moskau das größte Treibstofflager der Ukraine zerstört. Am Donnerstagabend sei mit „hochpräzisen seegestützten Marschflugkörpern vom Typ Kalibr eine Treibstoffbasis im Dorf Kalyniwka in der Nähe von Kiew“ angegriffen worden, erklärte der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow, am Freitag. Dort habe die ukrainische Armee ihren „größten verbliebenen Treibstoffvorrat“ aufbewahrt.

Die ukrainischen Streitkräfte versorgten demnach bislang von Kalyniwka aus ihre Einheiten im Zentrum des Landes. Konaschenkow erklärte zudem, drei ukrainische Luftabwehrsysteme und vier Drohnen sowie weitere Militärausrüstung seien zerstört worden. Die Angaben konnten zunächst nicht unabhängig überprüft werden. Russland hatte seinen Militäreinsatz in der Ukraine vor gut einem Monat gestartet.

8:55 Uhr: Klingbeil hofft auf zügige Aufnahme der Ukraine in die EU

Der SPD-Vorsitzende Lars Klingbeil hofft auf eine zügige Aufnahme der Ukraine in die EU. „Das sind Europäer“, sagte Klingbeil am Donnerstagabend in der Sendung „Polittalk aus der Hauptstadt“ des RBB-Inforadios und der „Süddeutschen Zeitung“. „Und es ist richtig, der Ukraine sehr deutlich zu sagen: Wir wollen Euch in der Europäischen Union.“ Die Aufnahmeprozesse könnten auch beschleunigt werden.

8:46 Uhr: Kiew: Seit Kriegsbeginn 135 Kinder getötet

Seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine vor rund einem Monat sind Angaben aus Kiew zufolge bereits 135 Kinder getötet worden. Mehr als 180 Kinder seien verletzt worden, teilt die Generalstaatsanwaltschaft mit.

8:44 Uhr: Ukrainischer Botschafter: Deutsche Waffenlieferungen dauern viel zu lange

Der Botschafter der Ukraine in Deutschland, Andrij Melnyk, hat erneut das Tempo der Lieferung von Waffen der Bundeswehr an sein Land kritisiert. „Das dauert viel, viel zu lange“, sagte Melnyk am Freitag im ZDF-„Morgenmagazin“. Innerhalb der vergangenen drei Wochen seien kaum Waffen geliefert worden.

8:40 Uhr: Wirbel um Berliner Autohändler: Er kritisiert die NATO an seinen Schaufenstern und wird angefeindet

Seit er seine großen Schaufenster des Autohauses in Pankow mit politischen Slogans zum Krieg beklebte, hat Bernd Quinque  nicht nur Freunde. Fremde werfen ihm vor, er sei ein Putin-Versteher. Lesen Sie hier die ganze Geschichte>>

7:33 Uhr: Russland: Mehr als zehn Verfahren wegen angeblicher Falschinformationen zum Krieg

Russlands oberste Ermittlungsbehörde führt bereits mehr als zehn Strafverfahren wegen angeblicher Falschinformationen über die russischen Streitkräfte. Das sagte Behördenchef Alexander Bastrykin der Agentur Tass in Moskau.

Er nannte es sehr angemessen, dass die strafrechtliche Verantwortung verschärft worden sei. Die strengen Strafen sollten „unrichtige Informationen und deren negativen Einfluss auf ein breites Publikum minimieren“.

Im Zusammenhang mit dem Angriff auf die Ukraine hat Russland Strafen von bis zu 15 Jahren Haft eingeführt für Aussagen, die nicht der offiziellen Sprachregelung zum Einsatz der Armee folgen oder angeblich die Streitkräfte diffamieren. Der Krieg muss in Russland als „militärische Spezialoperation“ bezeichnet werden.

5:37 Uhr: Separatisten melden Beschuss durch ukrainische Armee

Die ukrainische Armee soll nach Angaben von Vertretern der Separatisten die Kleinstadt Solote im Gebiet Luhansk mit Artillerie beschossen haben. Dabei sei ein Wohnhaus beschädigt und ein Schuppen zerstört worden, teilte ein Vertreter der „Volksrepublik“ Luhansk am Freitagmorgen auf Telegram mit. Vier Granaten des Kalibers 122mm seien auf das Haus abgefeuert worden. Die Angaben konnten nicht unabhängig geprüft werden.

4:41 Uhr: Kiew meldet den Abzug russischer Verbände nach hohen Truppenverlusten

Im Nordosten des Landes sollen sich nach Angaben des ukrainischen Generalstabs russische Truppen nach hohen Verlusten teilweise zurückgezogen haben. Man beobachte den Rückzug bestimmter russischer Einheiten hinter die russische Grenze nach dem Verlust von mehr als der Hälfte des Personals. Die Angaben sind nicht unabhängig zu prüfen.

Eine mutmaßlich russische Panzerkolonne auf einer Autobahn in der Region Mariupol. Maximilian Clarke/SOPA Images via ZUMA Press Wire/dpa

3:30 Uhr: Raketenangriffe bei Dnipro

Ukrainischen Angaben nach feuerten russische Kräfte in der Nacht zu Freitag zweimal Raketen auf eine Militäreinheit nahe der Stadt Dnipro ab. Die Gebäude der ukrainischen Einheit seien dabei erheblich beschädigt worden und zwei Brände ausgebrochen, teilte die regionale Militärverwaltung auf Facebook mit. Dnipro liegt im Zentrum der Ukraine und ist bislang von Angriffen weitgehend verschont geblieben.

23:40 Uhr: 3300 Menschen aus Gebieten mit aktiven Kampfhandlungen evakuiert

In der Ukraine sind im Laufe des Tages mehr als 3300 Menschen aus Gebieten mit aktiven Kampfhandlungen evakuiert worden. Das teilte die Vizeregierungschefin Iryna Wereschtschuk in ihrer allabendlichen Videobotschaft zum Stand der Fluchtkorridore am Donnerstagabend mit. Der Großteil von ihnen, rund 2700 Personen, habe aus der Hafenstadt Mariupol kommend mit privaten Transportmitteln die Großstadt Saporischschja erreicht.

Ein Konvoi mit humanitärer Hilfe und Bussen zur Evakuierung in die heftig umkämpfte Hafenstadt sei den dritten Tag infolge nicht durchgelassen worden. Bislang werden Evakuierungswillige in mehreren Orten rund um Mariupol abgeholt. Aus drei Dörfern bei der Hauptstadt Kiew habe man rund 500 Menschen holen können, sagte Wereschtschuk weiter.

22:45 Uhr: Ukraine-Krieg: Altkanzler Schröder spricht von politischem Versagen

Altkanzler Gerhard Schröder (SPD) hat sich öffentlich zum russischen Angriffskrieg in der Ukraine geäußert. Aus seiner Sicht hat „politisches Versagen“ zu diesem Krieg geführt. Seit dem Fall der Berliner Mauer und dem Ende der Bipolarität zwischen der Sowjetunion und den USA „haben wir keine Sicherheitsarchitektur geschaffen, die diese veränderte Situation widerspiegelt“, sagte der SPD-Politiker am Donnerstag bei einer Konferenz im türkischen Kocaeli.

21:35 Uhr: Russland weist Spekulationen über Verteidigungsminister zurück

Die russische Regierung hat Spekulationen über die lange Abwesenheit von Verteidigungsminister Sergej Schoigu in der Öffentlichkeit zurückgewiesen. „Der Verteidigungsminister hat im Moment viel zu tun“, so  Kreml-Sprecher Dmitri Peskow am Donnerstag vor Journalisten. Später teilte Peskow russischen Nachrichtenagenturen mit, Schoigu habe während einer Sitzung des Sicherheitsrats Präsident Wladimir Putin über den Verlauf des Militäreinsatzes in der Ukraine informiert.

Am Abend hieß es dann in einer Erklärung des Verteidigungsministeriums, Schoigu habe mit seinem armenischen Kollegen Suren Papikjan telefoniert. Sie hätten über die „aktuelle Lage in der Region und den Gebieten gesprochen, in denen die russischen Friedenstruppen in Berg Karabach ihre Pflicht erfüllen“.

Der Verteidigungsminister (66) ist normalerweise regelmäßig in den Sendungen des Staatsfernsehens zu sehen. Doch seit dem 11. März hat er laut Medien keine öffentlichen Termine mehr wahrgenommen.

21.20 Uhr: Nato will keine Panzer oder Flugzeuge an Ukraine liefern

Die 30 Nato-Staaten wollen trotz eindringlicher Appelle des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj keine Panzer oder Flugzeuge für den Kampf gegen die russischen Angreifer liefern. „Es gibt eine Grenze, die darin besteht, nicht Kriegspartei zu werden“, sagte der französische Präsident Emmanuel Macron am Donnerstag nach einem Sondergipfel des Bündnisses zum Ukraine-Konflikt in Brüssel. Diese Grenze werde von allen Alliierten geteilt und deswegen liefere bislang niemand Panzer und Flugzeuge. Zur Verfügung gestellt würden dagegen weiter Boden-Luft-Raketen und Panzerabwehrwaffen.

Auch der deutsche Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) machte der Ukraine keine Hoffnungen auf die Lieferung schwerer Waffen. Er sagte bei einer Pressekonferenz lediglich, dass jeden Tag neu geprüft werde, welche Entscheidungen man diesbezüglich treffen wolle.

21:10 Uhr: US-Präsident: Russland wegen des Angriffskriegs aus G20 ausschließen

US-Präsident Joe Biden hat sich angesichts des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine für einen Ausschluss Moskaus aus der Gruppe der G20 ausgesprochen. „Ich habe diese Frage heute angesprochen, aber die Entscheidung liegt bei den G20“, sagte Biden am Donnerstag nach einem Nato-Sondergipfel sowie einem G7-Treffen in Brüssel vor Journalisten. Die russische Armee warnte er erneut vor einem Einsatz chemischer Waffen in der Ukraine.

In ihrer Abschlusserklärung hatten die G7-Staats- und Regierungschefs alle internationalen Organisationen aufgerufen, ihre Beziehungen zu Russland auf den Prüfstand zu stellen.

20:55 Uhr: Kanada will Europa mit Öl-Exporten unterstützen

Vor dem Hintergrund des Ukraine-Kriegs will Kanada seine Öl-Exporte um etwa fünf Prozent erhöhen, damit seine europäischen Verbündeten schneller weg von russischen Energielieferungen kommen. Ottawa reagiere auf die „Hilfegesuche von Verbündeten, die aufgrund des Konflikts in der Ukraine mit Engpässen zu kämpfen haben“, sagte der zuständige Minister Jonathan Wilkinson am Donnerstag. „Kanada ist in einer einzigartigen Position, um zu helfen.“

In diesem Jahr „hat die kanadische Industrie die Fähigkeit, ihre Öl- und Gasexporte schrittweise um etwa 300.000 Barrel pro Tag zu erhöhen, um russisches Öl und Gas zu ersetzen“, erklärte Wilkinson weiter. Kanada ist der viertgrößte Ölproduzent der Welt.

20:0o Uhr: Russland und Ukraine tauschen Kriegsgefangene aus

Russland und die Ukraine haben nach Angaben beider Seiten Kriegsgefangene ausgetauscht. „Im Austausch für zehn gefangene Besatzer haben wir zehn unserer Soldaten zurückbekommen“, teilte die ukrainische Vize-Regierungschefin Iryna Wereschtschuk am Donnerstag auf Facebook mit. Es habe sich um den „ersten echten Austausch von Kriegsgefangenen“ seit Beginn des russischen Einmarsches vor einem Monat gehandelt.

Darüber hinaus wurden demnach elf russische zivile Seeleute, die von einem Schiff gerettet worden waren, das im Schwarzen Meer in der Nähe von Odessa gesunken war, nach Russland geschickt. Im Austausch seien 19 Seeleute, die von den Russen gefangen genommen worden waren, in die Ukraine zurückgekehrt.

Der Kreml bestätigte den Gefangenenaustausch am Abend, auch die Zahl der freigelassenen Kriegsgefangenen.

19:50 Uhr: Biden: Maßnahmen gegen Russland brauchen langen Atem

US-Präsident Joe Biden hat an die westlichen Verbündeten appelliert, im Konflikt mit Kremlchef Wladimir Putin wegen des Angriffskriegs auf die Ukraine einen langen Atem zu beweisen. Die Maßnahmen gegen Russland müssten aufrecht erhalten werden, sagte Biden am Donnerstag in Brüssel. „Nicht nur im nächsten Monat, dem folgenden Monat, sondern für den Rest des Jahres. Das ist es, was ihn stoppen wird.“ Es gehe um „das Verstärken des Schmerzes“. Putin dürfe nicht denken, dass die Verbündeten innerhalb von ein, zwei Monaten auseinander dividiert würden. „Das Wichtigste ist, dass wir geeint bleiben.“ Biden ist in Brüssel, um dort an Gipfeln der Nato, der EU und der G7 zum Ukraine-Krieg teilzunehmen.

16:39 Uhr: Gouverneur: Sechs Zivilisten bei russischen Angriffen in Charkiw getötet

Im schwer umkämpften Charkiw sind ukrainischen Behördenangaben zufolge sechs Zivilisten bei russischen Angriffen getötet und 15 weitere verletzt worden. Die russischen Streitkräfte hätten mit „Langstreckenwaffen“ ein Postamt bombardiert, berichtete der Gouverneur der Region, Oleg Synjegubow, am Donnerstag im dem Messengerdienst Telegram.

Auch aus dem Vorort Irpin im Nordwesten der Hauptstadt Kiew, aus dem die russischen Angreifer nach ukrainischen Angaben zuletzt wieder zurückgedrängt werden konnten, wurden am Donnerstag schwere Gefechte gemeldet.

15:04 Uhr: Nato will Ukraine beim Schutz vor Biowaffen-Angriff helfen

Die Nato will die Ukraine im Krieg gegen Russland mit weiterer Ausrüstung zum Schutz vor biologischen und chemischen Angriffen unterstützen. Die 30 Bündnisstaaten hätten bei ihrem Sondergipfel in Brüssel entschieden, weitere Hilfe zu leisten, damit die Ukraine ihr Grundrecht auf Selbstverteidigung ausüben könne, sagte Generalsekretär Jens Stoltenberg am Donnerstag in Brüssel. Dies beinhalte Hilfe bei der Cybersicherheit sowie Ausrüstung zum Schutz vor biologischen, chemischen, radiologischen und nuklearen Bedrohungen. Darunter könne das Erkennen, der Schutz, medizinische Hilfsmittel sowie Training zur Dekontaminierung sein.

In der Abschlusserklärung des Gipfels heißt es: „Jegliche Verwendung chemischer oder biologischer Waffen durch Russland wäre inakzeptabel und würde schwerwiegende Konsequenzen nach sich ziehen.“

14:55 Uhr: 100 Jahre alte Holocaust-Überlebende aus Kiew gerettet

Eine 100 Jahre alte Holocaust-Überlebende ist nach israelischen Angaben aus der umkämpften Hauptstadt Kiew gerettet worden. Die Aktion wurde von dem israelischen Rettungsdienst Zaka organisiert, wie ein Sprecher der Organisation am Donnerstag bestätigte. Die Frau namens Doba Huberhryz sei nun in Moldawien und solle mit einem Ambulanz-Flug nach Israel gebracht werden.

Nachman Dickstein, Vize-Chef von Zaka Ukraine, beschrieb den Einsatz im Gespräch mit dem Sender 103FM als „absoluten Gipfel“. Er habe mitten in der Nacht einen Anruf aus Israel erhalten: „Nachman, Du musst sie rausholen.“ Daraufhin hätten Zaka-Mitarbeiter gemeinsam mit anderen Helfern einen Krankenwagen organisiert, mit dem die Frau aus Kiew nach Moldawien gebracht worden sei.

Dickstein, der sie an der Grenze im Empfang nahm, sagte: „Innerhalb von zwei Stunden hat sie 100 Jahre ihres Lebens in einen einzigen Koffer gepackt.“ Geboren wurde Huberhryz am 3. Oktober 1921 in Orichiw im Gebiet Saporischschja. Während des Zweiten Weltkriegs sei sie aus der Ukraine nach Taschkent geflohen, danach sei die Familie nach Kiew zurückgekehrt. Dass nun wieder Krieg herrsche, sei besonders schlimm für die alleinstehende Frau.

Als er ihr bei der Ankunft in Moldawien sagte, sie könne nun ohne Warnsirenen in Ruhe schlafen, habe sie Tränen der Erleichterung in den Augen gehabt. Eine Rückkehr in ihre Heimat könne sie sich nicht vorstellen. „Sie will jetzt nur noch nach Israel kommen.“

14:01 Uhr: CNN: Hunderte Leichen russischer Soldaten bleiben einfach liegen

In der Ukraine bleiben eine Vielzahl gefallener russischer Soldaten einem Bericht des US-Senders CNN zufolge einfach liegen. Das berichtete der Sender am Mittwoch (Ortszeit). Der Gouverneur der Region um die umkämpfte Stadt Mykolajiw, Witalij Kim, rief demnach in einer Ansprache am Samstag die Einwohner auf, bei der Bergung zu helfen und die Leichen in Säcke zu legen. Er habe von „Hunderten“ Leichen gesprochen, die alleine in seiner Region lägen und jetzt mit der Schneeschmelze und den ersten warmen Tagen sichtbar würden, so der Sender. „Wir sind doch keine Bestien, oder?“, schrieb Kim demnach.

Mykolajiw im Südosten der Ukraine gehörte zu den ersten regionalen Hauptstädten, die seit Beginn der russischen Invasion am 24. Februar angegriffen wurden. Die ukrainische Regierung wartet dem Bericht zufolge immer noch darauf, von den russischen Behörden zu erfahren, wie die Leichen nach Russland gebracht werden sollen. Viele der russischen Soldaten hätten keine Dokumente bei sich geführt, hieß es.

14:01 Uhr: Papst: Erhöhung der Militärausgaben einiger Staaten ist „Irrsinn“

Papst Franziskus hat das Vorhaben einiger Länder, ihre Militärausgaben zu erhöhen, kritisiert. Er habe sich geschämt, als er gelesen habe, dass eine Gruppe von Staaten zugesagt habe, zwei Prozent ihres Bruttoinlandsproduktes für den Kauf von Waffen auszugeben als Antwort auf das, was gerade passiert, sagte das Oberhaupt der katholischen Kirche bei einem Empfang von Mitgliedern des italienischen Frauen-Zentrums am Donnerstag im Vatikan. „Irrsinn“, befand er. Weitere Waffen, Sanktionen und politisch-militärische Bündnisse sind dem 85-Jährigen zufolge nicht die richtige Antwort.

Laut Franziskus ist eine andere Art des Regierens nötig, bei dem man nicht wie jetzt „die Zähne zeigt“. Am Freitag will der Pontifex angesichts des laufenden Krieges Russland und die Ukraine in einer Kirchenfeier dem Unbefleckten Herzens Mariens weihen. Der seltene Weiheakt ist ein Friedenszeichen und symbolisch wichtig. Der Vatikan, der in dem Konflikt vermitteln will, zeigt damit auch seine neutrale Position.

13:03 Uhr: Kinder mit Phosphorbomben getötet?

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj warf der russischen Armee den Einsatz von Phosphorbomben in der Ukraine vor. „Heute Morgen wurden russische Phosphorbomben eingesetzt, es wurden erneut Erwachsene und Kinder getötet“, sagte er. Es hatte zuvor Berichte aus der Region Luhansk und dem Kiewer Vorort Irpin über den mutmaßlichen Einsatz von Phosphorwaffen gegeben.

12:36 Uhr:  Selenskyj: Ukraine hat bei Nato 200 Panzer angefordert

Die Ukraine hat bei der Nato mindestens 200 Panzer angefordert. „Sie haben mehr als 20.000 Panzer. Die Ukraine hat um ein Prozent gebeten“, sagte Präsident Wolodymyr Selenskyj am Donnerstag bei einer Videoschalte zum außerordentlichen Nato-Gipfel in Brüssel. Kiew würde sie auch kaufen. „Wir haben bisher keine klare Antwort“, meinte der 44-Jährige. Ähnlich sehe es bei den angeforderten Flugzeugen und Abwehrsystemen für Raketen aus. Brüssel würde keine deutlichen Antworten geben.

Die Ukraine hatte vor dem Kriegsbeginn vor vier Wochen internationalen Experten zufolge mehr als 900 Panzer und über 1200 Schützenpanzerwagen. Moskau will davon bereits mehr als 1500 zerstört haben. Kiew machte bisher keine Angaben zu eigenen Verlusten an Militärgerät.

9:47 Uhr: Russland liefert weiter Gas für Transit über Ukraine

Auch einen Monat nach Kriegsbeginn liefert Russland eigenen Angaben zufolge weiter in großem Umfang Gas für den Transit durch die Ukraine. Gemäß den Bestellungen europäischer Kunden würden am Donnerstag 104 Millionen Kubikmeter durch das Leitungssystem des Nachbarlandes gepumpt, sagte der Sprecher des Energieriesen Gazprom, Sergej Kuprijanow, der Agentur Interfax zufolge. Die vertraglich mögliche maximale Auslastung liegt bei 109 Millionen Kubikmetern Gas pro Tag. Die Ukraine bezieht aus dem Transit des russischen Gases für den eigenen Staatshaushalt wichtige Durchleitungsgebühren.

8:50 Uhr: Ukrainische Marine: Russisches Schiff am Hafen von Berdjansk zerstört

Am Hafen der südukrainischen Stadt Berdjansk ist es am Donnerstagmorgen zu heftigen Explosionen gekommen. Die ukrainische Zeitung „Ukrajinska Prawda“ veröffentlichte auf ihrem Online-Portal Bilder, auf denen meterhohe Flammen und eine riesige Rauchsäule zu sehen sind. Laut ukrainischer Marine soll ein russisches Landungsschiff zerstört worden sein, wie die Agentur Unian meldete. Es soll zur Schwarzmeerflotte gehört haben. Von russischer Seite gab es zunächst keine Angaben, unabhängig überprüfen ließen sich die Berichte nicht.

In sozialen Medien war zudem die Rede davon, dass ein Munitionsdepot und ein Treibstofftank in dem von russischen Kräften besetzten Hafen am Asowschen Meer zerstört worden seien. Über Opfer wurde zunächst nichts bekannt.

7:52 Uhr: Unicef-Chef: Jede Sekunde flieht ein Kind aus der Ukraine

Das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen Unicef hat den Krieg in der Ukraine als größte Katastrophe für Kinder in Europa seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs bezeichnet. „Jede Sekunde flieht ein Kind“, sagte der deutsche Unicef-Geschäftsführer Christian Schneider der „Augsburger Allgemeinen“ (Donnerstag). Mehr als 1,5 Millionen Jungen und Mädchen seien bereits in die Nachbarländer geflohen, während unzählige in den umkämpften Städten um ihr Leben fürchten müssten.

„Es wird schon jetzt Jahre dauern, um die tiefen Wunden in den Seelen der Kinder aufzuarbeiten“, sagte Schneider. „Sie sind die Hauptleidtragenden dieses Krieges.“ Jeden Tag würden Mädchen und Jungen verwundet oder getötet und Schulen und Gesundheitseinrichtungen getroffen. Selbst an Orten, an denen Kinder und ihre Familie Schutz suchten, seien sie nicht sicher. „Die Kinder sind erschöpft, viele stehen unter Schock und sind traumatisiert“, erklärte er. Der Krieg sei eine Katastrophe für die Kinder.

Eine nicht detonierte Seemine auf einer Straße in der umkämpften Hafenstadt Mariupol. Maximilian Clarke/SOPA Images via ZUMA Press Wire/dpa

6:58 Uhr: Russland verlängert Sperrung von Flughäfen nahe der Ukraine

Russland beschränkt weiterhin seinen zivilen Flugverkehr an der Grenze zum Kriegsgebiet Ukraine. Die seit dem 24. Februar geltende Sperrung von elf Flughäfen der Region wurde bis zum 1. April verlängert. Das teilte die Aufsichtsbehörde Rosawiazija der Agentur Interfax zufolge am Donnerstag in Moskau mit. An der Schwarzmeerküste sei weiter nur der Flughafen Sotschi in Betrieb. Gesperrt sind unter anderem Simferopol auf der Krim und der internationale Flughafen von Rostow am Don. Onlinetracker von Flugbewegungen zeigen seit Kriegsausbruch, dass der Luftraum im russischen Südwesten umflogen wird. Russland hatte vor genau einem Monat am 24. Februar die benachbarte Ukraine überfallen.

5:05 Uhr: Russische Truppen vor Kiew aufgehalten

Die russischen Einheiten greifen nach Angaben des ukrainischen Militärs weiter zahlreiche Städte und Gebiete an, sind aber bei Kiew am Vorrücken gehindert worden. Beim östlichen Kiewer Vorort Browary seien russische Truppen gestoppt worden, teilte der ukrainische Generalstab mit. Es sei ihnen auch nicht gelungen, ukrainische Verteidigungsstellungen zu durchbrechen, um den nordwestlichen Rand der Hauptstadt zu erreichen. Im Gegenteil sind nach Einschätzung des britischen Geheimdienstes ukrainische Truppen im Nordwesten von Kiew zu erfolgreichen Gegenangriffen übergegangen.

Im Gebiet Donezk im Osten stand nach Kiewer Angaben die überwiegende Mehrheit ukrainischer Einheiten unter Beschuss. Russische Truppen wollten dort die Orte Werchnoterezke, Marjinka und weiterhin die hart umkämpfte Großstadt Mariupol einnehmen. Die Berichte aus den Kampfzonen lassen sich aber weiterhin nicht unabhängig überprüfen.

4:35 Uhr: Appell von Selenskyj zu weltweiten Anti-Kriegs-Demos

Genau einen Monat nach dem russischen Angriff auf die Ukraine hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj die Menschen weltweit zu Protesten gegen den Krieg aufgerufen. „Kommen Sie im Namen des Friedens, kommen Sie mit ukrainischen Symbolen, um die Ukraine, die Freiheit und das Leben zu unterstützen!“, sagte Selenskyj in einer Videoansprache in der Nacht zu Donnerstag.

„Kommen Sie aus Ihren Büros, Ihren Wohnungen, Ihren Schulen und Universitäten!“, sagte Selenskyj in seinem Aufruf zu weltweiten Protesten. Der Krieg ziele nicht nur auf die Ukraine, sondern Russland versuche, die Freiheit aller Menschen in Europa und der Welt zunichte zu machen, sagte er. Moskau versuche zu zeigen, „dass nur grobe und grausame Gewalt zählt“.

Der Präsident in Kiew wandte sich ein weiteres Mal auf Russisch an die Bürger Russlands. Er sei überzeugt, dass es dort viele Menschen gebe, denen schon „schlecht sei“ von den „Lügen der Propagandisten“. Die Ukraine habe nie die Sicherheit der Russischen Föderation bedroht, und Kiew tue alles, um den Krieg zu beenden.

00:05 Uhr:  4500 Menschen aus belagerten und umkämpften Städten evakuiert

In der Ukraine sind im Laufe des Tages mehr als 4500 Menschen aus belagerten und umkämpften Städten evakuiert worden. Das teilte der stellvertretende Leiter des ukrainischen Präsidialamtes, Kyrylo Tymoschenko, am Mittwochabend (Ortszeit) auf Telegram mit. Der Großteil von ihnen, fast 3000 Menschen, habe aus der Hafenstadt Mariupol kommend mit privaten Transportmitteln die Großstadt Saporischschja erreicht.

Weitere Evakuierungen habe es zudem aus dem Ort Huljajpole, dem Gebiet Luhansk und drei Dörfern im Gebiet Kiew gegeben. Laut Vizeregierungschefin Iryna Wereschtschuk hätten sieben von neun geplanten Korridoren funktioniert. Bei zwei Fluchtwegen seien Autobusse von russischen Einheiten an Kontrollpunkten aufgehalten worden, sagte sie in einer Videobotschaft. Die Angaben konnten zunächst nicht unabhängig geprüft werden.

23:25 Uhr: Zugang zu Google News in Russland eingeschränkt

Die russische Medienaufsichtsbehörde hat den Zugang zu Google News eingeschränkt. Die Entscheidung sei auf einen Antrag der russischen Generalstaatsanwaltschaft hin erfolgt, teilte die Behörde Roskomnadsor am Mittwoch laut russischen Nachrichtenagenturen mit. Google News habe „Zugang zu zahlreichen Publikationen und Materialien geboten, die falsche Informationen“ über den Verlauf von Russlands „besonderem Militäreinsatz auf ukrainischem Gebiet enthielten“, hieß es in der Mitteilung.

Seit dem Beginn des Militäreinsatzes in der Ukraine vor einem Monat haben die russischen Behörden den Zugang zu Online-Medien massiv eingeschränkt. Gesperrt wurde unter anderem die Website der BBC. In dieser Woche verhängte ein Gericht in Moskau ein Verbot gegen die Onlinedienste Facebook und Instagram. Auch der Zugang zu Twitter ist in Russland eingeschränkt.

23:05 Uhr: Pentagon: Weiterhin keine russische Lufthoheit in Ukraine-Krieg

Die russischen Streitkräfte haben nach einer Einschätzung aus dem US-Verteidigungsministerium auch rund einen Monat nach Kriegsbeginn nicht die Lufthoheit in der Ukraine erobert. Der Luftraum sei weiterhin umkämpft, sagte ein hochrangiger Pentagon-Vertreter am Mittwoch in einem Telefonbriefing mit Journalisten. Die USA und ihre Verbündeten arbeiteten daran, den Ukrainern mehr Luftabwehrsysteme mit großer Reichweite zu beschaffen. Die derzeit vorhandenen Systeme setzten die Ukrainer „sehr effektiv“ ein. Das sei ein Grund dafür, „warum wir ein ziemlich risikoscheues Verhalten einiger russischer Piloten beobachten“.

Der Pentagon-Mitarbeiter sagte, ukrainischen Truppen sei es gelungen, die russischen Angreifer östlich und nordöstlich der Hauptstadt Kiew zurückzudrängen. In einigen umkämpften Gegenden gelinge den Ukrainern nicht nur die Verteidigung, sie gingen sogar in die Offensive gegen die russischen Truppen. „Im Fall von Kiew zwingen sie sie im Grunde in eine defensive Position.“ Der Fokus der russischen Streitkräfte scheine derzeit auf dem Osten der Ukraine zu liegen.

22:55 Uhr: Russland scheitert im UN-Sicherheitsrat

Russland ist mit einer eigenen humanitären Resolution zum Ukraine-Konflikt im Sicherheitsrat wie erwartet gescheitert. Moskau bekam für seine Beschlussvorlage am Mittwoch nicht die benötigten neun Ja-Stimmen des 15-köpfigen UN-Gremiums. Nur China stimmte mit Russland im mächtigsten Rat der Vereinten Nationen für den Text, die übrigen 13 Länder enthielten sich. 

Da Russland der Aggressor in dem Konflikt ist, hatten vor allem westliche Staaten das Einbringen einer humanitären Resolution durch das Land als „zynisch“ oder als „Beleidigung“ bezeichnet.

22:30 Uhr: EU-Ratschef Michel wirft Russland Kriegsverbrechen vor

EU-Ratschef Charles Michel hat Russland vorgeworfen, in der Ukraine Kriegsverbrechen zu begehen. „Mit dem Fortschreiten des Kriegs beobachten wir, dass Russland zunehmend die Zivilbevölkerung angreift und Krankenhäuser, Schulen und Unterkünfte ins Visier nimmt“, schrieb der Belgier am Mittwochabend in seinem Einladungsschreiben für den anstehenden EU-Gipfel in Brüssel. „Diese Kriegsverbrechen müssen sofort aufhören.“

Zuvor hatte bereits die US-Regierung am Mittwoch russischen Truppen in der Ukraine erstmals offiziell Kriegsverbrechen vorgeworfen. Auch Michel hatte vergangene Woche bereits gesagt, dass in der Ukraine sicherlich Kriegsverbrechen begangen würden.

22:05 Uhr: Russische Journalistin Oxana Baulina bei Raketenangriff in der Ukraine getötet

Bei einem russischen Raketenangriff auf ein Wohngebiet in Kiew ist am Mittwoch eine russische Journalistin getötet worden. Oxana Baulina habe gerade die durch einen vorherigen Angriffs verursachte Zerstörung gefilmt, als sie durch eine Rakete gestorben sei, teilte das unabhängige Online-Medium „The Insider“ mit, für das sie arbeitete. Bei dem Angriff starb demnach ein weiterer Zivilist, zwei Begleiter der Journalistin wurden verletzt.

Bevor sie für „The Insider“ arbeitete, hatte Baulina in Russland für die Anti-Korruptions-Stiftung des Kreml-Kritikers Alexej Nawalny gearbeitet. Als diese von den Behörden als „terroristische Organisation“ eingestuft wurde, war die Journalistin gezwungen, Russland zu verlassen. Für „The Insider“ arbeitete sie weiter zum Thema Korruption und ging dann als Korrespondentin in die Ukraine, wo sie seit Kriegsbeginn aus Kiew und Lwiw berichtete

Die russische Journalistin Oksana Baulina wurde bei einem russischen Raketenangriff in der Ukraine getötet (hier auf einem Archivfoto aus dem Jahr 2017). AP/dpa/Pavel Golovkin

21:45 Uhr: Scholz telefonierte mit Putin und Selenskyj

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hat am Mittwoch erneut mit Russlands Präsident Wladimir Putin telefoniert. Scholz habe sich über den aktuellen Stand der Bemühungen von Russland und der Ukraine um eine diplomatische Lösung informiert, teilte Regierungssprecher Steffen Hebestreit am Abend in Berlin mit. Zudem habe Scholz darauf gedrungen, „dass es so schnell wie möglich zu einem Waffenstillstand und zu einer Verbesserung der humanitären Lage kommt“.

Im Anschluss telefonierte Scholz den Angaben zufolge mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj, um sich über dessen Einschätzung der aktuellen Lage und des Verhandlungsprozesses zu informieren.

20:55 Uhr: Nato-Einschätzung: Es starben zwischen 7000 und 15.000 russische Soldaten

Nach Einschätzung der Nato sind in der Ukraine bislang zwischen 7000 und 15 000 russische Soldaten getötet worden. Grundlage der Zahlen seien Angaben der Ukrainer, in Russland verbreitete Informationen sowie nachrichtendienstliche Erkenntnisse, sagte ein ranghoher Militär, der anonym bleiben möchte, am Mittwoch. Auf jeden getöteten Soldaten könnten zudem noch je drei Verletzte kommen. Das zeigten die Statistiken früherer Konflikte. Zum Vergleich: Die Zahl der im Afghanistan-Krieg zwischen 1979 und 1989 getöteten Russen wird insgesamt mit etwa 15 000 angegeben.

Die kremlnahe russische Zeitung „Komsomolskaja Prawda“ hatte am Sonntag hohe Zahlen angeblich in der Ukraine getöteter Russen veröffentlicht - und später wieder gelöscht. In einem Online-Artikel war unter Berufung auf das Verteidigungsministerium die Rede von 9861 russischen Soldaten, die seit Beginn des Kriegs gestorben sein sollen, wie aus einer archivierten Version des Textes hervorgeht. Das wären deutlich mehr als die 498 Toten, die Moskau bislang offiziell bestätigt hat.

20:45 Uhr: Zusätzliche Militärhilfen für die Ukraine

Vor ihrem Sondergipfel zum Ukraine-Krieg hat die Nato zusätzliche Militärhilfen für die Regierung in Kiew sowie eine Verdopplung ihrer Gefechtseinheiten an der Ostflanke angekündigt. Die Mitgliedstaaten wollten der Ukraine weitere Militärausrüstung zur Verfügung stellen, um sich gegen mögliche russische Angriffe mit Massenvernichtungswaffen verteidigen zu können, sagte Bündnis-Generalsekretär Jens Stoltenberg am Mittwoch.

Nach UN-Angaben wurden seit Beginn des russischen Angriffskriegs in der Ukraine vor einem Monat bereits tausende Menschen getötet. Verheerend bleibt die Lage insbesondere in der eingeschlossenen Hafenstadt Mariupol.

Laut Stoltenberg wollen die Staats- und Regierungschefs auf dem Nato-Sondergipfel am Donnerstag in Brüssel neue Battlegroups für die Mitgliedsländer Rumänien, Bulgarien, Ungarn und die Slowakei beschließen. Bisher gibt es solche multinationalen Gefechtseinheiten in Polen und dem Baltikum. „Wir werden tun, was nötig ist, um alle unsere Verbündeten zu schützen und zu verteidigen.“

19:27 Uhr: Deutschland will 2000 Panzerfäuste und weitere Raketen an Ukraine liefern

Die Bundesregierung will weitere Waffen aus den Beständen der Bundeswehr an die Ukraine liefern. Das Bundesverteidigungsministerium wolle 2000 weitere Panzerfäuste zur Verfügung stellen und habe den Bundessicherheitsrat um eine Genehmigung zur Ausfuhr gebeten, erfuhr die Nachrichtenagentur AFP am Mittwoch aus Parlamentskreisen. Bundesaußenministerin Annalena Baerbock (Grüne) hatte zuvor im Bundestag angekündigt, es seien bereits weitere Lieferungen von Flugabwehrraketen des Typs Strela aus einstigen DDR-Beständen „auf dem Weg“ in die Ukraine.

18:21 Uhr: Russen-Gas nur gegen Rubel: Habeck wirft Putin Vertragsbruch vor

Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) hat Russlands Präsident Wladimir Putin wegen der Ankündigung, dass Gaslieferungen künftig in Rubel bezahlt werden müssen, einen Bruch von Verträgen vorgeworfen. Das sagte Habeck am Mittwoch in Berlin. Die Bundesregierung werde darüber nun mit europäischen Partnern beraten. Habeck machte deutlich, dies zeige einmal mehr, dass Russland kein stabiler Partner ist.

Putin hatte am Mittwoch die Regierung angewiesen, keine Zahlungen in Dollar oder Euro mehr zu akzeptieren. Die Lieferungen würden weiter in vollem Umfang gewährleistet, versicherte der Kremlchef in einer Videokonferenz der Regierung, die im Staatsfernsehen übertragen wurde. Eine Zahlung für russische Waren in Devisen habe ihren Sinn verloren. Betroffen sind demnach die von Russland auf einer schwarzen Liste festgehaltenen „unfreundlichen Staaten“ - dazu gehört auch Deutschland.

17:15 Uhr: Putin-Berater Tschubais tritt zurück

Mitten im Ukraine-Krieg hat der frühere russische Reformer Antoli Tschubais seinen Posten als Berater von Kreml-Chef Wladimir Putin aufgegeben. Tschubais sei „auf eigenen Wunsch“ zurückgetreten, sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow am Mittwoch der Nachrichtenagentur Ria Nowosti. Die Nachrichtenagentur Tass berichtete unter Berufung auf Tschubais' Umfeld, dieser habe das Land verlassen. Der 66-jährige Ex-Reformer wird dem liberalen politischen Spektrum in Russland zugerechnet.

Der Grund für Tschubais' Rücktritt wurde zunächst nicht bekannt. „Warum er zurückgetreten ist oder warum nicht - das ist seine persönliche Angelegenheit“, sagte Peskow. Tschubais gab keine Erklärung zu seiner Entscheidung ab. Der Ökonom Tschubais war nach dem Zerfall der Sowjetunion in den 90er Jahren für umfassende Wirtschaftsreformen und Privatisierungen in Russland verantwortlich. Die Reformen waren in der russischen Bevölkerung äußerst unpopulär. Auch Tschubais gilt bis heute als unbeliebt im Land.

16:35 Uhr: Weitere Militärhilfe aus Litauen für Ukraine

Die Ukraine hat weitere Militärhilfe aus Litauen für den Krieg gegen Russland erhalten. Dies teilte der litauische Verteidigungsminister Arvydas Anusauskas am Mittwoch auf Facebook mit. Zur Art der Waffen schrieb er nur: „Alles, was man für die Kriegsführung des 21. Jahrhunderts benötigt.“ Nähere Angaben machte er nicht. Das baltische EU- und Nato-Land hatte zuvor angekündigt, seine militärische Unterstützung zu verstärken.

Litauen hat nach eigenen Angaben seit Kriegsbeginn vor einem Monat der Ukraine humanitäre, medizinische und militärische Hilfe bereitgestellt. Die Regierung in Vilnius gibt grundsätzlich keine Informationen zu gelieferten Waffen bekannt.

15:49 Uhr: Chodorkowski: Sturz Putins nur mit Hilfe der russischen Armee möglich

Der Kreml-Kritiker und frühere Oligarch Michail Chodorkowski hält einen Sturz des russischen Präsidenten Wladimir Putin nur mit Hilfe der Armee des Landes für möglich. Chodorkowski sagte den Fernsehsendern RTL und ntv, es seien inmitten des Ukraine-Kriegs zwar „Erosionen im Mittelbau des Staatsapparates“ zu beobachten. Dies werde aber „in naher Zukunft“ nicht zu einem Regimewechsel führen.

„Es kann in Russland nur zu einem Aufstand kommen, wenn die Armee begreift, dass sie in der Ukraine verliert oder verloren hat“, sagte der im Exil lebende Chodorkowski weiter. „Dann wird Putin ein großes Problem mit der Armee haben. So war es bisher immer in der russischen Geschichte.“ Putin sei „kein Staatsoberhaupt eines regulären Staates“, sagte Chodorkowski. „Putin ist ein Bandit, ein Verbrecher.“

Der frühere Chef des russischen Ölkonzerns Yukos, der zwischen 2003 und 2013 in russischer Haft saß, rief den Westen zu weiteren Waffenlieferungen an die Ukraine auf. „Die Ukraine wird keinen Widerstand leisten können ohne regelmäßige Waffenlieferungen“, sagte Chodorkowski. „Putin weiß das, die Ukraine weiß das und ich hoffe sehr, dass auch die westlichen Entscheidungsträger das wissen und verstehen.“

15:49 Uhr: Nato will Ukraine bei Schutz vor Biowaffen-Angriff unterstützen

Die Nato will die Ukraine beim Schutz gegen einen möglichen Angriff Russlands mit chemischen oder biologischen Waffen helfen. Er erwarte, dass der Nato-Sondergipfel sich am Donnerstag darauf einigen werde, zusätzliche Unterstützung zu leisten, sagte Generalsekretär Jens Stoltenberg am Mittwoch in Brüssel. Darunter seien Ausrüstung zum Schutz vor chemischen, biologischen, radiologischen und nuklearen Bedrohungen sowie Hilfe bei der Cybersicherheit. Details wollte Stoltenberg nicht nennen.

Der Nato-Generalsekretär warnte Russland, dass der Gebrauch chemischer Waffen den Charakter des Kriegs völlig verändern würde und weitreichende Konsequenzen hätte. Man sei besorgt - auch, weil Russland chemische Waffen schon eingesetzt habe. „Wir sind entschlossen, alles zu tun, um die Ukraine zu unterstützen“, versicherte Stoltenberg. Ein Nato-Beitritt des Landes stehe derzeit jedoch nicht auf der Agenda.

14:46 Uhr: Biden sieht deutliche Vorzeichen für russischen Chemiewaffeneinsatz in der Ukraine

US-Präsident Joe Biden hat erneut vor einem möglichen russischen Einsatz von Chemiewaffen in der Ukraine gewarnt. „Ich denke, das ist eine echte Bedrohung“, sagte Biden am Mittwoch in Washington vor seinem Abflug nach Brüssel, wo er am Donnerstag an Gipfeln von Nato, G7 und EU teilnehmen wird.

Biden hatte bereits am Montag gewarnt, Russland könne in seinem Angriffskrieg gegen die Ukraine auch chemische oder biologische Kampfstoffe einsetzen. Die Russen würden „behaupten, dass die Ukraine biologische und chemische Waffen“ hat, sagte der US-Präsident. Das sei „ein klares Zeichen“ dafür, dass der russische Präsident Wladimir Putin „den Einsatz beider Waffen in Erwägung zieht“.

14:19 Uhr: Nato verdoppelt Gefechtseinheiten an der Ostflanke auf acht

Wegen des russischen Angriffs auf die Ukraine will die Nato doppelt so viele Gefechtseinheiten an die Ostflanke entsenden wie bisher. Bündnis-Generalsekretär Jens Stoltenberg sagte am Mittwoch in Brüssel, die Staats- und Regierungschefs wollten auf dem Sondergipfel am Donnerstag neue Battlegroups für die Mitgliedsländer Rumänien, Bulgarien, Ungarn und die Slowakei beschließen. Bisher gibt es solche multinationalen Einheiten in Polen und den drei Baltenstaaten.

13:49 Uhr: Putin: Russland akzeptiert für Gas-Lieferungen nach Europa nur noch Rubel

Russland akzeptiert Zahlungen für seine Gas-Lieferungen nach Europa künftig nicht mehr in Dollar oder Euro. Er habe entschieden, ein Maßnahmenpaket zur Zahlung in Rubel zu etablieren, sagte Staatschef Wladimir Putin am Mittwoch. Er sprach von Gas-Lieferungen in „feindliche Länder“ und damit in alle EU-Staaten und nannte eine Übergangsfrist von einer Woche.

13:18 Uhr: Ukraine: Verhandlungen mit Russland „ziemlich schwierig“

Die Gespräche zwischen der Ukraine und Russland über ein Ende der Kampfhandlungen gestalten sich nach Angaben beider Seiten kompliziert. „Die Verhandlungen sind ziemlich schwierig, weil die ukrainische Seite klare und grundsätzliche Positionen einnimmt“, sagte der ukrainische Verhandler Mychajlo Podoljak am Mittwoch örtlichen Medien zufolge. Staatschef Wolodymyr Selenskyj habe die Schlüsselfragen wiederholt deutlich gemacht. Auch Moskau sprach von schleppenden Verhandlungen. Der russische Außenminister Sergej Lawrow behauptete, die USA täten alles, um die Gespräche zu verzögern.

Die Ukraine fordert ein Ende der Kämpfe sowie einen Abzug der russischen Truppen. Moskau verlangt, dass Kiew die Separatistengebiete im Osten des Landes als unabhängige Staaten sowie die russische Herrschaft über die annektierte Halbinsel Krim anerkennt. Die Delegationen hatten sich mehrfach persönlich im Nachbarland Belarus getroffen. Mittlerweile wird in Videokonferenzen verhandelt.

12:19 Uhr: Ukrainische Polizei nimmt Arbeit in umkämpfter Stadt Irpin wieder auf

Die ukrainische Polizei hat nach eigenen Angaben ihre Arbeit in der umkämpften Kiewer Vorstadt Irpin wieder aufgenommen. „Die Gegend wird von Saboteuren gesäubert“, schrieb der ukrainische Polizeichef Ihor Klymenko am Mittwoch auf Facebook. „Aber die Hauptaufgabe ist, Zivilisten zu helfen und zu evakuieren, die immer noch in Irpin sind.“ Die Polizei helfe zudem Militäreinheiten, die Ordnung in der Stadt wiederherzustellen, die eigentlich etwa 60.000 Einwohner hat, schrieb Klymenko weiter.

Irpin ist seit Wochen Ziel russischer Angriffe. Einheiten Russlands hatten nach ukrainischen Angaben bis zu 30 Prozent der Stadt besetzt, die etwa 20 Kilometer nordwestlich vom Kiewer Stadtzentrum entfernt liegt. Die Mitteilung zur Polizeiarbeit soll nach Ansicht von Beobachtern nun zeigen, dass die ukrainischen Kräfte wieder weitgehend die Kontrolle zurückerlangt haben. Unabhängige Einschätzungen der Situation vor Ort gibt es nicht.

Die Kämpfe gehen aber weiter. „Die russischen Besatzer beschießen Irpin weiterhin gnadenlos“, schrieb Klymenko.

11.09 Uhr: Neun Fluchtkorridore geplant

Für die Rettung von Menschen aus umkämpften Städten und Dörfern in der Ukraine sind am Mittwoch nach Angaben aus Kiew insgesamt neun Fluchtkorridore vorgesehen.

So soll unter anderem die Evakuierung der unter Beschuss stehenden und belagerten Stadt Mariupol weitergehen. Laut Vizeregierungschefin Iryna Wereschtschuk stünden für die Fahrt in die südukrainische Großstadt Saporischschja rund zwei Dutzend Busse bereit. Auch aus den Orten Polohy und Huljajpole sind Fluchtkorridore nach Saporischschja geplant.

Nordöstlich der Hauptstadt Kiew sind drei Routen vorgesehen: Aus Welyka Dymerka, dem benachbarten Bohdaniwka und Switylnja sollen Menschen in die Kiewer Vorstadt Browary gebracht werden, aus Borodjanka nordwestlich der Hauptstadt ist eine Evakuierung ins südlich gelegene Bila Zerkwa geplant. Schließlich soll es zwei Fluchtkorridore im ostukrainischen Gebiet Luhansk geben, von Rubischne sowie Nyschnje jeweils nach Bachmut.

09.50 Uhr: Russland will Mariupol unbedingt einnehmen

Seit Tagen steht Mariupol unter dem Beschuss der russischen Arme. Die Stadt am Schwarzen Meer, die bereits im Zuge der Krim-Annexion von prorussischen Separatisten eingenommen werden sollte, ist für Putin strategisch enorm wichtig. Mit einer Eroberung will Russland nach eigenen Angaben eine sichere Landverbindung auf die annektierte Schwarzmeer-Halbinsel Krim schaffen.

Immer wieder versuchen Menschen Mariupol zu verlassen. Die Russische Armee hat weite Teile der Stadt in Schutt und Asche gelegt. dpa/Maximilian Clarke

Sobald das russische Militär die wichtige Fernstraße M14 unter Kontrolle habe, sei die Krim wieder zuverlässig über einen Transportkorridor mit den ostukrainischen Separatistengebieten Donzek und Luhansk verbunden, sagte der stellvertretende Beauftragte von Präsident Wladimir Putin für den Föderationskreis Südrussland, Kirill Stepanow, der Staatsagentur Ria Nowosti.

08.55 Uhr: Feuerpause für Luhansk vereinbart

Für die ostukrainische Region Luhansk ist nach Angaben des zuständigen Gouverneurs eine Feuerpause vereinbart worden. Sie solle seit 09.00 Uhr Ortszeit (08.00 Uhr MEZ) gelten, erklärt Serhij Gaidaj auf dem Messengerdienst Telegram. Ob diese Feuerpause auch eingehalten wird, dürfte mit Spannung erwartet werden.

Ziel sei es, durch die Kämpfe eingeschlossene Zivilisten in Sicherheit zu bringen.

08.01 Uhr: Ukraine vermeldet 121 getötete Kinder

Die ukrainische Generalstaatsanwaltschaft hat seit Beginn der russischen Invasion 121 getötete Kinder gezählt. Das teilt sie auf Telegram mit. Zudem seien 167 Kinder verletzt worden. Unabhängig überprüft wurden diese Zahlen bislang noch nicht. Die letzte unabhängig bestätigte Zahl kommt vom Hohen Kommissar für Menschenrechte bei den Vereinten Nationen. Der ging von 78 getöteten Kindern aus.

06:50 Uhr: Russland soll humanitäre Helfer gefangen nehmen

Die Vorwürfe sind schwer und sie prangern einmal mehr Kriegsverbrechen an. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat Russland die Blockade eines humanitären Konvois nach Mariupol und die Gefangennahme mehrerer Busfahrer und Rettungshelfer vorgeworfen.

In seiner Videoansprache an die Nation in der Nacht sagte er, der Konvoi habe am Dienstag dringend benötigte Hilfsgüter in die umkämpfte Hafenstadt am Asowschen Meer bringen sollen. Russland habe der Route zuvor zugestimmt. Das Rote Kreuz bestätigte, dass ein humanitärer Konvoi die Stadt nicht erreichen konnte.

Es ist nicht das erste Mal, dass es Meldungen gibt, dass Hilfstransporte und Fluchtrouten von der russischen Armee ignoriert werden. Zudem gibt es immer wieder Berichte darüber, dass die russische Armee gezielt Gebäude angreift, in denen sich Zivilisten befinden oder gar Frauen und Kinder Schutz suchen. Besondere Aufmerksamkeit erregte eine bombardierte Geburtsklinik in Mariupol.

06:01 Uhr: Kreml poltert: Es verläuft alles nach Plan

Unabhängige Medien berichten immer wieder: Im Kreml herrscht Unzufriedenheit über den Verlauf des Krieges. Man dachte, man könnte die Ukraine einfach überrollen, doch das gelang nicht. Dennoch gehört es wohl zur russischen Propaganda, genau das Gegenteil zu behaupten. Und so teilt Kreml-Sprecher Dmitri Peskow mit, dass alles „streng nach Plan“ verlaufe.

„Es ist ein erheblicher Einsatz mit erheblichen Zielen“, sagte er. Die Regierung in Moskau bezeichnet den seit fast einem Monat andauernden russischen Angriffskrieg in der Ukraine als „speziellen Militäreinsatz“, nicht als Krieg.

Auf die Frage, was Präsident Wladimir Putin in der Ukraine bislang erreicht habe, sagte Peskow, das die Ziele „noch nicht“ erreicht seien. Als Ziele nannte er unter anderem das Dezimieren des ukrainischen Militärs sowie die Einsicht Kiews, dass die 2014 von Moskau annektierte Schwarzmeer-Halbinsel Krim nun ein „unverrückbarer Teil Russlands“ sei. Zudem müsse die Ukraine anerkennen, dass die Separatistenregionen im Osten nun „unabhängige Staaten“ seien.

04:55 Uhr: Kiew: Kein sofortiges Eingreifen von Belarus

n die Ukraine aktuell für wenig wahrscheinlich. Die Wahrscheinlichkeit, dass der belarussische Präsident Alexander Lukaschenko sich für eine Teilnahme am Krieg entscheide, liege „bei 15 bis 20 Prozent“, sagte der ukrainische Präsidentenberater Olexij Arestowitsch nach Angaben der Agentur Unian. Lukaschenko ist ein enger Verbündeter des russischen Präsidenten Wladimir Putin. Die russische Armee nutzt Belarus als Aufmarschgebiet gegen die Ukraine, doch Belarus beteiligt sich trotz wiederholten Drängens aus Moskau bislang nicht aktiv am Krieg. Der ukrainische Generalstab geht davon aus, dass sich viele belarussische Soldaten und Offiziere einem Einsatz widersetzen.

03:08 Uhr:Selenskyj an russische Piloten: „Ihr werdet Euch verantworten“

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat allen Piloten russischer Kampfflugzeuge für ihre Einsätze gegen Ziele in der Ukraine mit persönlicher Verantwortung gedroht. „Sie werden zur Rechenschaft gezogen, wie auch immer“, sagte er in der Nacht zum Mittwoch. „Heute oder morgen, das ist nicht so wichtig. Wichtig ist, dass es unausweichlich ist.“

Als besonderes Beispiel nannte er den Abschuss eines russischen Kampfbombers über der schwer umkämpften Hafenstadt Mariupol. „Und so wird es jedem gehen, der unsere Menschen tötet, friedliche Menschen in unserem friedlichen Land.“ Den russischen Piloten sei offenbar nicht klar, was für Befehle sie ausführten: „Die Tötung von Zivilisten ist ein Verbrechen.“

Nach ukrainischer Darstellung sind seit Kriegsbeginn vor knapp vier Wochen bereits rund 100 russische Kampfflugzeuge und Bomber abgeschossen worden. Diese Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen.

00:58 Uhr: Heftige Kämpfe bei Charkiw - Schwierige Lage in Isjum

Ukrainische Einheiten haben nach eigener Darstellung bei neuen Kämpfen um Charkiw im Osten des Landes einen Angriff russischer Truppen abgewehrt. Dabei seien am Dienstagabend von russischer Seite auch Kampfhubschrauber vom Typ Ka-52 eingesetzt worden, wurde der regionale Befehlshaber Oleg Sinegubow von der „Ukrajinska Prawda“ zitiert. „Unsere Truppen halten ihr Stellungen.“

Schwierig sei die Lage im belagerten, rund 100 Kilometer entfernten Isjum. Zu der Stadt gebe es keine Verbindung mehr. Alle Bemühungen um einen humanitären Korridor seien bisher von russischer Seite abgelehnt worden. Die Angaben ließen sich nicht unabhängig überprüfen.

00:22 Uhr: Selenskyj über Friedensbemühungen: Schwierig und manchmal skandalös

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat die Friedensverhandlungen mit Russland als „sehr schwierig“ bezeichnet. „Sie sind sehr schwierig, manchmal skandalös, aber wir bewegen uns Schritt für Schritt vorwärts“, sagte Selenskyj in einer in der Nacht zum Mittwoch verbreiteten Videoansprache. Vertreter der Ukraine seien tagtäglich bei den Verhandlungen im Einsatz. „Wir werden arbeiten, wir werden so viel wie möglich kämpfen. Bis zum Ende. Mutig und offen.“ Die Unterhändler seien unermüdlich im Einsatz. „Ausruhen können wir uns, wenn wir gewonnen haben.“

Gleichzeitig bedankte sich Selenskyj bei allen internationalen Kräften, die sein Land unterstützten. Er dankte vor allem den Vermittlern, „die ein reales Bild nach Moskau bringen“.

Zugleich erhoffte sich Selenskyj weitere Unterstützung von den drei in dieser Wochen geplanten Gipfeltreffen von G7, Nato und EU. Er erwarte neue Sanktionen gegen Russland und neue Hilfe für die Ukraine. Selenskyj will sich unter anderem zum außerordentlichen Nato-Gipfel am Donnerstag per Video zuschalten.

00:06 Uhr: Russische Raketenangriffe auf Militäranlagen in Riwne

Das russische Militär hat nicht näher bezeichnete Militäranlagen im Umkreis der Stadt Riwne im Nordwesten der Ukraine mit Raketen beschossen. Dabei seien am Dienstag drei Raketen eingeschlagen, sagte der regionale Militärchef Vitali Kowalj der Agentur Unian. „Während eines Alarms am Abend hat der Gegner dreimal auf ein Objekt der militärischen Infrastruktur geschossen“, hieß es. „Eine Kommission ist vor Ort, die Verluste werden festgestellt.“ Details nannte Kowalj nicht.

Schon am Vortag hatte das russische Militär von Angriffen in der Region berichtet. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Moskau wurden dabei mehr als 80 Kämpfer der ukrainischen Seite auf dem Truppenübungsplatz Nowa Ljubomyrka im Gebiet Riwne bei einem Raketenangriff getötet. Die Angaben ließen sich nicht unabhängig überprüfen.

23:45 Uhr: Selenskyj will sich beim Nato-Gipfel zuschalten

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj will sich zum außerordentlichen Nato-Gipfel am kommenden Donnerstag per Video zuschalten. Das teilte sein Sprecher Serhij Nykyforow am Dienstag der Nachrichtenagentur Unian mit. Bei dem Gipfel sollen der Einmarsch Russlands in die Ukraine, die Unterstützung der Nato-Staaten für die Ukraine und die weitere Stärkung der Abschreckung und Verteidigung gegen Russland diskutiert werden.

US-Präsident Joe Biden reist dazu am Mittwoch nach Brüssel. Er wird dort auch an den Gipfeln der EU und der führenden demokratischen Wirtschaftsmächte (G7) teilnehmen.

22:45 Uhr: Kiew: Hilfskonvoi nahe Mariupol festgesetzt

Unweit der belagerten ukrainischen Hafenstadt Mariupol haben prorussische Separatisten Angaben aus Kiew zufolge einen Hilfskonvoi festgesetzt. Kämpfer der selbst ernannten Volksrepublik Donezk hätten im zehn Kilometer westlich von Mariupol gelegenen Manhusch mehrere Mitarbeiter des ukrainischen Zivilschutzes als „Geiseln“ genommen, sagte Vize-Regierungschefin Iryna Wereschtschuk am Dienstag im ukrainischen Fernsehen. Die Angaben ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen.

Die festgesetzten Menschen hätten Busse gefahren, in denen Zivilisten aus Mariupol hätten evakuiert werden sollen, sagte Wereschtschuk. Die Fluchtroute sei mit dem Internationalen Roten Kreuz abgesprochen gewesen. Mehr als 100.000 Menschen warten demnach auf eine Evakuierung, sitzen aber in der Stadt am Asowschen Meer fest, in der die Lage Beobachtern zufolge immer dramatischer wird.

22:01 Uhr: Selenskyj zum Gipfel der Staats- und Regierungschefs der Nato-Mitglieder eingeladen

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat eine Einladung erhalten, sich am Donnerstag per Video an die Staats- und Regierungschefs der Nato-Mitglieder zu richten. Die Teilnehmer des Sondergipfels könnten „Selenskyj dann direkt über die katastrophale Situation sprechen hören, in der sich das ukrainische Volk wegen der Aggression Russlands befindet“, sagte ein Vertreter der Nato am Dienstag.

Die Allianz liefere der Ukraine bereits „eine bedeutende Menge an wichtiger Militärausrüstung“, hieß es weiter. Die Mitgliedsstaaten wollten auf dem Gipfel prüfen, was sie „zusätzlich tun können“, um ihre Unterstützung zu verstärken.

21:30 Uhr: Selenskyj ruft Ukrainer zum Durchhalten auf

Nach fast einem Monat Krieg in der Ukraine gibt es weiterhin kaum Hoffnung auf Frieden. Angesichts zunehmender Gewalt gegen Zivilisten rief Präsident Wolodymr Selenskyj seine Landsleute in einer neuen Videobotschaft zum Durchhalten gegen die russischen Truppen auf. Beide Kriegsparteien berichten am Dienstag von Geländegewinnen. Immer mehr Menschen fliehen vor Bomben und Schüssen.

Selenskyj appellierte an seine Landsleute, alles zu tun, um den Staat zu schützen. „Um unser Volk zu retten. Kämpft. Kämpft und helft!“ Der in Kiew ausharrende Staatschef rief dazu auf, die „Eindringlinge“ zu vertreiben. In einer Videoschalte vor dem italienischen Parlament berichtete Selenskyj am Dienstag, dass mindestens 117 Kinder getötet worden seien. Mit Blick auf die russischen Truppen fügte er hinzu: „Sie hören nicht auf zu töten.“ Vor der Schalte mit dem Parlament hatte Selenskyj nach eigenen Angaben mit Papst Franziskus telefoniert und eine Vermittlung des Vatikans befürwortet.

21:00 Uhr: Kreml-Sprecher: Russland würde Atomwaffen nur bei „existenzieller Bedrohung“ einsetzen

Im Zusammenhang mit dem Ukraine-Konflikt würde Russland nach Angaben des Kreml Atomwaffen nur im Fall einer „existenziellen Bedrohung“ einsetzen. „Wir haben ein Konzept für innere Sicherheit, das ist bekannt“, sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow am Dienstag im US-Fernsehsender CNN International. „Sie können dort alle Gründe für den Einsatz von Nuklearwaffen nachlesen“, fügte er hinzu.

„Wenn es also eine existenzielle Bedrohung für unser Land gibt, dann kann sie (die Atombombe) in Übereinstimmung mit unserem Konzept genutzt werden“, sagte Peskow. Der Kreml-Sprecher antwortete damit auf die von der CNN-Journalistin Christiane Amanpour gestellte Frage, ob er „überzeugt oder zuversichtlich“ sei, dass der russische Präsident Wladimir Putin im Konflikt mit der Ukraine keine Atombombe einsetzen werde.

19:13 Uhr: Total will kein Erdöl aus Russland mehr kaufen

Der französische Energieriese Total will bis zum Jahresende kein russisches Erdöl mehr kaufen. Es sollten keine neuen Verträge mehr geschlossen oder bestehende verlängert werden, teilte der Konzern am Dienstag mit. Bereits zuvor hatte Total bekannt gemacht, kein russisches Erdöl mehr auf dem Spotmarkt, also kurzfristig, zu kaufen.

Von dem Schritt wird auch die Raffinerie im sachsen-anhaltinischen Leuna betroffen sein. Man werde für diese eine Alternative schaffen, hieß es von Total.

18:59 Uhr: Kiew erobert Vororte von Kiew zurück, Russland kann Belagerungsring nicht schließen

Wichtiger Teilerfolg für die Ukraine: Truppen haben nach eigenen Angaben strategisch wichtige Vororte von Russland zurückerobert und die Kontrolle über eine wichtige Autobahnstrecke. Den Belagerungsring um Kiew konnten die russischen Angreifer weiterhin nicht schließen. Nach ukrainischen Angaben haben sie begonnen, ihre Stellungen um die Hauptstadt für den Fall von Gegenangriffen zu befestigen, erstmals auch mit Minen. Dem Versuch, entlang der Schwarzmeerküste zur Metropole Odessa vorzudringen, steht weiterhin die Stadt Mykolajiw im Weg, die noch nicht gänzlich von russischen Truppen eingeschlossen ist.

Ein zerstörter Panzer in der Stadt Wolnowacha, einem Eisenbahn-Knotenpunkt auf halbem Weg zwischen Mariupol und Donezk. imago/Tereshchenko

18:43 Uhr: Scholz bleibt bei Nein zu Energie-Embargo gegen Russland

Kurz vor den Gipfeltreffen von EU, G7 und Nato in Brüssel bleibt Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) bei seinem klaren Nein zu einem sofortigen Stopp der Energie-Importe aus Russland wegen des Ukraine-Kriegs. Die Position der Bundesregierung sei unverändert, sagte Scholz am Dienstag nach einem Treffen mit EU-Parlamentspräsidentin Roberta Metsola in Berlin. Das gelte auch für viele andere EU-Mitgliedsstaaten, deren Abhängigkeit von russischer Energie noch größer sei. „Niemanden darf man in dieser Hinsicht im Regen stehen lassen.“

17:36 Uhr: Guterres ruft Russland zu Ende von „absurdem“ Krieg gegen Ukraine auf

UN-Generalsekretär António Guterres hat Russland aufgerufen, den „absurden“ Angriffskrieg gegen die Ukraine zu beenden. „Dieser Krieg ist nicht zu gewinnen“, sagte Guterres am Dienstag im UN-Hauptquartier in New York vor Journalisten. „Früher oder später wird er sich vom Schlachtfeld zum Friedens(verhandlungs)-Tisch bewegen müssen. Das ist unvermeidbar.“

Guterres ging unter anderem auf das Schicksal der von Russland belagerten Hafenstadt Mariupol im Süden der Ukraine ein. „Seit mehr als zwei Wochen ist Mariupol von der russischen Armee eingekreist und wird unaufhörlich bombardiert, beschossen und angegriffen. Wozu?“

17:15 Uhr: US-Botschafter in Moskau: Wollen nicht schließen

Inmitten des Ukraine-Kriegs und den verschärften Spannungen mit Russland haben die USA die Wichtigkeit diplomatischer Beziehungen betont. „Ich möchte direkt sagen, dass die Vereinigten Staaten nicht die Absicht haben, die Botschaft in Moskau zu schließen“, sagte der US-Botschafter in Moskau, John Sullivan, der oppositionellen russischen Zeitung „Nowaja Gaseta“ am Dienstag. „Und Präsident (Joe) Biden hat nicht die Absicht, mich als Botschafter abzuberufen.“

Zugleich sagte Sullivan: „Nichtsdestotrotz haben wir Anzeichen vonseiten der russischen Führung gesehen, die darauf hindeuten, dass die diplomatischen Beziehungen beendet werden könnten. (...) Das wurde nicht explizit ausgesprochen, aber so eine Drohung klang an.“

16:03 Uhr: 60.000 fordern Schweiz zu Rauswurf von Putin-Geliebter Alina Kabajewa auf

Eine Online-Petition auf der Plattform change.org fordert den Rauswurf der international erfolgreichen Sportlerin Alina Kabajewa aus der Schweiz. Die Russin gilt als Geliebte von Wladimir Putin. Die Macher der Initiative gegen Kabajewa ausdrücklich eine Mitschuld an dem Ukraine-Krieg. >>>

15:38 Uhr: Mehr als 3,5 Millionen Menschen aus der Ukraine geflohen

Wegen des Kriegs in der Ukraine haben bereits mehr als 3,5 Millionen Menschen das Land verlassen. Laut UN-Hilfswerk UNHCR könnte die Zahl der Flüchtlinge aus der Ukraine schon bald die Marke von vier Millionen übersteigen. Das wäre ein weiterer „tragischer Meilenstein“, sagte UNHCR-Sprecher Matthew Saltmarsh am Dienstag in Genf. Aktuell sind nach Angaben des Hilfswerks 3,56 Millionen Menschen aus der Ukraine geflüchtet. Weitere 6,5 Millionen Menschen suchen der Internationalen Organisation für Migration zufolge innerhalb der Ukraine möglichst sichere Orte.

14:01 Uhr: Laut Kreml unterstützt große Mehrheit der Russen den Ukraine-Krieg

Knapp einen Monat nach Kriegsbeginn in der Ukraine sieht der Kreml die Gegner der „militärischen Spezial-Operation Russlands“ im eigenen Land klar in der Minderheit. Weniger als 25 Prozent der Russen seien gegen das Vorgehen, behauptete Kremlsprecher Dmitri Peskow am Dienstag in Moskau nach einem Bericht der Agentur Interfax. „Die große Mehrheit der Bürger, davon zeugen Statistiken und Umfragen, mehr als 75 Prozent, unterstützen die Operation, unterstützen den Präsidenten der Russischen Föderation.“ Der Krieg in der Ukraine darf in Russland öffentlich nicht so genannt werden.

Die meisten Russen haben keinen freien Zugang zu Informationen. Andere Meinungen als die des Kreml kommen in den Staatsmedien nicht vor. Das Staatsfernsehen - vor allem in der Provinz für viele immer noch die wichtigste Informationsquelle - berichtet ausschließlich über eine „Operation“ zur „Entmilitarisierung“ und „Entnazifizierung“ der Ukraine. Soziale Netzwerke wie Twitter, Instagram und Facebook sind verboten und blockiert.

13:14 Uhr: Fünf Tote bei russischem Angriff in ostukrainischer Kleinstadt

Bei einem russischen Angriff in einer ostukrainischen Kleinstadt sind nach Angaben aus Kiew am Montagabend fünf Menschen getötet und 19 verletzt worden. „In der Region Donezk wurde Awdijiwka von Artillerie und Flugzeugen beschossen, die Stadt wurde dem Erdboden gleichgemacht“, erklärte die Menschenrechtsbeauftragte des ukrainischen Parlaments, Ljudmyla Denisowa, am Dienstag. In einem Eintrag bei Telegram beklagte sie zudem vier Tote Zivilisten in der Region Charkiw.

Awdijiwka grenzt direkt an die Stadt Donezk, die Hauptstadt der 2014 von pro-russischen Separatisten ausgerufenen unabhängigen „Volksrepublik“. Bereits vor der russischen Invasion in der Ukraine war die Stadt häufig Ziel von Angriffen.

In der Region Charkiw habe ein russischer Panzer das Feuer auf ein Auto eröffnet, das als ziviles Fahrzeug gekennzeichnet gewesen sei, schrieb Denisowa auf Telegram. Demnach wurden drei Erwachsene und ein Kind getötet.

Die Ukraine wirft den russischen Truppen vor, wahllos medizinische Einrichtungen, Wohngebiete und Luftschutzbunker zu beschießen. Russland bestreitet, gezielt Zivilisten anzugreifen, und wirft den ukrainischen Streitkräften stattdessen vor, Zivilisten als menschliche Schutzschilde zu benutzen.

11:57 Uhr: Lindner fordert „internationalen Marshallplan“ für Wiederaufbau in der Ukraine

Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) hat sich für ein breites Wiederaufbauprogramm für die Ukraine nach Ende des russischen Angriffskriegs ausgesprochen. „Unsere Solidarität für unseren europäischen Nachbarn ist auf Dauer angelegt“, sagte er am Dienstag in der Haushaltsdebatte im Bundestag. „Und deshalb brauchen wir einen internationalen Marshallplan für die Ukraine“. Der Marshallplan war das US-Aufbauprogramm für Europa nach dem Zweiten Weltkrieg.

Deutschland habe bereits „umfassende Hilfen“ für die Ukraine bereitgestellt, sagte Lindner. „Unsere Unterstützung für den Freiheitskampf der Menschen dort wird auch fortgesetzt.“ Wenn der Frieden in der Ukraine erreicht sei, „dann werden wir aber auch noch da sein, um beim Wiederaufbau, der Arbeit für eine gute Zukunft und dem Weg in eine Partnerschaft mit der EU zu unterstützen“, versicherte der Finanzminister.

10:23 Uhr: Drei Fluchtkorridore für Menschen aus Mariupol geplant

In der belagerten Stadt Mariupol sollen am Dienstag nach Regierungsangaben drei Fluchtkorridore geöffnet werden. Das teilte die Vizeregierungschefin Iryna Wereschtschuk in einer auf Telegram veröffentlichten Videobotschaft mit. Die Menschen sollen demnach aus den umliegenden Orten Berdjansk, Jurjiwka und Nikolske in die Großstadt Saporischschja gebracht werden.

Es sei klar, dass es nicht genügend Plätze gebe, sage Wereschtschuk weiter. Deswegen bitte man die Bürgerinnen und Bürger, den Anweisungen der Behördenvertreter vor Ort zu folgen und organisiert zu den Bussen zu gehen. Wereschtschuk versprach, niemand werde zurückgelassen. Man führe weiter täglich Evakuierung durch, bis alle Menschen aus der Stadt gebracht worden seien.

Nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums leben noch bis zu 130.000 Bewohner in der Stadt am Asowschen Meer – einst waren es rund 440.000. Russland und die Ukraine werfen einander immer wieder gegenseitig vor, die Flucht der Menschen über humanitäre Korridore zu behindern.

09:31 Uhr: Russland meldet weitere Geländegewinne im Osten der Ukraine

Die russische Armee meldet nach eigenen Angaben einen weiteren Vormarsch in der Ostukraine. Kämpfer der selbst ernannten Volksrepublik Donezk seien weitere vier Kilometer in ukrainisches Gebiet vorgerückt, teilte der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow, am Dienstag in Moskau mit. Es werde um die Eroberung dreier Dörfer in der Nähe der Stadt Donezk gekämpft. Südwestlich davon sei das Dorf Uroschajne eingenommen worden. Das lässt sich nicht unabhängig überprüfen.

Nach Angaben aus Moskau haben die Kämpfer im Gebiet Luhansk die Kontrolle über mindestens drei weitere Siedlungen erlangt. Bei den Kämpfen seien mehr als 40 Soldaten der Ukraine und Militärfahrzeuge „zerstört“ worden, sagte Konaschenkow.

07.42 Uhr: Russische Einheiten haben laut Ukraine nur Vorräte für drei Tage

Russische Einheiten haben nach Angaben des ukrainischen Generalstabes weiter Probleme mit der Sicherung ihres Nachschubs für den Krieg in der Ukraine. Vorliegenden Informationen zufolge hätten die in der Ukraine operierenden Einheiten Munitions- und Lebensmittelvorräte für höchstens drei Tage. Ähnlich sei die Lage bei der Versorgung mit Kraftstoff, teilte der ukrainische Generalstab in seinem am Dienstag auf Facebook veröffentlichten Morgenbericht mit. Diese Angaben konnten nicht unabhängig überprüft werden.

06.05 Uhr: EU-Außenminister wollen Ukraine-Hilfen verdoppeln

Die EU-Außen- und Verteidigungsminister haben eine Verdoppelung der Hilfszahlungen für die Ukraine beschlossen - allerdings konnten sie sich nicht auf weitere Sanktionen gegen Russland einigen. Der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell sagte nach den Beratungen am Montag in Brüssel, es gebe eine „politische Vereinbarung“ zur Aufstockung der EU-Hilfen auf eine Milliarde Euro. Er mahnte, dass mögliche neue Russland-Sanktionen „nicht zu untragbaren Kosten für die Mitgliedsstaaten führen“ dürften.

04.13 Uhr: Russland stoppt Friedens-Gespräche mit Japan

Die russische Regierung hat am Montag angekündigt, dass sie die Friedensverhandlungen mit Japan zur formellen Beilegung eines bis zum Zweiten Weltkrieg zurückreichenden Streits nicht mehr weiterverfolgt. Als Begründung führte das Außenministerium in Moskau die „offen feindselige Haltung“ an, die Japan mit Blick auf den russischen Militäreinsatz in der Ukraine eingenommen habe. Tokio protestierte dagegen „aufs Schärfste“.

Japan wolle den Interessen Moskaus mit seiner Haltung zum russischen Militäreinsatz im Nachbarland „Schaden zufügen“, erklärte das russische Außenministerium. Es sei der russischen Seite daher nicht möglich, die Gespräche fortzusetzen. Russland und Japan hatten nach dem Zweiten Weltkrieg wegen eines Territorialkonflikts kein Friedensabkommen abgeschlossen.

„Die jüngste Situation ist eine Folge der russischen Aggression gegen die Ukraine, und der Versuch Russlands, das Thema auf die Beziehungen zwischen Japan und Russland zu verlagern, ist extrem ungerechtfertigt und absolut inakzeptabel“, sagte hingegen der japanische Regierungschef Fumio Kishida im Parlament.

02.00 Uhr: US-Präsident Biden warnt vor dem Einsatz chemischer Waffen

US-Präsident Joe Biden warnt vor russischen Cyberangriffen in den USA und dem Einsatz von Chemie- und Biowaffen in der Ukraine. Russland behaupte, dass die Ukraine biologische und chemische Waffen habe, sagte Biden am Montagabend (Ortszeit). Das sei ein klares Zeichen dafür, dass Russlands Präsident Wladimir Putin den Einsatz beider Waffen in Erwägung ziehe, sagte Biden in einer Rede vor Führungspersönlichkeiten verschiedener Unternehmen. Eines der Instrumente, die Putin aber am ehesten einsetzen werde, seien Cyberangriffe. Der US-Präsident forderte Firmen in den USA auf, ihre Schutzmaßnahmen zu stärken.

00.38 Uhr: Geheimdienst stoppt Anschlag auf Selenskyj

Die ukrainische Spionageabwehr hat ein mögliches Attentat auf Präsident Wolodymyr Selenskyj nach eigenen Angaben gestoppt. Eine Gruppe von russischen Saboteuren, angeführt von einem Geheimdienstler, sei in der Stadt Uschgorod im Dreiländereck zwischen der Ukraine, der Slowakei und Ungarn festgenommen worden, berichtete die Agentur Unian in der Nacht zum Dienstag.

Zum Auftrag der etwa 25 Männer gehörten neben dem Anschlag auf Selenskyj in Kiew auch die Ausführung einer Reihe von Sabotageakten im Regierungsviertel sowie in anderen Landesteilen der Ukraine. Sie wollten sich als Angehörige der Territorialeinheiten der Ukraine ausgeben und auf diese Weise nach Kiew gelangen. Die Angaben ließen sich nicht unabhängig überprüfen.

23.27 Uhr: Israelischer Verleger samt Familie in Melitopol entführt?

In der von der russischen Armee besetzten Stadt Melitopol in der Südukraine sind nach Angaben der Regierung in Kiew drei Israelis entführt worden. „Heute haben die russischen Besatzer drei israelische Staatsbürger entführt“, erklärte die ukrainische Vize-Regierungschefin Iryna Wereschtschuk am Montag auf Facebook. Bei den entführten Israelis handelt es sich demnach um einen israelischen Verleger sowie um dessen Frau und Tochter.

22.10 Uhr: Komsomolskaja Prawda: Fast 10.000 russische Soldaten tot

Die kremlnahe russische Zeitung „Komsomolskaja Prawda“ hat hohe Zahlen angeblich in der Ukraine getöteter Russen veröffentlicht – und später wieder gelöscht. In einem Online-Artikel vom Sonntag war unter Berufung auf das Verteidigungsministerium die Rede von 9861 russischen Soldaten, die seit Beginn des Kriegs gestorben seien, wie aus einer archivierten Version des Textes hervorgeht. Offiziell bestätigt hat Moskau bislang nur 498 Tote. Einige Stunden später war die entsprechende Passage aus dem Artikel allerdings wieder verschwunden. Eine Stellungnahme der Zeitung gab es zunächst nicht.

21.42 Uhr: EU-Kommissar: Russland vernichtet vorsätzlich Lebensmittel

Russland vernichtet nach den Worten von EU-Agrarkommissar Janusz Wojciechowski absichtlich Produktionsstätten und Lagerbestände von Lebensmitteln in der Ukraine. Ziel sei, Menschen in den Hunger zu treiben, sagte der polnische Politiker in Brüssel. „Das ist Teil der imperialen Politik Russlands. Man nutzt eben auch ganz bewusst dieses Mittel des Hungers.“

21.18 Uhr: Bombenalarm! Gespräch der EU-Agrarminister mit ukrainischem Amtskollegen abgebrochen

Ein Videogespräch der EU-Agrarminister mit ihrem ukrainischen Amtskollegen Roman Leschenko ist wegen eines Bombenalarms in der Ukraine abgebrochen worden. Wie Frankreichs Agrarminister Julien Denormandie mitteilte, war Leschenko zu dem Treffenin Brüssel zugeschaltet, als an dessen Standort die Sirenen ertönten. Wo sich der Minister genau befand, wurde nicht mitgeteilt. Während des Austauschs habe Leschenko um Lebensmittelhilfen und Unterstützung der ukrainischen Landwirtschaft etwa mit Saatgut gebeten.

20.45 Uhr: Selenskij kündigt Referendum an

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat angekündigt, über jeden möglichen „Kompromiss“ bei den Verhandlungen mit Russland sein Volk entscheiden zu lassen. Die Inhalte eines möglichen Abkommens könnten „historische“ Veränderungen bedeuten, sagte der Staatschef in einem am Montagabend veröffentlichten Interview mit der Nachrichten-Website Suspilne. Entschieden werde darüber von ukrainischer Seite am Ende in einem Referendum.

19.59 Uhr: Moskau: Mehr als 500 ukrainische Soldaten gefangen genommen

Russland hat eigenen Angaben zufolge mehr als 500 ukrainische Soldaten gefangen genommen. Dem Internationalen Roten Kreuz seien Dokumente zum Austausch gegen russische Soldaten übermittelt worden, sagte die Menschenrechtsbeauftragte der Regierung, Tatjana Moskalkowa, dem Staatssender RT. „Das sind ukrainische Gefangene, die wir auszutauschen bereit sind.“ Die Ukraine sprach zuletzt von mehr als 560 russischen Kriegsgefangenen.

In der vergangenen Woche war der zwischenzeitlich entführte Bürgermeister der ukrainischen Stadt Melitopol, Iwan Fedorow, im Austausch gegen neun russische Soldaten freigekommen. Angaben aus Kiew zufolge handelte es sich um Wehrdienstleistende, die im Krieg Russlands gegen die Ukraine eingesetzt waren.

19.03 Uhr: Russland stoppt Friedensverhandlungen mit Japan

Die russische Regierung hat am Montag angekündigt, dass sie die Friedensverhandlungen mit Japan zur formellen Beilegung eines bis zum Zweiten Weltkrieg zurückreichenden Streits nicht mehr weiterverfolgt. Als Begründung führte das Außenministerium die „offen feindselige Haltung“ an, die Japan mit Blick auf den russischen Militäreinsatz in der Ukraine eingenommen habe.

Russland und Japan hatten nach dem Zweiten Weltkrieg wegen eines Territorialkonflikts kein Friedensabkommen abgeschlossen. Bei dem Streit geht es um vier kleine Inseln im Kurilen-Archipel. Die Sowjetarmee hatte die Inseln in den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs eingenommen. Japan verlangt ihre Rückgabe.

18.40 Uhr: Weltschachverband sperrt russischen Großmeister Karjakin

Der Weltschachverband FIDE hat den russischen Großmeister Sergej Karjakin aufgrund seiner Äußerungen zum Ukraine -Krieg für sechs Monate gesperrt. Der frühere WM-Herausforderer hatte die russische Invasion öffentlich unterstützt. Der Verband teilte am Montag mit, dass er damit das Ansehen der Sportart beschädigt und gegen den Ethikcode verstoßen habe. Damit verliert Karjakin seinen Platz beim WM-Kandidatenturnier in Madrid (16. Juni bis 7. Juli).

18.11 Uhr: König Willem-Alexander lässt Flüchtlinge in Schloss wohnen

Der niederländische König Willem-Alexander will Flüchtlinge aus der Ukraine aufnehmen. Auf dem Schloss 't Oude Loo bei Apeldoorn könnten ab Mitte April sechs bis acht Familien oder 20 bis 30 Personen untergebracht werden, teilte der Hof in Den Haag mit. Das etwa 90 Kilometer östlich von Amsterdam gelegene Schloss ist Staatseigentum. Die königliche Familie nutzt das Jagdschloss aus dem 15. Jahrhundert vor allem für Familientreffen.

17.29 Uhr: Vormarsch der russischen Truppen auf Kiew offenbar ins Stocken geraten

Russland trifft bei seinem Angriff auf die Ukraine weiter auf erbitterten Widerstand: Der Vormarsch der russischen Truppen auf Kiew ist offenbar ins Stocken geraten. Allerdings setzte Russland den Beschuss der ukrainischen Hauptstadt und anderer Städte am Montag fort. Bei einem Angriff auf ein Einkaufszentrum in Kiew wurden nach Behördenangaben mindestens acht Menschen getötet. Ein Ultimatum Russlands zur Kapitulation in der belagerten Hafenstadt Mariupol wie die Regierung in Kiew zurück.

„Es kann keine Rede davon sein, Waffen abzugeben“, sagte Vize-Regierungschefin Iryna Wereschtschuk der Zeitung „Ukrainska Prawda“ in der Nacht zum Montag. Moskau hatte den ukrainischen Streitkräften in Mariupol bis Montag 04.00 Uhr (MEZ) Zeit gegeben, sich zu ergeben. Sollte dies nicht erfolgen, würden die Verantwortlichen der Stadt vor ein russisches „Kriegsgericht“ gestellt. In Mariupol sind fast 350.000 Menschen eingeschlossen.

16.54 Uhr: Mehr als 6,5 Millionen Menschen in der Ukraine auf der Flucht

In der Ukraine sind mehr als 6,5 Millionen Menschen im eigenen Land durch die russischen Angriffe vertrieben worden. Sie mussten ihre Häuser, Wohnungen, Dörfer und Städte wegen der Raketenangriffe und Bombardierungen verlassen, berichtete die UN-Organisation für Migration (IOM) am Montag in Genf.

Hinzu kommen fast 3,5 Millionen Menschen, die in den dreieinhalb Wochen seit Kriegsbeginn nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR) über die Grenzen in Nachbarstaaten geflohen sind. Damit ist praktisch ein Viertel der einstigen Bevölkerung betroffen. In der Ukraine lebten vor Beginn der russischen Invasion rund 44 Millionen Menschen. Unter den Geflüchteten waren mindestens 186.000 Menschen aus anderen Ländern.

16.43 Uhr: Russland will Hyperschall-Rakete „Kinschal“ weiter einsetzen

Im Krieg gegen die Ukraine hat Russlands Militär weitere Angriffe mit der Hyperschall-Rakete „Kinschal“ (Dolch) angekündigt. „Die Angriffe dieses Luft-Raketensystems auf die ukrainische Militärinfrastruktur während der militärischen Spezial-Operation werden fortgesetzt“, sagte der Sprecher des Verteidigungsministeriums in Moskau, Igor Konaschenkow, am Montag.

Mehrere westliche Politiker hatten sich zuletzt besorgt gezeigt über den Einsatz der acht Meter langen Raketen, die extrem schnell und extrem hoch fliegen können sollen. Russland hatte die neue Rakete in den vergangenen Tagen in der Ukraine nach eigenen Angaben zwei Mal eingesetzt.

15.10 Uhr: Russland verbietet Facebook und Instagram als „extremistisch“

Die Social-Media-Plattformen Facebook und Instagram sind in Russland als „extremistisch“ verboten worden. Ein entsprechender Antrag der Generalstaatsanwaltschaft wurde am Montag von einem Gericht in Moskau angenommen. Die beiden Dienste sind in Russland bereits blockiert, der ebenfalls zum US-Konzern Meta gehörende Messenger-Dienst WhatsApp soll dem Gericht zufolge aber nicht betroffen sein.

15.00 Uhr: Kiew: Delegation verhandelte mit Moskau anderthalb Stunden

Mehr als dreieinhalb Wochen nach Kriegsbeginn haben Vertreter Russlands und der Ukraine am Montag erneut verhandelt. Das Gespräch der offiziellen Delegationen habe am Vormittag gut anderthalb Stunden gedauert, sagte der Fraktionsvorsitzende der ukrainischen Präsidentenpartei Sluha Narodu (Diener des Volkes), David Arachamija, der „Ukrajinska Prawda“ zufolge. Danach seien die Beratungen auf Ebene der Arbeitsgruppen weitergegangen. „Heute arbeiten wir den ganzen Tag über“, sagte Arachamija. Zu Inhalten äußerte sich der Politiker zunächst nicht.

Moskau fordert etwa einen Verzicht der Ukraine auf einen Nato-Beitritt und eine Anerkennung der ostukrainischen Separatistengebiete Donezk und Luhansk als unabhängige Staaten sowie der annektierten Schwarzmeer-Halbinsel Krim als russisches Gebiet. Kiew will eine Waffenruhe, den Abzug russischer Truppen sowie Sicherheitsgarantien.

12.42 Uhr Selenskyj ruft Deutsche zu Boykott von russischem Gas auf

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat die Deutschen zu einem Boykott von russischem Gas und anderen Waren aufgerufen. „Ohne Handel mit Ihnen, ohne Ihre Unternehmen und Banken wird Russland kein Geld für diesen Krieg haben“, sagte der 44-Jährige am Montag in einer in sozialen Netzwerken verbreiteten Videobotschaft. Niemand habe das Recht, Völker zu vernichten und Europa aufzuteilen.

„Sponsert bitte nicht die Kriegsmaschine von Russland“, sagte Selenskyj weiter. Es dürfe keinen Euro für die Besatzer geben. Alle Häfen sollten für Russland geschlossen, keine Waren nach Russland geliefert und auf russische Energieressourcen verzichtet werden.

11.10 Uhr: Baerbock will Luftbrücke zur Verteilung von Flüchtlingen

Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne) hat sich für eine Luftbrücke ausgesprochen, um Flüchtende vor dem Krieg in der Ukraine zu verteilen. „Wir brauchen nicht nur Korridore vor Ort, aus der Ukraine heraus, sondern wir brauchen eine solidarische Luftbrücke“, sagte Baerbock am Montag vor einem EU-Außenministerrat in Brüssel.

„Wir müssen von der Außengrenze direkt in europäische Länder verteilen, jeder muss Geflüchtete aufnehmen“, fuhr die Ministerin fort. Es gehe nicht um einige Tausend, sondern um Millionen Menschen. Die Flüchtlinge müssten auch über den Atlantik hinweg verteilt werden.

Baerbock kündigte zugleich eine Aufstockung der Förderung der EU für die Ukraine an: „Wir werden die Finanzmittel zur Beschaffung von militärischen Mitteln auf eine Milliarde erhöhen, um deutlich zu machen: Wir stehen voll und ganz solidarisch an der Seite der Ukraine, wir stehen zum Schutz der Zivilbevölkerung in der Ukraine.“

10.35 Uhr: Ukraine – 115 Kinder im Krieg getötet

Seit Beginn des russischen Angriffs auf die Ukraine sind nach Angaben aus Kiew mindestens 115 Kinder getötet worden. Zudem seien bisher mehr als 140 Kinder verletzt worden, teilte die Generalstaatsanwaltschaft am Montagmorgen mit. Die meisten Opfer habe es in der Hauptstadt Kiew gegeben. Der Generalstaatsanwaltschaft zufolge wurden seit Beginn des russischen Angriffs auf die Ukraine am 24. Februar etwa 530 Schulgebäude und Lehreinrichtungen angegriffen und beschädigt. 72 davon seien komplett zerstört worden. Diese Angaben ließen sich nicht unabhängig überprüfen.

10.16 Uhr: Mindestens acht Tote bei Angriff auf Einkaufszentrum in Kiew

Bei einem Angriff auf ein Einkaufszentrum in der ukrainischen Hauptstadt Kiew sind mindestens acht Menschen getötet worden. Nach der Schilderung eines AFP-Reporters lagen mehrere Leichen vor dem Einkaufszentrum Retroville im Nordwesten Kiews, während Rettungskräfte in den Trümmern nach weiteren Opfern suchten.

Das zehnstöckige Gebäude war am späten Sonntagabend von einer gewaltigen Explosion erschüttert worden. Der gesamte südliche Teil des Einkaufszentrums und Autos auf seinem Parkplatz wurden zerstört. Im Boden klaffte ein mehrere Meter großer Krater. Die verkohlten Überreste des Gebäudes qualmten am Morgen immer noch.

Zerstörtes Shopping-Center in Kiew. AP/Rodrigo Abd

10.13 Uhr: Acht neue Evakuierungsrouten aus umkämpften Regionen geplant

Für die umkämpften Gebiete in der Ukraine sollen heute acht Fluchtkorridore für Zivilisten eingerichtet werden. Die Korridore werden für Busse zur Evakuierung und zur Lieferung von Hilfsgütern genutzt, wie Vizeregierungschefin Iryna Wereschtschuk sagt.

Aus der Umgebung der belagerten Hafenstadt Mariupol sollen Menschen in die südostukrainische Großstadt Saporischschja gebracht werden. Aus den umkämpften Orten nördlich und östlich der Hauptstadt Kiew ist demnach eine Evakuierung näher an die Hauptstadt geplant.

Der Plan sieht zudem eine Evakuierung aus dem Großraum Sjewjerodonezk und Lyssytschansk im Luhansker Gebiet in die Stadt Bachmut in der benachbarten Region Donezk vor. Wereschtschuk kündigte an, am Abend über die Umsetzung zu informieren.

9.01 Uhr: Rohölpreise steigen immer weiter

Die Ölpreise sind am Montagmorgen weiter gestiegen. Im frühen Handel kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 111,58 US-Dollar. Das waren 3,65 Dollar mehr als am Freitag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg um 3,69 Dollar auf 108,39 Dollar.

Für Preisauftrieb sorgen neue Unsicherheiten in der globalen Rohölversorgung. Am Wochenende hatten jemenitische Huthi-Rebellen verschiedene Ziele in Saudi-Arabien angegriffen, darunter Anlagen des staatlichen Ölkonzerns Aramco. Saudi-Arabien ist eines der weltgrößten Erdölförderländer. Wegen des Ukraine-Kriegs ist die Lage am Ölmarkt ohnehin sehr angespannt, da Russland ein großer Förderer und Exporteur von Erdöl ist.

7.59 Uhr: Koordinator rechnet mit höheren Flüchtlingszahlen in Berlin

Die Zahl ukrainischer Kriegsflüchtlinge, die Berlin täglich erreichen, könnte aus Sicht des Koordinators für die Unterbringung, Albrecht Broemme, wieder steigen. „Wir hatten schon bis zu 10 000 am Tag. Damit werden wir fertig werden“, sagte Broemme am Montag im RBB-Inforadio. „Wir müssen aber auch damit rechnen, mit 20.000 Flüchtlingen am Tag fertig zu werden.“

Derzeit kommen nach Broemmes Worten täglich ein Drittel weniger Ukrainer in Berlin an als noch vor Tagen. Zum einen gebe es eine Umverteilung in Polen und auf andere deutsche Städte. Zum anderen seien Fluchtwege wegen Beschusses schwer passierbar. „Es gibt einen Rückstau.“

Jetzt lesen: Krasse Summe: So viel Geld gibt Berlin für die Betreuung von Kriegsflüchtlingen aus der Ukraine aus >>

„Wir müssen also wieder mit erheblich mehr rechnen. Darauf sind wir langsam gut vorbereitet“, sagte Broemme. Er äußerte sich zufrieden mit dem neuen Ankunftszentrum am früheren Flughafen Tegel. „Ich bin schwer begeistert, was da alles entstanden ist in so kurzer Zeit.“

Nach Broemmes Angaben gibt es Überlegungen, im früheren Flughafen Tempelhof und in der Schmidt-Knobelsdorf-Kaserne in Spandau Flüchtlinge unterzubringen. Diese Liegenschaften müsse er sich noch ansehen, sagte der frühere Präsident des Technischen Hilfswerks.

4.25 Uhr: Hochgiftiges Ammoniak in Chemiewerk in Sumy ausgetreten

In einem Chemiewerk in der Stadt Sumy in Nordosten der Ukraine ist am Montagmorgen aus noch unbekannter Ursache hochgiftiges Ammoniak ausgetreten. Der regionale Militärchef Dmytro Schywytzky schlug unter anderem über Telegram Alarm und appellierte an alle Bewohner im Umkreis von fünf Kilometern um das Chemiewerk, möglichst Keller oder Wohnungen im Erdgeschoss aufzusuchen, um nicht mit dem Ammoniak in Kontakt zu kommen. Das stark stechend riechende Gas ist leichter als Luft.

Schywytzky machte keine Angaben dazu, wie es zu dem Austritt von Ammoniak in dem Chemiewerk „Sumychimprom“ gekommen war. Eine unabhängige Klärung vor Ort war nicht möglich. Das russische Militär hatte in der vergangenen Woche der Ukraine vorgeworfen, unter falscher Flagge einen Chemiewaffenangriff auf Zivilisten vorzubereiten.

3.32 Uhr: Mehrere Tote nach Explosionen im Westen von Kiew

Beim Beschuss von mehreren Gebäuden im Westen der ukrainischen Hauptstadt Kiew sind am späten Sonntagabend mindestens vier Menschen getötet worden. Das teilte der örtliche Zivilschutz auf seiner Facebook-Seite am Montagmorgen mit. Nach Angaben von Bürgermeister Vitali Klitschko wurden bei dem Angriff mehrere Wohnhäuser im Stadtteil Podil beschädigt und in Brand gesetzt. Auch ein Einkaufszentrum sei getroffen worden, es sei ebenso wie eine Reihe von davor geparkten Autos in Flammen aufgegangen. „Rettungsmannschaften und Sanitäter sind bereits vor Ort“, teilte Klitschko auf Telegram mit.

3.07 Uhr: Ukraine lehnt Kapitulation in Mariupol ab

Die Ukraine hat ein Ultimatum zur Übergabe der belagerten Hafenstadt Mariupol an die russischen Streitkräfte abgelehnt. „Es kann keine Rede davon sein, Waffen abzugeben. Wir haben die russische Seite bereits darüber informiert“, sagte Vize-Regierungschefin Iryna Wereschtschuk der Zeitung „Ukrainska Pravda“ in der Nacht zum Montag. Russland hatte den ukrainischen Streitkräften in der belagerten Hafenstadt am Sonntagabend bis Montag 4.00 Uhr MEZ Zeit gegeben, sich zu ergeben.

Russland fordere die ukrainischen Soldaten „und ausländischen Söldner auf, die Feindseligkeiten einzustellen, ihre Waffen niederzulegen und sich durch mit der ukrainischen Seite vereinbarte humanitäre Korridore in die von Kiew kontrollierten Gebiete zu begeben“, sagte der Leiter des russischen nationalen Verteidigungskontrollzentrums, Michail Misinzew. Das russische Verteidigungsministerium teilte mit, dass die Bewohner der Stadt Mariupol bis 9.00 Uhr MEZ verlassen könnten, falls die Verteidiger kapitulierten.

1.15 Uhr: Griechischer Konsul vergleicht Mariupol mit Stalingrad

Einer der letzten europäischen Diplomaten hat die belagerte ukrainische Hafenstadt Mariupol verlassen. Nach seiner Rückkehr in Athen sagte der griechische Konsul Manolis Androulakis am Sonntag: „Mariupol wird in eine Liste von Städten in der Welt aufgenommen werden, die durch den Krieg völlig zerstört wurden, wie Guernica, Stalingrad, Grosny, Aleppo.“ Er rief die Menschen dazu auf, „ihre Stimmen zu vereinen, um einen Waffenstillstand zu fordern“.

In Griechenland wird Androulakis als Held gefeiert, weil er bis zuletzt erfolgreich die Ausreise zahlreicher griechischer Bürger aus der Stadt organisiert hatte. In der Ukraine gibt es seit dem 18. Jahrhundert eine große griechische Minderheit. „Wir haben versucht, so viele Auswanderer wie möglich zu retten“, sagte Androulakis.

23.18 Uhr: Odessa meldet zunehmenden Drohnenflug

Die südukrainische Hafenstadt Odessa hat am Sonntag den zunehmenden Einsatz russischer Drohnen über dem Stadtgebiet und in der Umgebung registriert. „Es ist aber alles ruhig, es gab keine Angriffe“, wurde der Leiter der regionalen Militärverwaltung, Maxim Martschenko, von der Ukrajinska Prawda zitiert. Die Luftabwehr habe die Drohnen des Gegners unter Feuer genommen. „Der Abschuss einiger dieser Drohnen wurde bereits bestätigt“, sagte Martschenko. Odessa ist vom Kriegsgeschehen bisher weitgehend verschont geblieben.

22.52 Uhr: 850 Oligarchen-Millionen in Frankreich eingefroren

Frankreich hat Vermögen russischer Oligarchen im Wert von rund 850 Millionen eingefroren. Man habe Immobilien im Wert von 539 Millionen Euro blockiert, sagte der französische Wirtschaftsminister Bruno Le Maire dem Radiosender RTL. Zudem seien 150 Millionen Euro auf Privatkonten französischer Banken eingefroren sowie zwei Jachten im Wert von 150 Millionen Euro festgesetzt worden.

Frankreich hat im Zusammenhang mit den EU-Sanktionen gegen russische Oligarchen oder Personen aus dem Umfeld von Präsident Putin eine Taskforce gegründet. Diese hat zur Aufgabe, deren Vermögenswerte in Frankreich ausfindig zu machen und die Eigentümer von Bankkonten, Villen und Jachten zu identifizieren, was sich aufgrund der vielen Briefkastenfirmen, die deren Identität verbergen, als kompliziert erweist.

22.13 Uhr: Mehr als 7000 Zivilisten gerettet

Aus von Russland belagerten Gebieten sind nach ukrainischen Angaben am Sonntag 7295 Menschen herausgebracht worden. Vier von sieben humanitären Korridoren hätten funktioniert, sagte die ukrainische Vize-Regierungschefin Irina Wereschtschuk am Sonntag in einer Videobotschaft. Rund 4000 Menschen wurden demnach aus der umkämpften Hafenstadt Mariupol nach Saporischschja gebracht. Weitere Evakuierungen habe es in der Region Kiew gegeben.

22.01 Uhr: Fake-Video von angeblichem Mord durch Ukrainer in NRW verbreitet

Die Polizei hat vor der Verbreitung eines „Fake-Videos“ im Netz gewarnt, in dem es um ein angebliches Verbrechen durch Ukrainer in Nordrhein-Westfalen geht. „Über das Internet wird derzeit ein Video verbreitet, in dem von einem Überfall auf einen 16-jährigen Jugendlichen im Bereich Euskirchen berichtet wird. Angeblich sei dieser von einer Gruppe Ukrainer zu Tode geprügelt worden“, teilte die Bonner Polizei auf Twitter mit. Weiter heißt es: „Die Experten gehen derzeit davon aus, dass es sich um ein absichtliches „Fake-Video“ handelt, das Hass schüren soll. Wir bitten, dieses Video nicht weiterzuverbreiten.“

21.47 Uhr: Russland fordert ukrainische Truppen auf, Mariupol zu verlassen

Russland fordert ukrainische Truppen in Mariupol auf, die Waffen niederzulegen und die besonders schwer von Kämpfen betroffene Hafenstadt am Montagvormittag zu verlassen. Dazu solle ein Korridor eingerichtet werden, teilte Generalmajor Michail Misinzew am Sonntag der russischen Staatsagentur Tass zufolge mit.

Demzufolge schlug Russland der Ukraine einen Plan vor, wonach alle bewaffneten Einheiten der Ukraine die Stadt „ohne Waffen und Munition auf der mit der Ukraine vereinbarten Route verlassen sollten“. Russland besteht demnach auf eine „förmliche schriftliche Antwort“ seitens der Ukraine zu den Vorschlägen bis Montagmorgen, 5 Uhr Moskauer Zeit (3 Uhr MEZ). Von ukrainischer Seite gab es zunächst keine Reaktion.

21.10 Uhr: Ranghoher russischer Marine-Offizier gefallen

Der stellvertretende Kommandeur der russischen Schwarzmeerflotte ist offenbar bei den Kämpfen um die ukrainische Hafenstadt Mariupol getötet worden. Andrej Nikolajewitsch Pali sei „bei den Kämpfen zur Befreiung von Mariupol von den ukrainischen Nazis getötet worden“, schrieb der Gouverneur von Sewastopol, Michail Raswoschajew, im Messengerdienst Telegram. Das russische Verteidigungsministerium bestätigte die Angaben zunächst nicht.

Laut russischen Medien war Pali 2020 stellvertretender Kommandeur der russischen Streitkräfte in Syrien, die dort seit 2015 an der Seite der Truppen von Machthaber Baschar al-Assad kämpfen.

19.39 Uhr: Russische Armee rückt 12 Kilometer vor

Die russische Armee ist bei ihrem Angriffskrieg gegen die Ukraine nach eigenen Angaben im Osten der Ukraine um zwölf Kilometer vorgerückt. Die Grenze der Siedlung Nikolske nordwestlich der Stadt Mariupol sei erreicht worden, erklärte der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow, der Agentur Interfax zufolge. Von ukrainischer Seite gab es dazu keine Angaben.

19.04 Uhr: Deutsche Politiker fordern weltweite Verteilung von Flüchtlingen

Bundesaußenministerin Annalena Baerbock (Grüne) hat angesichts der vielen Flüchtlinge aus der Ukraine Solidarität in Europa gefordert. „Jedes Land in Europa muss Menschen aufnehmen“, sagte Baerbock nach dem Besuch einer Notunterkunft in Hannover, sowie: „Wir müssen Menschen auch über den Atlantik bringen.“

Ähnlich äußerte sich Nordrhein-Westfalens Flüchtlingsminister Joachim Stamp (FDP): „Wir brauchen auch die Solidarität der USA, von Kanada und Australien und vor allem von den anderen europäischen Ländern“, so Stamp zu Tageszeitung Die Welt.

17:20 Uhr: Selenskyj bereit für Verhandlungen mit Putin

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat erneut seine Bereitschaft zu persönlichen Verhandlungen mit Kremlchef Wladimir Putin über ein Ende des Kriegs in seinem Land unterstrichen. „Ich bin bereit für Verhandlungen mit ihm“, sagte Selenskyj am Sonntag dem US-Sender CNN laut Übersetzer. „Wenn es nur eine einprozentige Chance gibt, diesen Krieg zu stoppen, dann denke ich, dass wir sie ergreifen müssen.“ Sollten alle Friedensbemühungen scheitern, „würde es bedeuten, dass dies ein dritter Weltkrieg ist“.

Selenskyj machte deutlich, dass die Souveränität und territoriale Unversehrtheit der Ukraine sowie ihre Unabhängigkeit nicht zur Verhandlung stehen könnten. Von westlichen Staats- und Regierungschefs forderte der ukrainische Präsident Sicherheitsgarantien für sein Land.

Selenskyj zeigte in der CNN-Sendung ein Video, das erschütternde Kriegsszenen in der Ukraine zeigte, zugleich aber Optimismus verbreiten sollte. „Wir werden gewinnen, und es wird neue Häuser, neue Städte, neue Träume geben“, hieß es in dem Video.

16:03 Uhr: Stehen Russland und die Ukraine kurz vor der Einigung?

Die Verhandlungen zwischen Russland und der Ukraine über ein Ende des Krieges kommen nach Angaben der Türkei voran und stehen angeblich kurz vor einer Einigung. „Natürlich ist es nicht einfach, während der Krieg tobt, aber wir glauben, dass es vorangeht“, sagte der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu am Sonntag. „Wir sehen, dass die Parteien kurz vor einer Einigung stehen.“

15:50 Uhr: Vergewaltigungen und Morde: Ukraine wirft Russland Völkermord vor

Die ukrainische Vize-Premierministerin Olga Stefanischina sieht im Vorgehen der russischen Truppen bei der Invasion ihres Landes einen Völkermord. Das sei „keine Frage, sondern einfach die Realität, mit der wir konfrontiert sind“, sagte Stefanischina dem britischen Nachrichtensender Sky News am Sonntag. Russlands Präsident Wladimir Putin und die anderen Verantwortlichen im Kreml seien Kriegsverbrecher, sagte Stefanischina.

Der Politikerin zufolge wurden von ukrainischen Behörden inzwischen 2000 Ermittlungsverfahren gegen russische Soldaten wegen mutmaßlicher Verbrechen eingeleitet. Unter anderem habe es Berichte über Vergewaltigungen und Morde gegeben. Jeder Einzelne, der sich strafbar gemacht habe, müsse zur Verantwortung gezogen werden, sagte sie.

Als Völkermord werden laut der entsprechenden UN-Konvention von 1948 Verbrechen bezeichnet, die in der Absicht begangen oder befohlen wurden, „eine nationale, ethnische, rassische oder religiöse Gruppe ganz oder teilweise zu zerstören“.

13:03 Uhr: Autohersteller bauen wegen Ukraine-Kriegs Lieferketten um

Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine verschärft die Lieferengpässe für deutsche Autohersteller. „Wir erwarten empfindliche Effekte auf Liefer- und Logistikketten mit Rückwirkungen auf Fabriken in Deutschland und Europa, aber auch andernorts“, sagte die Präsidentin des Verbands der Automobilindustrie (VDA), Hildegard Müller, der neuen Ausgabe der „Automobilwoche“. Lieferungen aus Russland und der Ukraine blieben aus. Die Ukraine sei ein Zentrum der Kabelbaum-Fertigung, die jetzt brachliege.

Der Einkaufschef des Audi-Konzerns, Dirk Große-Loheide, sagte der Fachzeitschrift: „Das wird uns noch viele Wochen Kopfzerbrechen machen.“ Aus Rumänien kämen jetzt erste Ersatzlieferungen für dringend benötigte Kabelbäume. „Wir stehen seit ungefähr zehn Tagen in der Fertigung“, sagte Große-Loheide. Nach Informationen der „Automobilwoche“ fehlen bei Ford in Saarlouis neben Kabelbäumen auch Teile für die Lenkräder des Ford Focus, die normalerweise auch aus der Ukraine kämen.

12:55 Uhr: Mehr Menschen haben Interesse an der Bundeswehr

Mit dem Krieg in der Ukraine ist das Interesse am Dienst bei der Bundeswehr in Deutschland gewachsen. „Wir registrieren seit dem Ausbruch des Krieges eine erhöhte Zahl an Interessentinnen und Interessenten, die über das im Internet-Auftritt der Bundeswehr hinterlegte Kontaktformular oder über unsere Karriere-Hotline Kontakt zu uns aufnehmen“, teilte eine Sprecherin des Bundesverteidigungsministeriums den Funke-Zeitungen vom Sonntag mit.

Dementsprechend hätten sich die Erstberatungstermine bei der Karriereberatung ebenfalls erhöht. „Auch seitens Reservistinnen und Reservisten verzeichnen wir ein erhöhtes Anfrageaufkommen“, hieß es. Genaue Zahlen nannte die Sprecherin nicht. Die Bereitschaft, „gerade auch in diesen Krisenzeiten zu dienen und die Bundeswehr unterstützen“, sei „generell hoch“, schrieb das Ministerium. Das gelte auch für die Reservistinnen und Reservisten.

11.39 Uhr: Offenbar Schule von Mariupol mit hunderten Geflüchteten bombardiert

Russische Streitkräfte haben ukrainischen Angaben zufolge eine Kunstschule in der belagerten Stadt Mariupol bombardiert, in der mehrere hundert Menschen Zuflucht gefunden hatten. Das Gebäude sei bei dem Angriff am Samstag zerstört worden, unter den Trümmern seien noch Menschen eingeschlossen, teilte die Stadtverwaltung am Sonntag auf dem Messengerdienst Telegram mit. Demnach hatten sich rund 400 Einwohner - „Frauen, Kinder und ältere Menschen“ - in der Schule G12 aufgehalten.

Die strategisch wichtige Hafenstadt im Südosten der Ukraine ist seit Wochen Ziel heftiger Bombardements durch die russischen Streitkräfte und ihre Verbündeten aus den Separatistengebieten. Am Mittwoch hatten russische Einheiten nach Angaben der Behörden bereits ein Theater in Mariupol angegriffen, in das sich hunderte Einwohner geflüchtet hatten - und obwohl demnach vor beiden Seiten des Gebäudes gut sichtbar das Wort „Kinder“ auf Russisch auf den Boden gemalt war.

11:29 Uhr: Ukrainische Armee: Tote bei Angriffen in Charkiw

Beim Beschuss eines mehrstöckigen Wohnhauses in Charkiw im Osten der Ukraine hat es ukrainischen Angaben zufolge Todesopfer gegeben - darunter sei ein neun Jahre alter Junge. In der Nacht zum Sonntag habe es mehrere Angriffe gegeben. Gebäude seien dabei in Brand geraten, teilte das Militär mit. Die Armee sprach von mindestens zwei Todesopfern, der Vize-Polizeichef des Gebiets Charkiw, Wjatscheslaw Markow, bei Facebook von fünf. Diese Zahl wurde auch im ukrainischen Fernsehen genannt. Die Angaben ließen sich nicht unabhängig überprüfen. „Angriffe aus der Luft über Charkiw haben deutlich abgenommen“, teilte die Armee mit.

Den Behörden der Stadt zufolge sind seit dem Einmarsch russischer Truppen in die Ukraine vor mehr als drei Wochen allein in Charkiw 266 Zivilisten getötet worden.

09:07 Uhr: Russland setzt in Ukraine-Krieg wieder Hyperschall-Rakete ein

Das russische Militär hat abermals die Hyperschall-Rakete „Kinschal“ (Dolch) eingesetzt und damit nach eigenen Angaben ein Treibstofflager im Süden der Ukraine getroffen. Der Militärstützpunkt im Gebiet Mykolajiw sei aus dem Luftraum über der von Russland annektierten Halbinsel Krim angegriffen worden, sagte Igor Konaschenkow, Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums, am Sonntag in Moskau.

„Von diesem Stützpunkt aus wurden die meisten Treibstofflieferungen für ukrainische Panzerfahrzeuge abgewickelt.“ Kalibr-Marschflugkörper hätten zudem Reparaturwerkstätten für ukrainische Panzer getroffen. Die Angaben ließen sich nicht unabhängig überprüfen.

Am Samstag hatte Russland das erste Mal seit Beginn des Krieges über den Einsatz seiner neuen ballistischen Luft-Boden-Rakete „Kinschal“ berichtet. Bisher kamen die Waffen vor allem bei Manövern zum Einsatz. Die „Kinschal“-Raketen können nach Angaben aus Moskau bis zu zehnfache Schallgeschwindigkeit erreichen.

08:33 Uhr: Australien verbietet Exporte für Aluminiumproduktion in Russland

Australien hat weitere Sanktionen gegen Russland wegen dessen Krieg gegen die Ukraine beschlossen. Die Regierung in Canberra verhängte am Sonntag ein sofortiges Verbot aller Exporte von Aluminiumoxid sowie dem Aluminiumerz Bauxit. Die russische Industrie ist bei der Alluminiumproduktion auf diese Rohstoffe angewiesen.

Australien wolle der russischen Regierung „maximale Kosten“ verursachen und „maximalen Druck“ ausüben, damit sie ihre Streitkräfte aus der Ukraine abziehe, sagte Premierminister Scott Morrison. Zugleich kündigte er an, der Ukraine auf Ersuchen Kiews 70.000 Tonnen Kraftwerkskohle zur Verfügung zu stellen. Mit der Kohle, die hauptsächlich zur Erzeugung von Strom und Wärme verwendet wird, könnten bis zu einer Millionen Haushalte beheizt werden

08:28 Uhr: Stadtrat von Mariupol: Verschüttete nach Angriff auf Kunstschule

In der belagerten Hafenstadt Mariupol im Südosten der Ukraine ist nach Angaben des Stadtrats eine Kunstschule Ziel eines Bombenangriffes geworden. 400 Menschen hätten dort Schutz gesucht, darunter Frauen, Kinder und Ältere, teilte der Stadtrat von Mariupol am Sonntag im Nachrichtenkanal Telegram mit. Das Gebäude sei bei dem Angriff am Samstag zerstört worden. „Menschen liegen noch immer unter den Trümmern.“ Es wurden zunächst keine Angaben zu Opfern gemacht. Der Stadtrat machte russische Truppen dafür verantwortlich. Das ließ sich aber nicht von unabhängiger Seite überprüfen.

In Mariupol mit 400 000 Einwohnern war zuletzt auch ein Theater angegriffen worden, in dem Menschen Schutz vor Luftangriffen gesucht hatten. Es wurden zwar Verschüttete gerettet. Seit Tagen ist aber unklar, wie viele Tote und Verletzte es bei diesem Vorfall gab.

07:53 Uhr: Polizei: Fünf Tote bei Beschuss eines Hauses in Charkiw

Beim Beschuss eines mehrstöckigen Wohnhauses in Charkiw im Osten der Ukraine sind nach Behördenangaben mindestens fünf Menschen getötet worden - darunter ein neun Jahre alter Junge. Das Gebäude in der Nähe eines Industriegebiets sei in der Nacht zum Sonntag beschossen worden und in Brand geraten, teilte die Polizei mit. Sie veröffentlichte ein Foto von dem Haus, auf dem zu sehen war, wie Rauch aus mehreren Etagen drang. Fensterscheiben wurden zerstört. Den Behörden der Stadt zufolge sind seit dem Einmarsch russischer Truppen in die Ukraine vor mehr als drei Wochen allein in Charkiw 266 Zivilisten getötet worden.

04:55 Uhr: Arbeit prorussischer Parteien in der Ukraine vorerst verboten

Der Nationale Sicherheits- und Verteidigungsrat der Ukraine hat die Arbeit einer Reihe von prorussischen Parteien für die Dauer des Kriegs im Land verboten. Das teilte Selenskyj in der Nacht zum Sonntag per Videobotschaft mit. „Die Aktivitäten von deren Politikern, die auf Spaltung oder Kollaboration abzielen, werden keinen Erfolg haben, dafür aber eine harte Antwort erhalten“, wurde Selenskyj von der „Ukrajinska Prawda“ zitiert.

Zu den betroffenen Parteien gehören unter anderem die „Oppositionsplattform - Aus Lebenszeit“ und der „Oppositionsblock“, die auch im Parlament vertreten sind. Sie gelten ebenso wie die übrigen neun nunmehr verbotenen außerparlamentarischen Parteien als euroskeptisch, antiliberal oder als prorussisch.

03:57 Uhr: Mehr als 6600 Ukrainern gelingt Flucht aus Mariupol und Kiew

In der Ukraine haben sich am Samstag mehr als 6600 Menschen über Fluchtkorridore vor den Kämpfen in Sicherheit bringen können. Nach Angaben der Behörden konnten 4128 Menschen aus der belagerten Hafenstadt Mariupol fliehen. Weitere 1820 Menschen verließen die Hauptstadt Kiew über Fluchtkorridore.

In Kiew heulten am Samstagabend erneut die Sirenen, wie Bewohner in Online-Netzwerken mitteilten. Auch die Stadt Charkiw im Nordwesten wurde am Samstag weiter bombardiert, dabei wurden nach Angaben der örtlichen Behörden ein Mann und ein neunjähriges Kind getötet. Insgesamt starben in der russischsprachigen Großstadt seit Kriegsbeginn den örtlichen Behörden zufolge mindestens 500 Menschen.

Nach Angaben des ukrainischen Verteidigungsministeriums gab es von Seiten der russischen Streitkräfte seit Kriegsbeginn am 24. Februar 291 Raketenangriffe und 1403 Luftangriffe. Der Vormarsch der russischen Bodentruppen gestaltet sich wegen des massiven ukrainischen Widerstands schwieriger als erwartet.

01:16 Uhr: Ukrainische Behörden: Mehr als 260 Zivilisten in Charkiw getötet

Seit dem Einmarsch russischer Truppen in die Ukraine vor über drei Wochen sind bei Kämpfen um die Stadt Charkiw nach Angaben lokaler Behörden 266 Zivilisten getötet worden. Darunter seien 14 Kinder, teilten die Justizbehörden der zweitgrößten Stadt des Landes am Samstagabend mit. Die von russischen Truppen belagerte Stadt, in der vor Kriegsbeginn 1,5 Millionen Menschen lebten, werde weiterhin mit Artillerie beschossen, berichtete die Agentur Unian. Dabei seien am Samstagabend mehrere Wohnhäuser getroffen worden und in Brand geraten. Die Angaben ließen sich nicht unabhängig überprüfen.

00:16 Uhr: CDU-Außenpolitiker: Verhandlungen mit Putin über Ukraine zwecklos

CDU-Außenpolitiker Roderich Kiesewetter sieht keine Chance auf einen dauerhaften Frieden in der Ukraine durch Verhandlungen mit Russland. „Es gibt mit Putin nichts zu verhandeln. Putin will, dass die Ukraine zerfällt“, sagte Kiesewetter dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (Sonntag). Der CDU-Politiker ist Vorsitzender des Geheimdienst-Kontrollgremiums des Bundestags und Obmann im Auswärtigen Ausschuss.

„Der einzige Ausweg ist, wir müssen erreichen, dass sich Russland aus der Ukraine zurückzieht“, sagte Kiesewetter. „Es wird keine Lösung durch Verhandlungen geben, Neutralität oder ein ähnliches Verhandlungsergebnis würde kaum einen dauerhaften Frieden bedeuten. Den gibt es mit Putin nicht mehr.“ Eine aufgezwungene Neutralität sei zudem mit einer Demokratie nicht vereinbar.

22.55 Uhr: Präsidentengattin Olena Selenska bittet Kirchenrat um Hilfe

Die Frau des ukrainischen Staatschefs Wolodymyr Selenskyj hat den Ökumenischen Rat der Kirchen (ÖRK) um Unterstützung gebeten. „Da wir die Erfahrung des Ökumenischen Rates der Kirchen bei der Bewältigung humanitärer Krisen kennen, bitten wir Sie, der Ukraine und den Ukrainern, die derzeit vor dem Krieg fliehen, zu helfen“, schrieb Olena Selenska nach Angaben der ukrainischen Präsidentschaft in einem Brief an den ÖRK. „Ich bitte Sie insbesondere darum, bei der Organisation echter humanitärer Korridore zu vermitteln“, fügte sie hinzu. Im ÖRK haben sich rund 350 orthodoxe, lutherische, anglikanische, baptistische und andere Kirchen mit weltweit mehr als 500 Millionen Gläubigen zusammengeschlossen.

22.34 Uhr: Mindestens 50 Tote bei Angriff auf Kaserne

Nach einem Raketenangriff russischer Truppen auf eine Kaserne in Mykolajiw im Süden der Ukraine haben Helfer mindestens 50 Tote aus den Trümmern geborgen. Insgesamt hatten rund 200 Soldaten in dem Gebäude geschlafen, als die Raketen einschlugen, wie die „Ukrajinska Prawda“ am Sonnabend berichtete. Knapp 60 Verletzte wurden in umliegende Krankenhäuser gebracht. Nach den Worten von Bürgermeister Olexander Senkewitsch sei der Überfall am Freitag aus unmittelbarer Nähe von Mykolajiw erfolgt, so dass es nicht möglich gewesen sei, rechtzeitig Alarm zu schlagen. Die Angaben über die Opferzahlen ließen sich nicht unabhängig überprüfen.

21.39 Uhr: Stadtrat von Mariupol: Zivilisten wurden gegen ihren Willen nach Russland gebracht

Russischen Berichten zufolge wurden knapp 16.400 Menschen aus den selbst ernannten Volksrepubliken Donezk und Luhansk und anderen Teilen der Ukraine nach Russland evakuiert. Aus dem Verteidigungsministerium in Moskau hieß es zudem, dass Hunderttausende Ukrainer den Wunsch geäußert hätten, nach Russland fliehen zu können. Der Stadtrat von Mariupol hingegen warf Moskau vor, bereits Tausende Zivilisten – vor allem Frauen und Kinder – gegen ihren Willen nach Russland gebracht zu haben.

20.07 Uhr: Greenpeace-Protest gegen russische Öltanker

Auf Kajaks, kleinen Booten oder direkt im Wasser schwimmend haben Umweltaktivisten von Greenpeace gegen russische Öltanker in der Ostsee demonstriert. Auf Bildern von Freitag und Sonnabend war zu sehen, wie Aktivisten mit Rauchsignalen und Bannern im Fahrwasser der großen Tanker darauf aufmerksam machten, dass weiterhin russisches Öl in europäische Länder gebracht wird. „Während die Menschen in der Ukraine leiden, erreichen Putins Öl und Gas weiterhin europäische Häfen und tragen zu seiner Kriegskasse bei“, sagte Greenpeace-Sprecher Mads Flarup Christensen.

dpa/Greenpeace Nordic
Ein Greenpeace-Aktivist protestiert in der Ostsee schwimmend gegen russische Ölimporte.

19.39 Uhr: Fifa gibt 1 Mio. Dollar für Ukraine

Die Fifa hat eine Million Dollar für Hilfsleistungen an die von Russland überfallene Ukraine zur Verfügung gestellt. Ein erstes Hilfspaket sei bereits an den ukrainischen Verband UAF geliefert, teilte der Fußball-Weltverband mit. Nach einer Anfrage des UAF wurde per Lkw eine erste Ladung mit Verbandsmaterial in die Ukraine geliefert, die den dringendsten Bedarf decken soll.

17.58 Uhr: Tierschützer retten Tiger und Löwen aus dem Kriegsgebiet

Eine Tierschutz-Organisation hat zwei „schwer traumatisierte“ und unterernährte Löwen und zwei Tiger aus dem ukrainischen Kriegsgebiet gerettet und in einer niederländischen Auffangstation untergebracht. Die Tiere im Alter von sechs Monaten bis fünf Jahren seien am Freitagabend an der polnisch-ukrainischen Grenze abgeholt worden, teilte die „Stichting Leeuw“ (Stiftung Löwe) auf Facebook mit. Demnach wurden die Raubkatzen möglicherweise seit einer oder zwei Wochen nicht mehr gefüttert. Bei einem fünfjährigen Tigerweibchen sei unklar ob sie überleben wird, sagte Stiftungs-Chef Robert Kruijff.

17.39 Uhr: Japan drängt Indien zu härterer Haltung gegen Russland

Der japanische Ministerpräsident Fumio Kishida hat bei seinem Besuch in Neu-Delhi den Druck auf den indischen Regierungschef Narendra Modi im Zusammenhang mit dem russischen Einmarsch in die Ukraine erhöht. Russlands Angriff auf die Ukraine erschüttere das „Fundament der internationalen Ordnung und muss mit Entschlossenheit angegangen werden“, sagte Kishida bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit seinem indischen Kollegen Narendra Modi. Indien hatte sich bei drei UN-Abstimmungen, in denen das Vorgehen Moskaus verurteilt wurde, der Stimme enthalten.

17.27 Uhr: Seeminen bedrohen Schifffahrt im Schwarzen Meer

Im Schwarzen Meer vor der ukrainischen Küste wächst die Gefahr durch Seeminen. Russland und die Ukraine machen sich gegenseitig dafür verantwortlich. Die ukrainische Marine habe die Häfen Odessa, Otschakiw, Tschornomorsk und Piwdenny vermint, teilte der russische Inlandsgeheimdienst FSB mit. Einige der mehr als 420 verankerten Seeminen hätten sich aber losgerissen. Das bedrohe Schiffe auf dem Schwarzen Meer. Das auf Schifffahrt spezialisierte ukrainische Portal BlackSeaNews zitierte ebenfalls die russische Warnung. Es berichtete aber unter Berufung auf eigene Quellen, die russische Schwarzmeerflotte habe die Seeminen auf der Route zwischen Odessa und dem Bosporus gelegt.

16.26 Uhr: Selenskyj ruft Schweiz zum Einfrieren von Oligarchen-Geld auf

Vor Tausenden Antikriegsdemonstranten in Bern hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj die Schweizer Regierung aufgerufen, die Konten aller russischen Oligarchen zu sperren. „Auch das ist ein Kampf gegen das Böse“, sagte Selenskyj nach Angaben des Übersetzers. Selenskyj war live zugeschaltet, während auf dem Platz vor dem Schweizer Parlament mehrere Tausend Menschen mit vielen ukrainischen Flaggen gegen den russischen Krieg gegen die Ukraine demonstrierten.

16.14 Uhr: Lange Ausgangssperre in Saporischschja verhängt

In der zentralukrainischen Stadt Saporischschja ist angesichts des russischen Angriffskriegs eine anderthalbtägige Ausgangssperre verhängt worden. Bis Montagmorgen, 6 Uhr (5 Uhr MEZ), stelle auch der Bahnhof der Stadt seinen Betrieb ein, teilte die ukrainische Eisenbahngesellschaft mit. Nach Saporischschja waren in den vergangenen Tagen viele Menschen etwa aus der belagerten Hafenstadt Mariupol am Asowschen Meer geflüchtet.

14.30 Uhr: Polen fordert Handelsblockade gegen Russland

Der polnische Ministerpräsident Mateusz Morawiecki hat wegen des Kriegs in der Ukraine härtere Sanktionen der Europäischen Union gegen Russland gefordert. Sein Land schlage eine Handelsblockade vor, die so schnell wie möglich in Kraft treten müsste, sagte der 53-Jährige nach Angaben der Agentur PAP am Samstag bei einem Besuch in Lubiczow bei Warschau.

Diese müsse sowohl ein Einfahrverbot russischer Schiffe mit russischen Waren in europäischen Seehäfen als auch ein Verbot des Handels auf dem Landweg umfassen, führte Morawiecki weiter aus. Ein solcher Schritt könne Russland „dazu zwingen zu überlegen, ob es nicht besser wäre, diesen grausamen Krieg zu beenden“, sagte der nationalkonservative Politiker.

Zwischen Russland und Deutschland wurden 2021 nach Angaben des Statistischen Bundesamts Waren im Wert von rund 59,8 Milliarden Euro gehandelt - 34,1 Prozent mehr als im Vorjahr. Aus der Russischen Föderation wurden Waren im Wert von 33,1 Milliarden Euro importiert, dorthin gingen Exporte im Wert von gut 26,6 Milliarden Euro.

14.12 Uhr: Ukraine-Krieg: USA schicken Militärkontingent nach Bulgarien

Zur Stärkung der Nato-Ostflanke werden die USA ein Truppenkontingent nach Bulgarien entsenden. Das sagte der bulgarische Ministerpräsident Kiril Petkow nach Gesprächen mit US-Verteidigungsminister Lloyd Austin am Samstag in Sofia. Dieses Kontingent soll unter dem Kommando des Nato-Oberbefehlshabers in Europa stehen. Petkow versicherte, es werde keine Waffenlieferungen aus Bulgarien in die Ukraine geben. „Wir haben in keiner Weise über eine militärische Unterstützung der Ukraine gesprochen“, sagte er während einer im Fernsehen übertragenen Pressekonferenz.

Allerdings werde Bulgarien die Ukrainer weiter humanitär unterstützen, betonte Petkow. US-Verteidigungsminister Austin lobte Bulgariens humanitäre Hilfe für die Ukraine.

Austin erörterte mit dem bulgarischen Verteidigungsminister Dragomir Sakow die von Bulgarien aufgestellte multinationale Kampfgruppe, die unter Nato-Kommando steht, wie das Verteidigungsministerium in Sofia mitteilte. Das angekündigte US-Kontingent soll Teil dieser Kampfgruppe werden. Beide Minister hatten am Freitag bulgarische und US-amerikanische Militärangehörige beim Training auf einem Gelände in Ostbulgarien besucht.

14.04 Uhr: Ukraine meldet weitere Tote bei russischen Angriffen

Die Ukraine hat über mehrere Tote und Verletzte bei erneuten russischen Angriffen berichtet. Im Ort Butscha nordwestlich der Hauptstadt Kiew seien durch Beschuss am Freitag sieben Zivilisten ums Leben gekommen, teilte die Polizei der Region Kiew am Samstag mit. In der ostukrainischen Region Donezk sprach die regionale Polizeibehörde von Dutzenden Toten und Verletzten ebenfalls bei Angriffen am Freitag. Die Angaben ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen.

Es seien erneut Wohngebiete beschossen worden, hieß es von ukrainischer Seite. Kiew wirft Moskau immer wieder vor, in dem am 24. Februar begonnenen Krieg gezielt zivile Gebäude anzugreifen. Russland weist das zurück, auch wenn die Zerstörungen ziviler Infrastruktur augenfällig sind.

Beschädigte Häuser in Kiew. AP/Felipe Dana

12:38 Uhr: Bisher 207.742 Kriegsflüchtlinge in Deutschland registriert

Seit Beginn des russischen Angriffs auf die Ukraine hat die Bundespolizei 207.742 Kriegsflüchtlinge in Deutschland festgestellt. Das teilt das Bundesinnenministerium mit. Erfasst werden nur Geflüchtete, die von der Bundespolizei angetroffen werden, etwa an der österreichisch-bayerischen Grenze, an Bahnhöfen oder in Zügen. Im Regelfall gibt es keine festen Grenzkontrollen an den EU-Binnengrenzen, Ukrainer dürfen zudem ohne Visum einreisen – die Zahl der tatsächlich Angekommenen ist daher wahrscheinlich deutlich höher.

12.01 Uhr: 3000 Tonnen Lebensmittelhilfe für die Ukraine

Die deutsche Ernährungswirtschaft hat nach Angaben von Bundesagrarminister Cem Özdemir (Grüne) bereits mehr als 3000 Tonnen Lebensmittelhilfe in die Ukraine geliefert. Seit Anfang März seien über 100 Lkw-Ladungen mit fast 3300 Paletten mit Lebensmitteln sowie vereinzelten anderen Produkten über polnische Zentral- und Sammelstellen in die Ukraine geliefert worden, teilte Özdemir am Samstag in Berlin mit.

11.10 Uhr: Belgien verschiebt Atomausstieg

Belgien will den Atomausstieg um zehn Jahre verschieben. Das nahe der deutschen Grenze gelegene Kernkraftwerk Tihange 3 sowie das bei Antwerpen gelegene Kernkraftwerk Doel 4 sollen so bis mindestens Ende 2035 weiterlaufen können. Das bestätigte der belgische Premierminister Alexander De Croo am Freitagabend nach Beratungen der Regierung.

Durch die Laufzeitverlängerung soll die Energiesicherheit in Belgien gewährleistet werden. Dabei spielen auch der Krieg in der Ukraine und die zuletzt stark angestiegenen Energiepreisen eine Rolle. Die geplante Laufzeitverlängerung muss nun noch mit dem Betreiber Engie verhandelt werden. Er hatte sich eigentlich darauf eingestellt, die Kraftwerke spätestens Ende 2025 abzuschalten und dürfte nun viel Geld für die Planänderung verlangen.

09.11 Uhr: Russland: Hyperschall-Rakete zerstört Raketenarsenal in Ukraine

Die russische Luftwaffe hat in ihrem Krieg gegen die Ukraine nach Angaben aus Moskau mit der Hyperschall-Rakete „Kinschal“ (Dolch) ein Raketenarsenal im Gebiet Iwano-Frankiwsk zerstört. Das unterirdische Munitionsdepot der ukrainischen Luftwaffe in Deljatyn im Südwesten der Ukraine sei am Freitag durch die ballistische Rakete vernichtet worden. Das sagte der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums, Generalmajor Igor Konoschenkow, am Samstag. Im Gebiet Odessa am Schwarzen Meer seien zwei Stützpunkte der militärischen Aufklärung zerstört worden. Überprüfbar waren die Angaben nicht.

Es ist das erste Mal seit Beginn des Krieges, dass Russland von dem Einsatz seiner neuen ballistischen Luft-Boden-Rakete „Kinschal“ berichtet. Es sei der erste Einsatz im Kampf überhaupt, hieß es. Bisher kamen die Waffen vor allem bei Manövern zum Einsatz – zuletzt wenige Tage vor der Invasion in die Ukraine, die am 24. Februar begonnen hat.

Abgeschossen werden die „Kinschal“-Raketen von Kampfflugzeugen des Typs MiF-31. Sie können nach russischen Angaben Ziele in bis zu 2000 Kilometer Entfernung treffen – unter Umgehung aller Luftabwehrsysteme. Hyperschallraketen übertreffen die Schallgeschwindigkeit um ein Mehrfaches und fliegen mit mehr als 6000 Kilometern pro Sekunde.

05.31 Uhr: Selenskyj an Russen: Stellen Sie sich 14.000 Leichen im Stadion vor

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat den Auftritt von Kremlchef Wladimir Putin im Luschniki-Stadion in Moskau mit einem Zahlenvergleich zur Invasion der russischen Armee in die Ukraine gekontert. Knapp 100 000 Menschen vor dem Stadion, in der Arena selbst 95 000 Menschen - dies entspreche zusammen etwa der Zahl der russischen Soldaten, die in die Ukraine eingefallen seien, sagte Selenskyj am Samstagmorgen in einer Videoansprache. „Und jetzt stellen Sie sich 14 000 Leichen in diesem Stadion vor, dazu noch Zehntausende verwundete und verstümmelte Menschen.“ Dies entspreche den Verlusten der russischen Seite seit Beginn des Kriegs.

Selenskyj nahm diese Zahlen, die sich von unabhängiger Seite nicht überprüfen lassen, zum Anlass, einmal mehr das sofortige Ende der Kampfhandlungen zu fordern. „Der Krieg muss beendet werden, die Vorschläge der Ukraine liegen auf dem Tisch“, wurde er von der „Ukrajinska Prawda“ zitiert.

03.32 Uhr: Schwere Kämpfe um Flughafen bei Cherson

Der Flughafen Tschornobajewka bei Cherson im Süden der Ukraine steht nach ukrainischer Darstellung weiterhin im Mittelpunkt erbitterter Kämpfe. „Wir haben sie dort schon wieder getroffen“, schrieb Olexij Arestowitsch, Berater des Büroleiters von Präsident Wolodymyr Selenskyj, am frühen Samstagmorgen auf Facebook mit Blick auf die russischen Truppen. Die ukrainischen Streitkräfte hätten das russische Militär an diesem Flughafen bereits das sechste Mal überfallen und dem Gegner dort schwere Verluste zugefügt. In einer Serie von lokalen Gegenangriffen und Attacken mit Kampfdrohnen seien seit Ende Februar mehrere Dutzend russische Kampfhubschrauber sowie zuletzt auch ein Gefechtsstand mit ranghohen Offizieren zerstört worden. Diese Angaben ließen sich nicht unabhängig überprüfen.

03.00 Uhr: EU-Kommission warnt vor Hungersnot in der Ukraine

Angesichts der anhaltenden Kämpfe in der Ukraine warnt die EU-Kommission vor einer Hungersnot in dem Land. „Die Menschen in den belagerten Städten sind apokalyptischen Zuständen ausgesetzt - keine Nahrung, kein Wasser, keine medizinische Versorgung und kein Ausweg“, sagte der zuständige EU-Kommissar Janez Lenarcic für humanitäre Hilfe und Krisenschutz der „Welt am Sonntag“. Die humanitäre Krise in der Ukraine sei heute schon kritisch, sie könne aber noch schlimmer werden. „Diese rücksichtslose Invasion hat vor mehr als drei Wochen begonnen, aber wir beginnen bereits zu sehen, dass eine Hungersnot entsteht.“

Schon jetzt leiden Menschen besonders in belagerten Städten wie der Hafenstadt Mariupol unter Hunger. Augenzeugen hatten von geplünderten Supermärkten berichtet.

Lenarcic sagte, medizinische Einrichtungen hätten große Schwierigkeiten, die lebensnotwendigen Lieferungen, die sie benötigen, zu erhalten. „Das Riesenproblem ist der Zugang. Es ist eine Verpflichtung, humanitären Zugang zu gewähren, ohne jedes Hindernis“, sagte Lenarcic. Die Europäische Kommission baue ihre humanitäre Hilfe mit den Partnern vor Ort aus. „Aber solange die Gefechte anhalten und es keine Waffenpause gibt, können die Menschen, die lebensrettende Hilfen benötigen, nicht erreicht werden.“

01.08 Uhr: Selenskyj fordert von Moskau ehrliche Verhandlungen

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat Russland nachdrücklich zu ernsthaften und ehrlichen Gesprächen über eine Friedenslösung aufgerufen. „Sinnvolle Verhandlungen über Frieden und Sicherheit für die Ukraine, ehrliche Verhandlungen und ohne Verzögerungen, sind die einzige Chance für Russland, seinen Schaden durch eigene Fehler zu verringern“, sagte Selenskyj am späten Freitagabend in einer Videoansprache. Sollte die territoriale Unversehrtheit der Ukraine nicht wiederhergestellt werden, so werde Russland „ernsthafte Verluste“ erleiden.

„Es ist an der Zeit, die territoriale Einheit und Gerechtigkeit für die Ukraine herzustellen“, sagte der ukrainische Staatschef. „Ansonsten wird Russland derartige Verluste erleiden, dass es mehrere Generationen brauchen wird, um sich wieder aufzurichten.“

Selenskyj bekräftigte seine Forderung nach direkten Gesprächen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin über eine Friedenslösung. „Es ist Zeit, zu reden“, sagte er. Der Kreml lehnt dies bisher ab, will vorher bei den Verhandlungen mit Kiew den eigenen Vorstellungen entsprechende Inhalte für ein derartiges Treffen schaffen.

00.04 Uhr: US-Verteidigungsminister: Russen machen militärische Fehler

Das russische Militär hat nach Einschätzung von US-Verteidigungsminister Lloyd Austin taktische Fehler in der Ukraine gemacht. Es habe eine „Reihe von Fehltritten“ gegeben, sagte Austin am Freitag in einem Interview des US-Senders CNN während seiner Reise nach Bulgarien. Die russischen Soldaten seien in der Ukraine nicht so schnell vorangekommen, wie sie sich das vorgestellt hätten.

„Sie hatten sich vorgestellt, dass sie schnell vorankommen und sehr schnell die Hauptstadt einnehmen würden, aber sie waren nicht in der Lage, das zu tun“, sagte Austin. Er gehe außerdem davon aus, dass die Russen taktische Informationen nicht gut einsetzen würden. Auch die Zusammenarbeit der Luft- und Bodenstreitkräfte sei nicht gut. „Es gibt also eine Reihe von Dingen, die wir erwartet hätten, die wir aber einfach nicht gesehen haben.“

21.12 Uhr: Tennis-Star Federer spendet halbe Million für ukrainische Kinder

umgerechnet rund 450.000 Euro für ukrainische Kinder. Er und seine Familie seien „entsetzt“ über die Bilder aus der Ukraine, weshalb er über seine Stiftung die Organisation War Child Holland mit 500.000 Dollar unterstützen möchte, teilte Federer auf Twitter mit. Mit dem Geld solle sichergestellt werden, dass ukrainische Kinder weiter zur Schule gehen können, so die Schweizer Tennis-Legende.

20.16 Uhr: Biden warnt Xi vor Unterstützung Russlands

US-Präsident Joe Biden hat Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping in einem Telefonat persönlich vor einer Unterstützung Russlands beim Krieg gegen die Ukraine gewarnt. Biden habe Xi die Konsequenzen erläutert, „wenn China Russland bei seinen brutalen Angriffen auf ukrainische Städte und die Zivilbevölkerung materielle Unterstützung gewährt“, teilte das Weiße Haus am Freitag mit.

19.13 Uhr: US-Regierung will 99 russische Flugzeuge „effektiv stilllegen“

Mit der Androhung neuer und weltweit greifender Sanktionen will die US-Regierung Dutzende russische Flugzeuge „effektiv stilllegen“. Zu den betroffenen 99 Maschinen gehört demnach etwa ein Fünftel aller Flugzeuge der staatlichen russischen Airline Aeroflot sowie mehrere Frachtflugzeuge und ein Privatjet des Oligarchen Roman Abramowitsch. Damit dürften die Flugzeuge vor allem im internationalen Verkehr kaum mehr eingesetzt werden können.

Das US-Handelsministerium in Washington erklärte am Freitag, jegliche Dienstleistung zur Ermöglichung von Flügen - sei es zum Beispiel die Wartung oder das Betanken der Maschinen - stelle einen Verstoß gegen US-Regularien dar und könne mit Sanktionen geahndet werden. In diesem Fall drohten „erhebliche Gefängnisstrafen, Bußgelder, der Verlust von Exporterlaubnissen oder andere Auflagen“, erklärte das Ministerium. Dies gelte auch für Dienstleistungen in Russland selbst. Jegliche Dienstleistungen für die betroffenen Flugzeuge seien nur mit voriger US-Genehmigung zulässig, hieß es weiter.

18.15 Uhr: Wunder von Mariupol! Offenbar keine Toten unter Trümmern des bombardierten Theaters

Bei dem Angriff auf ein als Schutzraum für Zivilisten genutztes Theater in der ukrainischen Hafenstadt Mariupol hat es nach Angaben der Stadtverwaltung offenbar keine Todesopfer gegeben. Nach ersten Informationen gebe es keine Toten, erklärte die Stadtverwaltung am Freitag im Internetdienst Telegram. Demnach sei ein Mensch schwer verletzt worden.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte zuvor gesagt, mehr als 130 Menschen seien aus den Trümmern des Theaters gerettet worden, hunderte weitere säßen noch unter dem Schutt eingeschlossen. Nach ukrainischen Angaben hatte Russland das Theater am Mittwoch bombardiert, obwohl vor beiden Seiten des Gebäudes gut sichtbar das Wort „Kinder“ auf Russisch auf den Boden gemalt war.

17.29 Uhr: Wegen Propaganda über Mariupol: Twitter sperrt russischen Vize-UN-Botschafter

Twitter hat nach Angaben des stellvertretenden russischen UN-Botschafters dessen Konto wegen missbräuchlicher Benutzung im Zuge des Ukraine-Krieges gesperrt. „Das ist sehr bedauerlich, und dies verdeutlicht, wie sehr alternative Sichtweisen und freie Presse und Informationsfreiheit von Twitter und in diesem Land (den USA) geschätzt werden“, sagte Dmitri Poljanski am Freitag in New York. Er kündigte an, ein Konto bei dem Dienst Telegram zu eröffnen.

Bei der Sperrung geht es Poljanski zufolge um einen seiner Tweets in der vergangenen Woche, in dem er UN-Generalsekretär António Guterres vorwirft, Falschinformationen zu verbreiten. Guterres hatte mitgeteilt, dass ein von Russland angegriffenes Gebäude in der ukrainischen Stadt Mariupol als Krankenhaus genutzt wurde. Moskau behauptet entgegen den UN-Informationen, dass die Geburtsklinik für militärische Zwecke umfunktioniert wurde. Poljanskis Twitterkonto gilt unter westlichen Diplomaten als russische Propagandaschleuder.

17.17 Uhr: Stadtverwaltung: 222 Menschen in Kiew seit Beginn der russischen Invasion getötet

Seit dem Beginn der russischen Invasion in der Ukraine vor drei Wochen sind in der Hauptstadt Kiew nach Angaben der örtlichen Behörden 222 Menschen getötet worden. Unter den Opfern seien 56 Zivilisten, darunter vier Kinder, wie die Stadtverwaltung am Freitag mitteilte. Seit Beginn des Krieges am 24. Februar seien außerdem 889 Menschen verletzt worden, unter ihnen 241 Zivilisten. Unter den Verletzten waren den Angaben zufolge 18 Kinder, drei Krankenwagenfahrer und ein Notarzt.

Die Stadtverwaltung berichtete außerdem über 36 beschädigte Wohngebäude und zehn beschädigte Schulen. Die russischen Truppen wollen Kiew einkesseln und haben bereits einige Gebiete rund um die Hauptstadt unter ihre Kontrolle gebracht. Ihr Vormarsch ist nach Angaben der ukrainischen Armee aber ins Stocken geraten.

16.55 Uhr: Chinas Staatschef Xi will gemeinsam mit USA Frieden in der Ukraine erreichen

Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping hat an US-Präsident Joe Biden appelliert, sich gemeinsam mit der Volksrepublik für Frieden in der Welt einzusetzen. „Die Krise in der Ukraine ist etwas, das wir nicht sehen wollen“, sagte Xi Jinping nach einem Bericht des staatlichen Fernsehsenders CCTV am Freitag in einem Telefonat mit Biden. Als ständige Mitglieder des UN-Sicherheitsrats und wichtigste Volkswirtschaften der Welt sollten beide Staaten auch „internationale Verantwortung übernehmen und Anstrengungen für Frieden und Ruhe in der Welt unternehmen“. Von amerikanischer Seite gab es zunächst keine Angaben zum Verlauf des Telefonats.

16.40 Uhr: Protest gegen durch Bomben getötete Kinder: 109 leere Kinderwagen vor Rathaus von Lwiw

dpa/Daniel Carde
109 leere Kinderwagen stehen für die Kinder, die bei russischen Bombenangriffen in der Ukraine ums Leben gekommen sein sollen.

Eindrücklicher Protest gegen die tödliche Aggression durch Bomben auf die Zivilbevölkerung: 109 leere Kinderwagen wurden am Freitag vor das Rathaus der westukrainischen Stadt Lwiw gestellt. Die Zahl entspricht den Angaben ukrainischer Behörden zu den Kindern, die bei russischen Bombenangriffen ums Leben gekommen sein sollen.

15.55 Uhr: Putin bei Kriegs-Rede mit 15.000-Dollar-Jacke

Twitter-User haben die Jacke identifiziert, die der russische Präsident bei seiner Rede vor Anhängern in einem Moskauer Station am Freitag trug: Es handelt sich um einen Luxus-Parka Modell „Loro Piana“ im Wert von umgerechnet 15.000 Dollar (13.600 Euro). Durchschnittseinkommen in Russland vor dem Wertverfall des Rubels: Rund 600 Euro.

15.06 Uhr: Angeblich„ technische Panne“: Putin-Rede vor Fans unterbrochen

Die Übertragung eines Auftritts des russischen Präsidenten Wladimir Putin im Staatsfernsehen ist nach Kremlangaben wegen technischer Probleme unterbrochen worden. Es habe eine Panne auf einem Server gegeben, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Freitag der Agentur Interfax. Wenig später wurde die Rede in voller Länge im TV-Kanal Rossija 24 gezeigt. Wie es zu der mutmaßlichen Panne kommen konnte, war zunächst unklar.

Das Staatsfernsehen hatte zuvor live eine Show aus dem Luschniki-Stadion mit Zehntausenden Zuschauern gezeigt, von denen viele russische Fahnen schwenkten. Nach Rednern und einem Konzert trat Putin auf die Bühne. Kurz nachdem der Präsident mit dem Reden begonnen hatte, brach die Übertragung jedoch ab. Statt dessen wurden aufgezeichnete Bilder von Reden und Konzertauftritten gezeigt.

15.06 Uhr: Selenskyj: Noch „Hunderte“ Menschen unter Trümmern von Theater in Mariupol

dpa/Asow Bataillon
Dieses Bild zeigt die Trümmer des bombardierten Theaters in Mariupol, unter denen noch Hunderte Menschen eingeschlossen sein sollen.

Zwei Tage nach der Bombardierung eines Theaters in der südukrainischen Stadt Mariupol sind dort laut Präsident Wolodymyr Selenskyj noch immer „hunderte“ Menschen unter den Trümmern eingeschlossen. Mehr als 130 Menschen hätten lebend gerettet werden können, teilte Selenskyj am Freitag mit. Das Theater hatte als Zufluchtsort für Zivilisten gedient, Russland bestreitet eine Verantwortung für das Bombardement des Gebäudes.

14.43 Uhr: Lwiws Bürgermeister bittet um Hilfe für Geflüchtete

Für viele Ukrainer, die aus dem Osten des Landes vor dem russischen Angriffskrieg geflohen sind, war Lwiw eine gute Anlaufstation. In der Stadt, in der sonst knapp 730.000 Menschen wohnen, kommen derzeit rund 200.000 Geflüchtete, hinzu kommen noch einmal 200.000 in der Region Lwiw. Nun hat Bürgermeister Andrij Sadowij angesichts dieser Zahlen um internationale Hilfe gebeten.

Am dringendsten benötigt werde Geld für die Versorgung der Menschen mit Nahrungsmitteln und Medikamenten sowie für den Bau von Containerhäusern, mobilen Duschen und Toiletten, sagte Sadowij der Süddeutschen Zeitung. Aktuell würden die meisten der Menschen in Turnhallen oder in Theatern untergebracht.

Derweil rückt auch die westukrainische Stadt immer mehr in den Fokus des russischen Angriffs.

14.05 Uhr: China als williger Abnehmer für russisches Autogas

Um trotz des Krieges gegen die Ukraine wieder mehr Geld umzusetzen, kurbeln russische Staatskonzerne offenbar das China-Geschäft ordentlich an. Nach Daten der Finanzanalysten von Refinitiv Eikon wird Russland seine Güterzug-Lieferungen von Autogas (LPG) nach China im März verdreifachen. In diesem Monat sollen demnach etwa 72.000 Tonnen LPG ins Nachbarland geschickt werden - nach 24.000 Tonnen im Februar.

Üblicherweise wird der größte Teil des russischen Autogases per Schiff nach Europa transportiert.

13:45 Uhr: Toter und verletzte Kinder nach Russen-Angriff auf Kiew - Klitschko: „Blut klebt an Euren Händen“

Kiews Bürgermeister Klitschko zeigt seinen Twitter-Followern die Verwüstungen in einem Wohnviertel der Hauptstadt. Twitter/Vitali Klitschko

Eindringliches Video von Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko nach dem tödlichen Angriff auf ein Wohnviertel der Stadt: Klitschko zeigt das Ausmaß der Zerstörungen und hat eine klare Botschaft...>>>

13:36 Uhr: Über zwei Millionen Menschen nach Polen geflüchtet

Seit Beginn des russischen Einmarsches in die Ukraine vor über drei Wochen haben bereits mehr als zwei Millionen Kriegsflüchtlinge die Grenze zum Nachbarland Polen überquert. Am Freitagmorgen habe die Zahl der Flüchtlinge aus der Ukraine die Marke von zwei Millionen überschritten, teilte der polnische Grenzschutz mit. Die meisten von ihnen seien Frauen und Kinder.

Polen nimmt bislang mit Abstand die meisten Flüchtlinge auf, stellte aber in den vergangenen Tagen einen Rückgang der Neuankommenden fest. Viele der Menschen bleiben zudem nicht in Polen, sondern reisen weiter nach Deutschland und andere Länder Westeuropas oder auch in weiter entfernte Länder wie Kanada.

Die Gesamtzahl der Menschen, die seit Beginn der russischen Invasion am 24. Februar aus der Ukraine flüchteten, lag nach einer Zählung des UN-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR) am Freitagvormittag bei 3,27 Millionen. Damit stieg die Zahl seit dem Vortag um mehr als 100.000. Viele Menschen flüchten außer nach Polen auch in die Nachbarländer Ungarn, Rumänien, die Slowakei oder Moldau.

13:23 Uhr Polen will bei Nato-Gipfel Ukraine-Friedensmission vorschlagen

Polen will beim Nato-Gipfel nächste Woche in Brüssel seinen Vorschlag für eine Friedensmission in der Ukraine offiziell einbringen. Das kündigte Ministerpräsident Mateusz Morawiecki am Freitag in Warschau an. Die Staats- und Regierungschefs der Nato-Staaten kommen am 24. März in Brüssel zusammen, um über die Folgen des russischen Angriffs zu beraten. Erwartet wird auch US-Präsident Joe Biden.

Polen hatte eine solche Mission nach einem Besuch der Regierungschefs von Polen, Tschechien und Slowenien beim ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj am Mittwoch in Kiew ins Gespräch gebracht. Sie soll sich für Frieden einsetzen und humanitäre Hilfe leisten und von Streitkräften geschützt werden. Der Vorstoß stieß im Kreis der Nato-Partner auf ein geteiltes Echo.

11:30 Uhr: Kreml kündigt Auftritt Putins in Sicherheitsrat an

Der Kreml hat für Freitagmittag ein Treffen des russischen Präsidenten Wladimir Putin mit den Vertretern des nationalen Sicherheitsrates angekündigt. „Innerhalb der nächsten Stunde wird der Präsident ein operatives Treffen mit den ständigen Mitgliedern des Sicherheitsrates abhalten“, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow der Agentur Interfax zufolge. Anschließend solle über die Inhalte informiert werden. Angaben des russischen Staatsfernsehens zufolge wollte Putin um 15.00 Uhr Moskauer Zeit (13.00 Uhr MEZ) eine Ansprache an die Bevölkerung Russlands halten.

Kremlsprecher Peskow kritisierte zudem neue Äußerungen von US-Präsident Joe Biden, der Putin angesichts des Kriegs gegen die Ukraine am Donnerstag als „mörderischen Diktator“ bezeichnet hatte. „Wir hören und sehen wirklich Äußerungen, die faktisch schon persönliche Beleidigungen gegen Präsident Putin sind“, sagte Peskow. Darüber hinaus wolle er die Aussagen Bidens aber nicht bewerten. Der US-Präsident hatte Putin zum Ärger Moskaus zuvor bereits als „Kriegsverbrecher“ bezeichnet.

11:16 Uhr: Putin beklagt bei Telefonat mit Scholz ukrainische Kriegsverbrechen

Der russische Präsident Wladimir Putin hat bei einem Telefonat mit Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) nach Kremlangaben Kriegsverbrechen der ukrainischen Armee beklagt. Beim Beschuss von Wohnvierteln in den Städten Donezk und Makijiwka habe es zahlreiche Todesopfer gegeben. „Diese Kriegsverbrechen wurden im Westen ignoriert“, hieß es am Freitag in einer Mitteilung des Kreml. Das knapp einstündige Gespräch sei dem Krieg und den Bemühungen, diesen zu beenden, gewidmet gewesen, teilte die Bundesregierung in Berlin mit.

Kanzler Scholz habe „darauf gedrängt, dass es so schnell wie möglich zu einem Waffenstillstand, zu einer Verbesserung der humanitären Lage und zu Fortschritten bei der Suche nach einer diplomatischen Lösung des Konflikts kommt“, hieß es.

10:39 Uhr: Ein Toter und viele Verletzte bei Angriff auf Kiewer Wohngebiet

Bei einem Angriff auf ein Wohnviertel der ukrainischen Hauptstadt Kiew sind nach Angaben von Bürgermeister Vitali Klitschko ein Mensch getötet und 19 verletzt worden. Unter den Verwundeten im Stadtteil Podil seien vier Kinder, sagte Klitschko am Freitag in einem Video, das er auf Telegram veröffentlichte. Russische Truppen hätten Wohnhäuser, Kindergärten und eine Schule beschossen. Diese Angaben ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen.

09:39 Uhr: Geheimdienste: Moskau hat Probleme bei Versorgung der Truppen

Moskau hat nach Einschätzung der britischen Geheimdienste angesichts seines stockenden Vormarsches in der Ukraine Probleme, die eigenen Truppen mit Lebensmitteln oder Benzin zu versorgen. Dass Russland keine Kontrolle über den Luftraum habe und sich kaum über unbefestigtes Gelände bewege, verhindere, dass die russische Armee effektiv mit dem Nötigsten versorgt werden könne, hieß es in der Nacht zum Freitag in einem Geheimdienst-Update des britischen Verteidigungsministeriums.

Die Gegenangriffe ukrainischer Kräfte zwängen Russland dazu, viele Soldaten dafür einzusetzen, ihre eigenen Versorgungswege zu verteidigen. Dies schwäche die russische Kampfstärke deutlich, hieß es.

09:16 Uhr: Ukraine kündigt erneut neun Fluchtkorridore für Zivilisten an

Ukrainischen Angaben zufolge sind für Freitag landesweit erneut neun Fluchtkorridore geplant, über die Zivilisten aus umkämpften Gebieten in Sicherheit gebracht werden sollen. Aus der von Russland belagerten Hafenstadt Mariupol sollen Menschen ins nordwestlich gelegene Saporischschja fliehen können, sagte Vizeregierungschefin Iryna Wereschtschuk am Vormittag in einer Videobotschaft. Weitere sogenannte Korridore soll es beispielsweise in der nordöstlichen Region Sumy geben, die aus verschiedenen Städten ins zentralukrainische Poltawa führen.

Nach Mariupol, wo die Lage besonders dramatisch ist, sei zudem noch immer ein Tanklaster mit Kraftstoff für Privatautos auf dem Weg, sagte Wereschtschuk. In den vergangenen Tagen war Tausenden Zivilisten die Flucht aus Mariupol in eigenen Fahrzeugen geglückt. Viele stecken aber weiter fest in der Stadt am Asowschen Meer, in der es seit Tagen keinen Strom, kein Wasser und keine Heizung mehr gibt. Hilfskonvois kommen nach Angaben aus Kiew nicht bis zu den Menschen dort durch.

09:14 Uhr: Moskau: Russische Armee kämpft im Stadtzentrum von Mariupol

Die russische Armee ist nach eigenen Angaben mit ihren separatistischen Verbündeten ins Stadtzentrum der Hafenstadt Mariupol im Südosten der Ukraine vorgerückt, wo am Freitag gekämpft wurde. „In Mariupol ziehen die Einheiten der Volksrepublik Donezk mit Unterstützung der russischen Streitkräfte ihren Belagerungsring enger und bekämpfen die Nationalisten im Zentrum der Stadt“, erklärte der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow.

Der Sprecher versicherte auch, dass die russischen Streitkräfte und die pro-russischen Separatisten inzwischen 90 Prozent des Gebietes der Region Luhansk kontrollierten, die ebenso wie Donezk von Moskau als unabhängige „Volksrepublik“ anerkannt wurde.

07:04 Uhr: Heftige Explosionen am Flughafen von Lwiw

Nahe Lwiw (Lemberg) in der Westukraine haben sich am Freitagmorgen heftige Explosionen ereignet. Das berichtete der ukrainische Sicherheitsexperte Anton Heraschtschenko auf seinem Telegram-Kanal. Am Stadtrand sei Feuer und Rauch zu sehen. Beobachtungen von Reportern britischer und polnischer Medien legten nahe, dass mehrere mutmaßlich russische Marschflugkörper am Flughafen der Stadt eingeschlagen seien.

In dem seit mehr als drei Wochen dauernden russischen Krieg gegen die Ukraine ist es in Lwiw bislang vergleichsweise ruhig geblieben, die Stadt ist voller Flüchtlinge. Bei einer Attacke auf den Truppenübungsplatz Jaworiw unweit von Lwiw am vergangenen Sonntag hatte es nach Kiewer Angaben mindestens 35 Tote und 134 Verletzte gegeben.

05:36 Uhr: Separatisten in Luhansk melden Beschuss durch ukrainische Seite

Die ukrainische Armee soll nach russischen Angaben binnen 24 Stunden fünfmal fünf Siedlungen in der selbst ernannten Volksrepublik Luhansk (LNR) beschossen haben. Das berichtete die staatliche russische Agentur Tass unter Berufung auf Vertreter der Separatisten in der LNR in der Nacht zu Freitag. Dabei sei in der Kleinstadt Stachanowka eine Metallfabrik beschädigt worden und nun ohne Strom, hieß es im Telegram-Kanal des LNR-Vertreters. In drei weiteren Orten seien zudem insgesamt 18 Häuser und eine Vorschule beschädigt worden. Die Angaben können nicht unabhängig überprüft werden.

03:55 Uhr: Japan verhängt weitere Sanktionen gegen Russland

Japan friert wegen Russlands Krieg gegen die Ukraine die Guthaben weiterer russischer Personen und Organisationen ein. Wie die japanische Nachrichtenagentur Kyodo am Freitag unter Berufung auf die Regierung berichtete, betrifft dies unter anderem den Chef des russischen Militärgeheimdienstes GRU sowie den Waffenlieferanten Rosoboronexport. Damit hat Japan inzwischen gegen 95 russische Personen und Gruppen Sanktionen verhängt. So wurde auch das Vermögen des russischen Präsidenten Wladimir Putin, der Notenbank und des belarussischen Machthabers Alexander Lukaschenko eingefroren.

23:15 Uhr: Blinken nennt russische Angriffe auf Zivilisten in der Ukraine "Kriegsverbrechen"

US-Außenminister Antony Blinken hat die russischen Angriffe auf Zivilisten in der Ukraine als „Kriegsverbrechen“ bezeichnet. US-Präsident Joe Biden habe am Mittwoch gesagt, dass seiner Meinung nach in der Ukraine Kriegsverbrechen begangen würden, „und ich persönlich stimme dem zu“, sagte Blinken am Donnerstag vor Journalisten im US-Außenministerium. Absichtlich Zivilisten anzugreifen, sei ein Kriegsverbrechen. „Nach all den Zerstörungen der vergangenen Wochen fällt es mir schwer, zu dem Schluss zu kommen, dass die Russen etwas Anderes tun“.

Biden zitierte zahlreiche Beispiele, in denen zivile Ziele wie Krankenhäuser oder Schulen angegriffen und Zivilisten getötet worden seien. US-Experten dokumentierten und werteten die Berichte aus um festzustellen, ob es sich dabei tatsächlich um Fälle von Kriegsverbrechen handele.

23:05 Uhr: Russland nimmt Abstand von Abstimmung im UN-Sicherheitsrat

Russland nimmt wegen mangelnder Unterstützung im UN-Sicherheitsrat Abstand von einer angepeilten Abstimmung zu einer Resolution zur humanitären Lage in der Ukraine. Stattdessen soll das mächtigste UN-Gremium am Freitagmorgen US-Ostküstenzeit (wahrscheinlich 1500 MEZ) erneut zu einer Dringlichkeitssitzung wegen angeblicher US-Labore zur Produktion von Biowaffen in der Ukraine zusammenkommen, kündigte der russische UN-Botschafter Wassili Nebensja am Donnerstag in New York an. Der Rat hatte sich schon einmal auf Anfrage Moskaus mit dem Thema beschäftigt. Die Vorwürfe werden weithin als Falschinformation und haltlose Propaganda bezeichnet.

22:25 Uhr: Bundeskanzler Scholz: Dieser Krieg ist Putins Krieg

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hat davor gewarnt, Russland mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin gleichzusetzen. „Nicht das russische Volk hat die fatale Entscheidung des Überfalls auf die Ukraine getroffen. Dieser Krieg ist Putins Krieg“, sagte Scholz am Donnerstagabend auf einer Veranstaltung der Friedrich-Ebert-Stiftung zu Ehren des SPD-Politikers Egon Bahr, der am Freitag 100 Jahre alt geworden wäre.

„Diese Differenzierung ist wichtig. Sie ist wichtig, um die Aussöhnung zwischen Deutschen und Russen nach dem Zweiten Weltkrieg nicht aufs Spiel zu setzen“, betonte Scholz. Sie sei auch wichtig für das Zusammenleben mit den Russen und Ukrainern in Deutschland. „Und sie ist wichtig, um den mutigen russischen Männern und Frauen, die unter hohen persönlichen Risiken gegen Putins Angriffskrieg auf die Straße gehen, eines zu zeigen: Ihr steht nicht allein. Wir stehen an Eurer Seite.“

Kiew: Rauch steigt nach einem Angriff über einem ehemaligen Einkaufszentrum auf, das als Waffendepot des ukrainischen Militärs benutzt worden sein soll. dpa/Alex Chan Tsz Yuk/SOPA Images via ZUMA Press Wire

22:00 Uhr: Pentagon berichtet von stellenweise schwindender Moral bei russischen Soldaten

Das russische Militär greift in der Ukraine nach Angaben der US-Regierung vermehrt zivile Einrichtungen an. „Wir haben eine Zunahme der Angriffe auf zivile Infrastruktur und zivile Ziele festgestellt“, sagte ein hoher US-Verteidigungsbeamter am Donnerstag. Gleichzeitig beobachte man stellenweise schwindende Moral bei den russischen Soldaten. „Wir haben keinen Einblick in jede Einheit und jeden Standort. Aber wir haben sicherlich anekdotische Hinweise darauf, dass die Moral in einigen Einheiten nicht hoch ist“, sagte der Beamte.

Beachtenswert sei außerdem, dass das russische Militär darüber nachdenken würde, Nachschub in die Ukraine zu bringen. Man sehe zwar aktuell noch nicht, dass das passiere. Aber allein, dass dies ein Thema sei, sei ein Zeichen für Sorge auf russischer Seite, sagte der Beamte. „Nach drei Wochen fangen sie an, über Nachschub von anderswo nachzudenken, einschließlich der Unterstützung durch Streitkräfte. Und nach zwei Wochen haben sie einen Aufruf für ausländische Kämpfer gestartet, was wir ebenfalls als interessante Entwicklung bezeichnet haben.“

21:00 Uhr: Nato-Generalsekretär: Es gibt keine Spaltung in der Nato

Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg sieht wegen unterschiedlicher Vorschläge und Ideen in der Verteidigungspolitik keine Spaltung zwischen den Mitgliedsstaaten im Osten und Westen. „Wir sind vereint, (..) in unseren Entscheidungen und darin, wie wir entschlossen, schnell und stark gegen die aggressiven Aktionen Russlands (..) reagiert haben“, sagte Stoltenberg den ARD-„Tagesthemen“ am Donnerstag.

Dennoch gebe es Diskussionen, um langfristiger zu schauen, welche Veränderungen in der Abschreckungs- und Verteidigungspolitik erfolgen müssten, um einer neuen Sicherheitsbedrohung entgegen zu stehen, sagte der Nato-Generalsekretär.

Stoltenberg sagte weiter, er könne die Frustration des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj verstehen. Allerdings müsse die Nato auch sicherstellen, dass dieser Konflikt nicht außer Kontrolle gerate und über die Grenzen der Ukraine hinaus eskaliere.

20:40 Uhr: UN: Angriffe auf Zivilisten in der Ukraine müssen untersucht werden

Angesichts zahlloser toter unbeteiligter Menschen bei Russlands Angriffskrieg in der Ukraine haben die Vereinten Nationen eine Untersuchung gefordert. „Das Ausmaß der zivilen Opfer und die Zerstörung der zivilen Infrastruktur in der Ukraine können nicht geleugnet werden“, sagte die UN-Beauftragte für politische Angelegenheiten, Rosemary DiCarlo, bei einer Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrates am Donnerstag in New York. Dies erfordere eine gründliche Untersuchung und Rechenschaftspflicht.

20:30 Uhr: Friedensgebet im Berliner Dom für die Opfer des Krieges in der Ukraine

Mit einem Friedensgebet im Berliner Dom wollen am Freitag Geistliche verschiedener Konfessionen an die Opfer des Ukraine-Kriegs erinnern und für ein Ende des Konflikts beten. Neben der Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Annette Kurschus, werden dazu am Abend auch Vertreter ukrainischer und russischer Kirchen erwartet.

Mit dem Friedensgebet sollen laut Kurschus die Opfer der Aggression des russischen Staates gegen die Ukraine betrauert werden.

19:10 Uhr: Macron nennt Ukraine-Krieg einen „Elektroschock“ für die Nato

Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine war nach Ansicht des französischen Präsidenten Emmanuel Macron ein „Elektroschock“, der die Nato „aufgeweckt“ habe. Er stehe zu seiner Aussage von 2019, als er gesagt hatte, dass die Nato den „Hirntod“ erlitten habe, sagte Macron am Donnerstag bei der Vorstellung seines Wahlprogramms. Das sei damals wahr gewesen. Seitdem habe sich die Lage geändert. Es sei nötig gewesen, die Strategie der Nato zu präzisieren, und das geschehe nun.

„Ich habe nie dafür plädiert, die Nato zu verlassen“, sagte Macron. „Die Nato ist wichtig für die Interoperabilität“, betonte er mit Blick auf die internationale Zusammenarbeit der Streitkräften. Parallel dazu müsse die europäische Verteidigung weiter ausgebaut werden, betonte Macron. Dies habe der Ukraine-Krieg einmal mehr bekräftigt. Dies werde auch Thema des nächsten EU-Gipfels kommende Woche in Brüssel sein.

16:48 Uhr: Erdogan lädt Putin und Selenskyj in die Türkei ein

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan und sein russischer Kollege Wladimir Putin haben erneut über den Krieg in der Ukraine gesprochen und weitere Kontakte vereinbart. Erdogan forderte am Donnerstag einmal mehr eine Waffenruhe und die Einrichtung effektiver humanitärer Korridore. Er lud Putin zudem zu einem Treffen mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj in die Türkei ein. Nach Kremlangaben informierte Putin über den Fortgang der Verhandlungen russischer und ukrainischer Vertreter.

Am Vortag hatte sich bereits der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu mit seinem Amtskollegen Sergej Lawrow in Russland getroffen. Am Donnerstag traf er dann den ukrainischen Außenminister Dmytro Kuleba zu Gesprächen in Lwiw. Laut Anadolu äußerte Kuleba den Wunsch, dass die Türkei eine der Garantiemächte für ein mögliches Friedensabkommen mit Russland wird. Russland sei damit ebenfalls einverstanden.

16:27 Uhr: Tausend Tschetschenen unterwegs in die Ukraine

Tausend tschetschenische Freiwillige sind nach Angaben von Tschetscheniens Machthaber Ramsan Kadyrow auf dem Weg in die Ukraine. Sein Vertrauter Apti Alaudinow stehe „an der Spitze von tausend Freiwilligen aus der tschetschenischen Republik“, erklärte Kadyrow am Donnerstag im Messenger-Dienst Telegram. Die Kämpfer seien „auf dem Weg zur Teilnahme an der Sonderoperation zur Entnazifizierung und Entmilitarisierung der Ukraine“.

Bereits vor wenigen Tagen hatte der Präsident der russischen Teilrepublik Tschetschenien erklärt, er habe Truppen in der Ukraine besucht. Die Angaben konnten allerdings nicht von unabhängiger Seite bestätigt werden.

Kadyrow ist ein enger Verbündeter von Kreml-Chef Wladimir Putin. Kadyrows Truppen werden in Tschetschenien zahlreiche Gräueltaten vorgeworfen.

14:30 Uhr: UN dokumentieren Tod von 780 Zivilisten in der Ukraine

Das UN-Hochkommissariat für Menschenrechte hat seit dem Einmarsch russischer Truppen den Tod von 780 Zivilisten in der Ukraine dokumentiert. Unter ihnen waren 58 Kinder und Jugendliche. Am Vortag waren es noch insgesamt 726 Tote. Dem Büro lagen zudem verifizierte Informationen über 1252 Verletzte vor. Am Vortag waren es 1174.

Die UN-Hochkommissarin für Menschenrechte, Michelle Bachelet, betont stets, dass die tatsächlichen Zahlen mit Sicherheit deutlich höher liegen. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bräuchten oft Tage, um Opferzahlen zu überprüfen. Das Hochkommissariat gibt nur Todes- und Verletztenzahlen bekannt, die es selbst unabhängig überprüft hat.

13:50 Uhr: Ukrainische Armee will russischen Kommandopunkt zerstört haben

Die ukrainischen Streitkräfte haben nach eigenen Angaben einen Kommandostand der russischen Armee zerstört. „Das bedeutet womöglich den Tod von einigen Generälen und entsprechend eine Pause und Desorganisation des Gegners bei der Führung von Kampfhandlungen“, sagte Präsidentenberater Olexij Arestowytsch am Donnerstag in einer in sozialen Netzwerken verbreiteten Videobotschaft.

Es solle sich dabei um die aus dem Fernen Osten Russlands stammende 35. Armee handeln, hatte vorher das ukrainische Militär mitgeteilt. Generell gab es Arestowytsch zufolge jedoch kaum Lageveränderungen. Überprüfen ließen sich die Angaben nicht.

Dem Generalstab der ukrainischen Armee zufolge haben sich die russischen Streitkräfte im Luhansker Gebiet im westlichen und nordwestlichen Teil der Stadt Rubischne festgesetzt. Westlich und nördlich der Separatistenhochburg Donezk würden ukrainische Positionen angegriffen. Russische Truppen hätten sich im nordwestlichen Teil des Gebietes Cherson an der Grenze zur Region Dnipropetrowsk festgesetzt, hieß es. Damit wären sie nur rund 30 Kilometer von der Großstadt Krywyj Rih entfernt.

13:02 Uhr: Frankreich wirft Russland Schein-Verhandlungen vor

Frankreichs Außenminister Jean-Yves Le Drian hat Russland vorgeworfen, nur zum Schein mit der Ukraine zu verhandeln. Russland verfolge dieselbe Strategie wie bereits in Grosny in Tschetschenien und im syrischen Aleppo. „Erst bombardieren, dann sogenannte humanitäre Korridore einrichten, um dem Gegner vorzuwerfen, sie nicht zu respektieren, und schließlich verhandeln, nur um den Eindruck zu erwecken, dass verhandelt wird“, sagte Le Drian der Zeitung Le Parisien.

„Russland will weiter die Waffen sprechen lassen“, hob Le Drian hervor. Die Drohung mit Atomwaffen nannte er eine „rhetorische Eskalation“, die für den russischen Präsidenten Wladimir Putin typisch sei. „Dies ist unangemessen und unverantwortlich in der aktuellen Situation“, fügte er hinzu.

12:34 Uhr: Ukrainischer Verteidigungsminister: EU sollte Putin als „Kriegsverbrecher“ einstufen

Der ukrainische Verteidigungsminister Oleksij Resnikow hat vom EU-Parlament die Anerkennung des russischen Präsidenten Wladimir Putin als „Kriegsverbrecher“ gefordert. Er „appelliere an alle Mitglieder des Europäischen Parlaments, Putin als Kriegsverbrecher anzuerkennen“, sagte Resnikow am Donnerstag in einer Videokonferenz. Die russische Armee „vernichtet bewusst die Zivilbevölkerung“.

Er verwies auf die Bombardierung eines Theaters in der ukrainischen Hafenstadt Mariupol, das als Schutzort für viele Zivilisten gedieht habe. Resnikow sagte, landesweit seien mehr als 400 Schulen, 110 Krankenhäuser und 1000 Wohnhäuser seit dem russischen Einmarsch in die Ukraine zerstört worden. Er gab zudem an, 14.000 russische Soldaten seien getötet worden.

Resnikow gab sich siegessicher, forderte aber mehr Waffenlieferungen von Europa: „Wir werden gewinnen. Es ist nur eine Frage des Preises, den das ukrainische Volk zahlen wird.“ Russland könne aufgehalten werden, „aber wir brauchen Unterstützung“, sagte er.

Der ukrainische Verteidigungsminister kritisierte darüber hinaus die Ablehnung des Westens, eine Flugverbotszone über der Ukraine zu verhängen. „Wir werden mehr und mehr Leben verlieren und es wird mehr Geld sein, das europäische Länder später zahlen werden, um beim Wiederaufbau der Ukraine zu helfen“, sagte Resnikow.

12.01 Uhr: Ärzte ohne Grenzen: Lage ist unübersichtlich

Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen ist seit Kriegsbeginn in der Ukraine aktiv, sieht sich dort aber mit einer unübersichtlichen Lage konfrontiert, wie Deutschland-Chef Christian Katz gegenüber tagesschau24 sagte. In vielen Städten sei die Lage im Moment sehr unübersichtlich, vor allem in den umkämpften Gebieten sei das Arbeiten schwierig.

Kollegen in Mariupol berichteten demnach immer wieder von Beschüssen, die Versorgung in der ganzen Stadt sei zusammengebrochen, es gebe kaum Trinkwasser. Aus anderen Städten werde berichtet, dass wegen Luftangriffen in Bunkern geschlafen werden müsse.

Die Organisation wolle vor allem Hilfsgüter und Medikamente ins Land bringen, schafft es wegen der Sicherheitslage aber nicht in alle Gebiete. Man hoffe darauf, dass es bald eine Feuerpause gebe, um Medikamente und Hilfsgüter zu liefern.

10:18 Uhr: Schiffe unter Flagge Panamas im Schwarzen Meer beschossen

Seit Beginn des russischen Angriffs auf die Ukraine sind im Schwarzen Meer drei Schiffe unter der Flagge Panamas offiziellen Angaben zufolge von russischen Raketen getroffen worden. Ein Schiff sei gesunken, die beiden anderen hielten sich mit Schäden über Wasser, sagte Panamas Minister für maritime Angelegenheiten, Noriel Araúz, am Mittwoch (Ortszeit) vor Reportern. Die Besatzungen, darunter Ukrainer und andere Nationalitäten, seien in Sicherheit.

Mit zehn weiteren Schiffen, die ebenfalls unter der Flagge Panamas fahren, stehe man in ständigem Kontakt, sagte Araúz weiter. Seinen Informationen zufolge befinden sich im Schwarzen Meer 200 bis 300 Schiffe verschiedener Länder, die aufgrund des Kriegs nicht die Erlaubnis bekämen, weiterzufahren. Mehr Details, wer genau dies verhindere, nannte er nicht. Bei den Schiffen unter Panama-Flagge handele es sich vor allem um Massengutfrachter etwa zum Transport von Getreide.

09:47 Uhr: Russische Truppen sollen Schule zerstört haben

Russland setzt seine Angriffe im Gebiet Charkiw im Nordosten der Ukraine nach Angaben aus Kiew fort. Der Beschuss habe die gesamte Nacht über gedauert, teilte die ukrainische Armee am Donnerstagmorgen mit. Es seien auch Häuser getroffen worden. „Die Kämpfe gehen in Richtung Isjum und Tschuhujiw weiter.“

Die „Besatzer“ hätten in der Stadt Merefa eine Schule und ein Kulturhaus zerstört. Es gebe Verletzte. Genaue Zahlen wurden zunächst nicht genannt. Aus Russland lagen dazu zunächst keine Angaben vor.

09:27 Uhr: Selenskyj bittet in Videoansprache im Bundestag um mehr Hilfe

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat in einer Videoansprache an die Bundestagsabgeordneten um mehr Hilfe für sein Land gebeten. Die Menschen in der Ukraine wollten frei leben und sich nicht einem anderen Land unterwerfen, sagte Selenskyj am Donnerstag laut Übersetzung in einer Videobotschaft an die Abgeordneten des Bundestags. In seinem Land seien nun Zivilisten und Soldaten wahllos Ziel russischer Angriffe. „Wieder versucht man in Europa, das ganze Volk zu vernichten“, sagte er laut Übersetzung. Die Bundestagsabgeordneten waren vor der Rede aufgestanden und begrüßten den auf einer Videoleinwand zugeschalteten Selenskyj mit Applaus.

08:44 Uhr: Scholz telefoniert mit dem Papst zur Lage in der Ukraine

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hat wegen des Kriegs in der Ukraine mit Papst Franziskus gesprochen. Beide hätten sich am Mittwoch in einem Telefonat über die Lage in der Ukraine ausgetauscht, wie Regierungssprecher Steffen Hebestreit am Abend mitteilte. Sie seien sich einig gewesen, dass der Krieg in der Ukraine sofort enden müsse. Zudem sei ein Waffenstillstand angesichts der humanitären Lage vordringlich und notwendig, um weiteres Leid abzuwenden, hieß es nach dem Gespräch.

07:41 Uhr: Behörden: Rakete über Kiew abgefangen - Ein Toter und Verletzte

Die russische Armee hat erneut in den frühen Morgenstunden die ukrainische Hauptstadt bombardiert. Ein 16-stöckiges Wohnhaus im östlichen Kiewer Stadtteil Darnizky sei am frühen Donnerstagmorgen getroffen worden, erklärte der ukrainische Rettungsdienst. „Nach vorläufigen Informationen wurden 30 Menschen geborgen, drei davon wurden verletzt. Eine Person wurde getötet.“

Der obere Teil des Gebäudes wurde teilweise zerstört und eine Wohnung im obersten Stockwerk beschädigt, wie AFP-Journalisten vor Ort berichteten. Fast alle Fenster des Gebäudes wurden zertrümmert und mindestens drei benachbarte Wohnblöcke beschädigt. Nach Angaben des Rettungsdienstes hatten herabstürzende Überreste einer im Anflug abgeschossenen Rakete den Schaden verursacht.

In den vergangenen Tagen waren durch Angriffe auf Kiew jeweils in den Morgenstunden nach ukrainischen Angaben mehrere Menschen getötet worden. Die Stadt verhängte am Dienstag eine Ausgangssperre, die am Donnerstagmorgen endete.

04:01 Uhr: Ukrainischer Präsident Selenskyj spricht per Videoschalte vor dem Bundestag

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj spricht am Donnerstag (09.00 Uhr) per Videoschalte vor dem Bundestag. Er wird sich zur Lage in seinem Land seit Beginn des russischen Angriffskriegs vor drei Wochen äußern. Dabei dürfte Selenskyj auch Forderungen stellen, etwa nach weiteren Waffenlieferungen aus Deutschland.

Der ukrainische Präsident hatte sich in den vergangenen Tagen bereits an mehrere Parlamente in verschiedenen Ländern gewandt. So sprach er am Mittwoch vor dem US-Kongress. Dabei forderte er unter anderem die Schaffung einer Flugverbotszone über seinem Land. Selenskyj zeigte außerdem ein Video von der massiven Zerstörung durch die russischen Angriffe in der Ukraine.

03:37 Uhr: Stadtrat: In bombardiertem Theater in Mariupol waren mehr als 1000 Schutzsuchende

In dem offenbar von der russischen Armee bombardierten Theater in der ukrainischen Stadt Mariupol befanden sich nach neuen Angaben der örtlichen Behörden mehr als tausend Schutzsuchende. In dem Drama-Theater hätten „mehr als tausend Menschen Schutz gefunden“, bevor die russische Armee es angegriffen habe, teilte der Mariupoler Stadtrat am Mittwoch im Messengerdienst Telegram mit. Wieviele der Menschen verletzt wurden oder starben, war weiter unklar.

„Wir werden dies nie verzeihen“, hieß es in der Mitteilung des Stadtrates weiter. Zunächst hatte die Stadtverwaltung erklärt, in dem Theater hätten hunderte Zivilisten Schutz gesucht. Der Eingang des Schutzraums sei „durch Trümmer blockiert“.

02:43 Uhr: Selenskyj: Staat wird alle zerstörten Häuser wieder aufbauen

Die ukrainische Staatsführung hat allen Bürgern versprochen, ihre im Krieg mit Russland zerstörten Häuser und Wohnungen wieder aufzubauen. Programme zum Wiederaufbau seien bereits in Arbeit, sagte Präsident Wolodymyr Selenskyj in einer in der Nacht zu Donnerstag veröffentlichten Videobotschaft. Was auch immer es für Schäden geben möge, sagte Selenskyj, er sei zuversichtlich, dass das Land in der Lage sei, alles rasch wieder herzustellen.

Am Mittwoch hätten die vereinbarten humanitären Korridore nicht funktioniert, sagte Selenskyj weiter. Die russischen Truppen hätten den Beschuss nicht eingestellt. Die ukrainische Seite sei zu Evakuierungen bereit, könne die Menschen aber nicht Beschuss auf der Straße aussetzen. Die Regierungen in Kiew und Moskau geben sich immer wieder gegenseitig die Schuld für gescheiterte Evakuierungsversuche und nicht eingehaltene Feuerpausen.

01:46 Uhr: Kiew: Für Bürgermeister von Melitopol neun junge Soldaten freigelassen

Der am 11. März von russischen Soldaten entführte Bürgermeister der südukrainischen Stadt Melitopol ist nach ukrainischen Angaben im Austausch gegen neun junge russische Soldaten freigekommen. Im Gegenzug für die Freiheit von Bürgermeister Iwan Fedorow habe die Ukraine neun russische Soldaten im Alter von 20 und 21 Jahren freigelassen, sagte die Sprecherin des ukrainischen Präsidialamtes, Dascha Sariwna, am Mittwochabend.

„Das sind im Grunde Kinder, Rekruten, die laut dem russischen Verteidigungsministerium gar nicht in der Ukraine sind“, sagte die Sprecherin über die freigelassenen Russen. „Aber die ganze Welt sieht erneut, dass sie dort sind.“

01:30 Uhr: Natalia Klitschko: Schuldgefühl, weil sie in Deutschland sicher ist

Die Ehefrau von Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko hat nach eigener Aussage Schuldgefühle, weil sie als Ukrainerin mit ihren Kindern in Hamburg in Sicherheit ist. „Die erste Woche des Krieges war für uns alle sehr schlimm“, sagte Natalia Klitschko dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) am Mittwoch. „Unsere Kinder hatten sehr viel Angst um ihren Papa.“ Klitschko und ihre Kinder versuchen demnach, das normale Leben in Deutschland trotz des Krieges in der Ukraine aufrechtzuerhalten. „Aber das Schuldgefühl bleibt. Man fühlt sich schuldig, weil man hier in Sicherheit ist und die Menschen, die wir lieben, in der Ukraine sind und für uns kämpfen“, so Klitschko.

Die 48-Jährige finde es schrecklich, wie viele junge Menschen auf beiden Seiten zur Waffe greifen müssten. „Ich glaube, die russischen Mütter werden das ihrer Regierung nie verzeihen.“

01:01 Uhr: Kiew: Russische Marine blockiert weiter Teil des Schwarzen Meeres

Nach Angaben der Ukraine blockieren Schiffe der russischen Marine weiterhin die Schifffahrt im nordwestlichen Teil des Schwarzen Meeres. Das teilte der ukrainische Generalstab in einem in der Nacht zu Donnerstag veröffentlichten Bericht zur militärischen Lage mit.

Vergangenen Samstag hatte es von der Behörde für Meeres- und Flusstransport der Ukraine geheißen, seit Beginn des Kriegs würden 94 Schiffe mit ausländischer Besatzung und Hunderte von Seeleuten in den Gewässern der ukrainischen Häfen blockiert.

In dem Generalstabsbericht heißt es weiter, an Land konzentrierten sich die russischen Einheiten vor allem auf die Sicherung ihrer Geländegewinne. Es gebe Bemühungen russischer Truppen, südlich der Stadt Isjum vorzudringen, wohl um eine Offensive in Richtung Slowjansk fortzusetzen. Dabei seien sie aber nicht erfolgreich. Die humanitäre Lage in Isjum im Nordosten des Landes, das von der russischen Armee belagert wird, gilt als katastrophal. Zuletzt war in dem Gebiet ukrainischen Angaben zufolge auch das Himmelfahrtskloster Swjatohirsk bei Gefechten beschädigt worden.

00:33 Uhr: Journalistin will Russland nach Protest im Live-TV nicht verlassen

Die russische TV-Journalistin, die während der Nachrichten im Staatsfernsehen mit einem Plakat gegen Russlands Krieg in der Ukraine protestiert hat, will trotz Angst um ihre Sicherheit ihr Land nicht verlassen. „Wir werden in Russland bleiben“, sagte Marina Owssjannikowa in einem Interview des „Spiegel“ (Mittwoch) über sich und ihre beiden Kinder - sie hat einen 17 Jahre alten Sohn und eine 11 Jahre alte Tochter. Zwar mache sie sich große Sorgen, aber: „Ich bin Patriotin, mein Sohn (ist) ein noch viel größerer. Wir wollen auf keinen Fall weg, nirgendwo hin auswandern.“ Dabei wisse sie: „Mein Leben hat sich für immer verändert, das begreife ich erst langsam. Ich kann nicht mehr zurück in mein altes Leben.“

Die Redakteurin des russischen Staatsfernsehens hatte am Montagabend in den Hauptnachrichten des Ersten Kanals ein Protestplakat gegen den Krieg in der Ukraine in die Kamera gehalten. Auf dem Plakat war auch zu lesen, dass die Zuschauer „hier belogen“ werden. Zudem bezeichnete Owssjannikowa den russischen Angriff auf die Ukraine in einem separat aufgenommenen Video als Verbrechen. In russischen Staatsmedien ist es untersagt, von einem Krieg zu sprechen. Die Staatsführung nennt das Vorgehen im Nachbarland eine „militärische Spezialoperation“ zur „Entmilitarisierung“ und zur „Entnazifizierung“ der Ukraine.

23:55 Uhr: Weitere Oligarchen-Jacht in Spanien beschlagnahmt

Die spanischen Behörden haben im Rahmen der EU-Sanktionen wegen des Ukraine-Kriegs eine weitere Jacht beschlagnahmt, die offenbar einem russischen Oligarchen gehört. Die 135 Meter lange Jacht „Crescent“ darf nach Angaben des Verkehrsministeriums vom Mittwoch den Hafen von Tarragona nicht verlassen, während polizeiliche Ermittlungen zum Besitzer des Schiffes liefen. Berichten zufolge gehört die „Crescent“ Igor Setschin, dem Chef des russischen Ölriesen Rosneft und einem Vertrauten des russischen Präsidenten Wladimir Putin.

Setschin steht auf der Liste der russischen Unternehmer, gegen die die Europäische Union nach dem Einmarsch Russlands in die Ukraine am 24. Februar Sanktionen verhängt hat. Die spanischen Behörden haben in den vergangenen Tagen bereits zwei Jachten von russischen Oligarchen beschlagnahmt. Auch in Italien und Frankreich setzten die Behörden Schiffe mit Verbindungen zu russischen Oligarchen fest.

23:25 Uhr: Kiewer Designer Gritsfeldt zeigt Mode mit Botschaften

Vor der Show heulten Sirenen wie bei einem Bombenalarm, am Ende trugen die Models eine riesige ukrainische Fahne über den Laufsteg: Der Designer Jean Gritsfeldt aus Kiew hat bei der Berliner Fashion Week ein Zeichen gegen den Krieg in seiner Heimat gesetzt. „Heute ist nicht die Zeit, über Mode zu sprechen, sondern durch Mode“, sagte Gritsfeldt am Mittwochabend in einer Videobotschaft. Sie zeigten daher nicht die neue Saison oder die neuen Looks, denn wenn man im Bombenkeller sitze, dann kümmere es keinen, was man anhabe. Die Hauptsache sei, sich warm, angenehm und geschützt zu fühlen.

Weil Gritsfeldt nicht anreisen konnte, hatten Helfer seine Ideen umgesetzt. Bei den reduziert-schlichten Entwürfen standen die auf Englisch und Ukrainisch aufgedruckten Worte im Vordergrund, Botschaften etwa für „Respekt“, „Freiheit“ und „Liebe“. Oder, wie auf einem blutrot-hellen Ensemble zu lesen war, für den „Frieden“. Etwa 30 Freiwillige hatten dabei geholfen, die Entwürfe noch spontan zu schneidern.

Im Kraftwerk Berlin präsentieren Models Kreationen des ukrainischen Designers Jean Gritsfeldt und tragen dazu eine ukrainische Fahne. Weil er nicht nach Berlin kommen kann und auch seine Kollektion nicht geliefert werden konnte, haben Freiwillige seine Designs nachgeschneidert, damit sie gezeigt werden können. dpa/Jens Kalaene

23:00 Uhr: Russische Justiz ermittelt wegen Verbreitung von "Falschinformationen"

Die russische Justiz hat am Mittwoch die ersten drei Strafverfahren wegen der Verbreitung von „Falschinformationen“ über die russische Armee eingeleitet. Im Visier der Ermittler sind zwei nicht namentlich genannte Beschuldigte aus Tomsk und Sewersk in Sibirien sowie die im Ausland lebende Russin Veronika Belotserkowskaja, wie auf der Website des russischen Ermittlungskomitees gemeldet wurde. Gegen Belotserkowskaja, der 900.000 Menschen bei Instagram folgen, soll demnach ein internationaler Haftbefehl ausgestellt werden. Die Verdächtigen sollen nach Angaben des Ermittlungskomitees Anfang März im Internet „Falschinformationen“ über das Vorgehen der russischen Truppen in der Ukraine verbreitet haben.

Die Ermittlungen sind nach einem neuen Gesetz möglich, das Anfang März - inmitten des Ukraine-Konflikts - verabschiedet wurde. Es sieht Haftstrafen von bis zu 15 Jahren vor.

22:40 Uhr: UN-Sicherheitsrat berät. Britische UN-Vertretung: "Russland begeht Kriegsverbrechen"

Der UN-Sicherheitsrat soll am Donnerstag zum neunten Mal seit der Eskalation in der Ukraine über Russlands Angriffskrieg beraten. Die Dringlichkeitssitzung des mächtigsten UN-Gremiums wurde unter anderem von Irland, Großbritannien, den USA, Frankreich, Albanien und Norwegen beantragt und soll am Nachmittag (voraussichtlich 20 Uhr MEZ) stattfinden. In einem Tweet sagte die Britische UN-Vertretung zur Begründung: „Russland begeht Kriegsverbrechen und greift Zivilisten an.“

Lesen Sie auch:

22:00 Uhr: US-Präsident Biden bezeichnet Kreml-Chef  Wladimir Putin als "Kriegsverbrecher"

US-Präsident Joe Biden hat Kreml-Chef Wladimir Putin wegen des russischen Einmarschs in die Ukraine als „Kriegsverbrecher“ bezeichnet. „Ich denke, er ist ein Kriegsverbrecher“, sagte Biden am Mittwoch zu einem Journalisten im Weißen Haus. US-Regierungsvertreter hatten es bislang vermieden, von russischen „Kriegsverbrechen“ in der Ukraine zu sprechen und Putin öffentlich einen „Kriegsverbrecher“ zu nennen.

Bidens Sprecherin Jen Psaki sagte, Biden habe „aus seinem Herzen“ gesprochen, nachdem er im Fernsehen Bilder aus der Ukraine gesehen habe, welche die „barbarischen Aktionen eines brutalen Diktators“ dokumentierten. Das US-Außenministerium habe die juristische Prüfung zur Einstufung russischer Angriffe in der Ukraine als Kriegsverbrechen aber noch nicht abgeschlossen, betonte Psaki.

21:45 Uhr: Weitere Zivilisten konnten aus der belagerten Stadt Mariupol fliehen

Aus der belagerten ukrainischen Hafenstadt Mariupol sind ukrainischen und russischen Angaben zufolge etliche weitere Zivilisten geflohen. Am Mittwoch seien rund 11.000 Menschen in 2500 privaten Autos aus der Stadt am Asowschen Meer hinaus gefahren, teilte der Mariupoler Stadtrat am Abend mit. Wer es auf eigene Faust bis zu der mehr als 70 Kilometer westlich gelegenen Stadt Berdjansk geschafft habe, könne von dort mit Bussen weiter nach Saporischschja weiter nordwestlich gebracht werden, hieß es.

Zuvor hatte das russische Verteidigungsministerium bereits über mehr als 31.000 aus Mariupol evakuierte Zivilisten berichtet.

21:05 Uhr: Bürgermeister von Melitopol telefoniert mit Selenskyj

Der am 11. März von russischen Soldaten entführte Bürgermeister der südukrainischen Stadt Melitopol ist nach ukrainischen Behördenangaben wieder frei. In einem im Messengerdienst Telegram veröffentlichten Video ist der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bei einem Telefonat mit dem Bürgermeister Iwan Fedorow zu sehen. Er sei „froh, mit einem lebenden Mann zu sprechen“, sagt Selenskyj darin.

Fedorow dankt Selenskyj in dem Video dafür, „dass Sie mich nicht im Stich gelassen haben“. Er brauche noch „ein bis zwei Tage“, um sich zu erholen. Danach stehe er Selenskyj „zur Verfügung, um zu unserem Sieg beizutragen“.

Fedorow war am Freitag vergangener Woche aus einem Krisenzentrum in Melitopol verschleppt worden. Nach Angaben des ukrainischen Parlaments hatte der Bürgermeister sich geweigert, „mit dem Feind zu kooperieren“.

20:45 Uhr: US-Präsident Biden sagt Ukraine 1 Milliarde Dollar Hilfe zu

US-Präsident Joe Biden hat der Ukraine weitere Hilfen in Höhe von insgesamt einer Milliarde Dollar (910 Millionen Euro) sowie Unterstützung bei der Beschaffung zusätzlicher militärischer Ausrüstung zugesagt. Es handele sich um „direkte Übertragungen von Ausrüstung unseres Verteidigungsministeriums an die ukrainische Armee, um ihr im Kampf gegen die (russische) Invasion zu helfen“, sagte Biden am Mittwoch. Die Unterstützung der USA für die Ukraine sei „beispiellos“.

In den angekündigten Finanzhilfen enthalten sind 200 Millionen Dollar, die Biden bereits am Sonnabend für zusätzliche militärische Ausrüstung für die Ukraine zugesagt hatte.

20:30 Uhr: Kanzler Scholz fordert von Putin: "Beenden Sie diesen Krieg sofort"

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hat den russischen Präsidenten Wladimir Putin aufgefordert, die Angriffe auf die Ukraine sofort einzustellen. „Beenden Sie diesen Krieg sofort, stoppen Sie den Waffengang“, sagte Scholz bei einer Pressekonferenz in Berlin.

„Russland treibt seine militärische Invasion jeden Tag weiter mit all den schrecklichen Verlusten, was Menschenleben betrifft“, sagte Scholz. Unter den Todesopfern des „schrecklichen Krieges“ seien Frauen, Männer und Kinder, aber auch „unglaublich viele russische Soldaten“.

20:25 Uhr: Britischer Verteidigungsminister bestätigt Lieferung von Luftabwehrraketen

Der britische Verteidigungsminister Ben Wallace hat die geplante Lieferung von Luftabwehrraketen an die Ukraine bestätigt. Bereits in der vergangenen Woche hatte London angekündigt, es werde geprüft, ob der Ukraine sogenannte Starstreak-Raketen zur Verfügung gestellt werden können.

Nun kam die endgültige Zusage. „Wir liefern sie, sie werden an den Schauplatz gehen“, sagte Wallace der BBC zufolge am Rande eines Treffens der Verteidigungsminister der Nato-Staaten in Brüssel. Unklar war jedoch zunächst, wie viele der Raketen an die Ukraine weitergegeben werden sollen. Eine Flugverbotszone über der Ukraine lehnte Wallace jedoch als „Schritt zu weit“ erneut ab

18:59 Uhr: Luftangriff auf Theater mit hunderten Schutzsuchenden in Mariupol

In der südukrainischen Stadt Mariupol ist am Mittwoch ein Theater bombardiert worden, in dem „hunderte“ Menschen Zuflucht gesucht hatten. Ein russisches Flugzeug habe „eine Bombe über dem Gebäude abgeworfen, in dem hunderte Zivilisten Schutz gesucht hatten“, teilte das Rathaus der von russischen Truppen belagerten Hafenstadt im Messengerdienst Telegram mit. Angaben über Tote und Verletzte könnten bislang nicht gemacht werden, da der Beschuss des Wohnviertels anhalte, hieß es weiter.

Kiew und Moskau haben sich gegenseitig die Schuld für einen vermeintlichen Angriff auf Hunderte Zivilisten in einem Theater in der ukrainischen Hafenstadt Mariupol gegeben.

Russische Soldaten hätten am Mittwoch keinerlei Luftangriffe gegen Bodenziele in Mariupol ausgeführt, teilte das russische Verteidigungsministerium mit. „Nach verfügbaren zuverlässigen Daten“ hätte das ukrainische nationalistische Regiment Asow das zuvor bereits verminte Theatergebäude attackiert, hieß es.

Zuvor hatte der ukrainische Außenminister Dmytro Kuleba Russland für den Angriff verantwortlich gemacht. „Ein weiteres entsetzliches Kriegsverbrechen in Mariupol“, twitterte er. „Heftiger russischer Angriff auf das Drama-Theater, wo sich Hunderte unschuldiger Zivilisten versteckt haben.“ Das Gebäude sei vollständig zerstört. Die Angaben beider Seiten ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen.

18:33 Uhr: Ukraine: Verschwundener Bürgermeister von Melitopol wieder frei

Der verschwundene Bürgermeister der unter russischer Besatzung stehenden südukrainischen Stadt Melitopol ist nach Angaben aus Kiew wieder aufgetaucht. „Soeben wurde die Spezialoperation zur Befreiung des Bürgermeisters von Melitopol, Iwan Fedorow, aus der Gefangenschaft abgeschlossen“, sagte der Vizechef des Präsidentenbüros, Kyrylo Tymoschenko, am Mittwoch in einer Videobotschaft beim Nachrichtenkanal Telegram. Präsident Wolodymyr Selenskyj habe bereits mit ihm gesprochen. Fedorow befinde sich in der zentralukrainischen Stadt Saporischschja. Details wurden nicht mitgeteilt.

Fedorow war am vergangenen Freitag verschwunden. Kurz zuvor hatten die prorussischen Separatisten gegen den 33-Jährigen ein Verfahren wegen Unterstützung einer ukrainischen rechtsextremen Organisation eingeleitet. Kiew sprach von einer Entführung, in der Stadt demonstrierten zahlreiche Menschen für eine Freilassung Fedorows.

17:45 Uhr: Bundeswehr verlegt Patriot-Flugabwehrraketen an Nato-Ostflanke

Die Bundeswehr hat mit einer Verlegung des Flugabwehrraketensystems Patriot in die Slowakei begonnen. Die Slowakei grenzt nicht an Russland, aber an die von Russland angegriffene Ukraine. Fahrzeuge mit Ausrüstung und Waffensystemen setzten sich am Mittwoch nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur in Husum (Schleswig-Holstein) in Bewegung. Nach dem Willen der Bundesregierung sollen die Soldaten mit ihrer Stationierung einen Beitrag zum Schutz des Nato-Partners leisten. Das Patriot-System („Phased Array Tracking Radar to Intercept on Target“) dient zur Bekämpfung von Flugzeugen, taktischen ballistischen Raketen und Marschflugkörpern.

17:36 Uhr: Keine Medikamente und Lebensmittel im besetzten Gebiet Cherson, humanitäre Katastrophe droht

Die ukrainische Regierung hat vor einer humanitären Katastrophe im von russischen Truppen eroberten Gebiet Cherson gewarnt. „Wegen der vorübergehenden Besatzung fehlt es den Menschen in den Siedlungen, vor allem den kleineren, an Medikamenten und teilweise an Nahrungsmitteln“, schrieb die Menschenrechtsbeauftragte des ukrainischen Parlaments, Ljudmyla Denisowa, am Mittwoch bei Telegram. „Aufgrund des aggressiven Vorgehens und des Beschusses der russischen Besatzer ist es nicht möglich, Waren aus anderen Regionen der Ukraine zu liefern.“ Zudem gebe es Probleme bei der Strom-, Gas- und Wasserversorgung.

Russland hat nach eigenen Angaben das südukrainische Gebiet Cherson rund um die gleichnamige Großstadt komplett besetzt. Aus der Region kommen seitdem immer wieder Berichte, dass russische Truppen pro-ukrainische Lokalpolitiker verschleppt hätten

17:01 Uhr: Zehn Menschen vor Lebensmittelladen durch russischen Beschuss getötet

Russische Soldaten haben nach ukrainischen Angaben mindestens zehn Menschen getötet, die vor einem Lebensmittelladen in Tschernihiw anstanden, um Brot zu kaufen. Um 10.00 Uhr (Ortszeit; 09.00 Uhr MEZ) am Mittwochmorgen hätten die russischen Armeeangehörigen das Feuer auf die Menschenschlange eröffnet, teilte die ukrainische Generalstaatsanwaltschaft mit. „Nach vorläufigen Erkenntnissen wurden zehn Zivilisten getötet.“ Es sei eine Untersuchung wegen „vorsätzlichen Mordes“ eingeleitet worden.

16:35 Uhr: Nato prüft „erhebliche“ Truppenaufstockung in Osteuropa

Wegen des russischen Angriffs auf die Ukraine zeichnet sich eine dauerhafte Aufstockung der Nato-Truppen in den östlichen Bündnisländern ab. Bündnis-Generalsekretär Jens Stoltenberg sagte am Mittwoch nach einem Sondertreffen der Nato-Verteidigungsminister in Brüssel, nötig seien „erheblich mehr Truppen im östlichen Teil der Allianz mit höherer Bereitschaft“. Nach seinen Worten beauftragten die Nato-Staaten die Militärführung mit der Ausarbeitung konkreter Pläne.

16:14 Uhr: Internationaler Gerichtshof: Russland muss Angriff auf die Ukraine stoppen

Der Internationale Gerichtshof in Den Haag, das höchste UN-Gericht, hat ein „sofortiges“ Ende des russischen Angriffs auf die Ukraine gefordert. „Die Russische Föderation muss sofort die Militäroperationen einstellen, die sie am 24. Februar auf dem Staatsgebiet der Ukraine begonnen hat“, sagte Richterin Joan Donoghue am Mittwoch. Die von der russischen Armee ausgehende Gewalt sei „zutiefst besorgniserregend“.

15:42 Uhr: USA warnen Moskau vor Einsatz von Massenvernichtungswaffen

Die US-Regierung hat Russland vor dem Einsatz chemischer oder biologischer Waffen in der Ukraine gewarnt. Dies würde für Moskau „Folgen“ haben, warnte US-Präsident Joe Bidens Nationaler Sicherheitsberater Jake Sullivan am Mittwoch in einem Gespräch mit dem russischen Sicherheitsratschef Nikolai Patruschew. Das Weiße Haus erklärte, Sullivan habe deutlich gemacht, dass die USA die Ukraine weiterhin unterstützen würden, zu weiteren Strafmaßnahmen gegen Russland bereit seien und auch die Verteidigung der osteuropäischen Nato-Staaten weiter stärken würden.

Falls Russland „ernsthaft“ an einer diplomatischen Lösung interessiert sei, sollte es aufhören, „ukrainische Städte und Dörfer zu bombardieren“, sagte Sullivan der Mitteilung zufolge weiter.

Aus Moskau wiederum hieß es nach dem Gespräch, Russland habe die USA mit Nachdruck aufgefordert, ihre Waffenlieferungen an die Ukraine zu beenden. Auch die Unterstützung der Einreise ausländischer Kämpfer in die Ukraine müsse gestoppt werden.

14:41 Uhr: „Zynischer Schachzug“? Russische UN-Resolution gegen Angriffe auf Zivilisten

UN-Sicherheitsrat soll am Donnerstag über eine von Russland eingebrachte Resolution zur humanitären Lage in der Ukraine abstimmen. Diplomaten zufolge soll das mächtigste UN-Gremium am Nachmittag US-Ostküstenzeit (wahrscheinlich 21.00 Uhr MEZ) zusammenkommen. Die Beschlussvorlage aus Moskau enthält unter anderem die Forderung, dass der Sicherheitsrat Angriffe auf Zivilisten verurteilen solle und ruft zu einem „verhandelten Waffenstillstand“ auf.

Die britische UN-Botschafterin Barbara Woodward bezeichnet die russische Initiative angesichts Moskaus Angriffskrieg in der Ukraine als „zynischen Schachzug“ und „Beleidigung“. Es scheint wahrscheinlich, dass Russland nicht die für eine Annahme nötigen neun Stimmen des 15-köpfigen Rates erhält.

13:59 Uhr: Bewaffnete Ukraine-Friedensmission? Nato skeptisch

Der polnische Vorstoß für eine Nato-„Friedensmission“ in der Ukraine stößt im Bündnis auf Skepsis. Mehrere Mitgliedsländer äußerten sich am Mittwoch bei einem Sondertreffen der Nato-Verteidigungsminister in Brüssel zurückhaltend zu dem Vorschlag, der einen einstimmigen Beschluss erfordern würde. Ungeachtet der russischen Drohungen mit Vergeltung wollen die USA und andere Nato-Länder ihre Waffenlieferungen an die Ukraine fortsetzen.

Die niederländische Verteidigungsministerin Kajsa Ollongren sagte: „Eine Friedensmission ist schwierig, solange der Krieg noch anhält.“ Frühestens wenn es einen Waffenstillstand gebe und Russland seine Truppen abgezogen habe, könne die Nato über solche Pläne reden.

13:17 Uhr: Russische Behörde sperrt Websites von mindestens 13 Medien

Russland hat den Zugang zu Internetauftritten von mindestens 13 Medien gesperrt. Russische und ausländische Medien wie die preisgekrönte Enthüllungswebsite Bellingcat, eine russischsprachige israelische Nachrichtenseite und einige regionale Portale wie Permdaily.ru waren am Mittwoch von russischen IP-Adressen aus nicht erreichbar. Die Websites werden auf der offiziellen Sperrliste der Medienaufsichtsbehörde Roskomnadsor geführt.

13:16 Uhr: Selenskyj ordnet tägliche Schweigeminute für Kriegsopfer an

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat eine tägliche Schweigeminute für die Opfer des Krieges angeordnet. „Jeden Morgen um 9.00 Uhr (8.00 Uhr MEZ) werden wir der Ukrainer gedenken, die ihr Leben gaben“, sagte Selenskyj in einer Videobotschaft, die am Mittwoch in sozialen Netzwerken veröffentlicht wurde. Das schließe sowohl Soldaten als auch Zivilisten ein. „Alle, die noch leben könnten, wenn Russland diesen Krieg nicht begonnen hätte“, sagte der 44-Jährige.

Zudem forderte das Staatsoberhaupt die internationale Ächtung Russlands als Terrorstaat. „Der russische Staat hat sich in einen offenen Terroristen verwandelt, und ihm ist das nicht peinlich“, sagte Selenskyj. Der Staatschef führte als Beispiel Entführungen von Bürgermeistern und Abgeordneten in den von Russland besetzten Gebieten und den Fall eines Krankenhauses in der Hafenstadt Mariupol an. Das russische Militär soll dort etwa 400 Mitarbeiter in den Gebäuden festhalten. Moskau werde sich für alles verantworten müssen, sagte Selenskyj.

12:30 Uhr: Kreml hält „Kompromiss“ zur Neutralität der Ukraine für möglich

Der Kreml hält im Ukraine-Konflikt eine Neutralität des Nachbarlandes nach dem Vorbild Schwedens und Österreichs für möglich. „Das ist die derzeit diskutierte Option“, sagte am Mittwoch Kreml-Sprecher Dmitri Peskow. Dieses Neutralitäts-Modell könne „ein Kompromiss“ sein.

Selenskyjs Berater Mychailo Podoljak wies eine Neutralität nach schwedischem oder österreichischem Modell jedoch zurück und forderte „absolute Sicherheitsgarantien“: „Die Ukraine befindet sich gerade in einem direkten Kriegszustand mit Russland“, erklärte er. Daher könne es nur ein „ukrainisches“ Modell sein, dessen Unterzeichner sich verpflichten, im Falle einer Aggression auf Seiten der Ukraine zu intervenieren.

10:38 Uhr: Chefankläger vom UN-Kriegsverbrecher-Tribunal spricht mit Ukraine-Flüchtlingen

Der Chefankläger des UN-Kriegsverbrechertribunals, Karim Khan, reist am Mittwoch an die polnisch-ukrainische Grenze. Khan werde in Begleitung von Polens Justizminister Zbigniew Ziobro einen Erstaufnahmepunkt am Grenzort Medyka besuchen, teilte das Justizministerium in Warschau mit.

Die Vereinten Nationen haben vor dem Tribunal ein Verfahren in Gang gesetzt, das mögliche Kriegsverbrechen beim russischen Angriff auf die Ukraine untersuchen soll. Polens Präsident Andrzej Duda hatte in der vergangenen Woche bei einem Besuch von US-Vizepräsidentin Kamala Harris gesagt, Russland Attacke trage die Züge eines Völkermords.

10:38 Uhr: Trotz Verhandlungen! Neue russische Angriffe auf Kiew und andere Städte

Ungeachtet aller Verhandlungsbemühungen setzt die russische Armee ihren heftigen Beschuss ukrainischer Städte fort: In Kiew waren am Mittwochmorgen erneut mehrere starke Explosionen zu hören, auch aus anderen Regionen wurden neue Angriffe gemeldet. Aus dem seit zwei Wochen belagerten Mariupol konnten tausende Menschen fliehen, doch angekommen im vermeintlich sicheren Saporischschja schlugen auch dort Raketen ein. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sieht dennoch Bewegung in den Verhandlungen mit Russland.

AFP-Korrespondenten in Kiew berichteten am Mittwochmorgen von starken Explosionen und anschließend aufsteigenden schwarzen Rauchsäulen. Bereits am Dienstag hatten die russischen Streitkräfte mehrere Wohnhäuser unter Beschuss genommen. Nach ukrainischen Angaben starben mindestens vier Menschen. Am Mittwoch machten die Behörden zunächst keine Angaben. Wegen einer am Dienstagabend verhängten Ausgangssperre konnten auch Medienvertreter sich nicht in der Stadt bewegen.

10:25 Uhr: London: „Schwere Verluste“ der russischen Armee

Großbritannien sieht im Ukraine-Krieg große Verluste auf russischer Seite. Die ukrainischen Streitkräfte hätten taktisch Russlands Schwächen ausgenutzt, den russischen Vormarsch vereitelt und „den Truppen schwere Verluste zugefügt“, hieß es am Mittwoch in einem Geheimdienst-Update des britischen Verteidigungsministeriums. Die Russen täten sich schwer mit den Herausforderungen des ukrainischen Geländes. Da es ihnen nicht gelungen sei, den Luftraum unter ihre Kontrolle zu bringen, seien ihre Optionen begrenzt.

Der ukrainische Generalstab gab an, die russische Armee habe seit Ausbruch des Krieges bereits bis zu 40 Prozent ihrer Einheiten verloren. Die Angaben können nicht unabhängig geprüft werden.

10:13 Uhr: Russische Truppen feuern auf Flüchtlings-Stadt Saporischschja

Russische Truppen haben nach ukrainischen Angaben die im Süden des Landes gelegene Stadt Saporischschja angegriffen, in der sich neben den Einwohnern auch tausende Flüchtlinge aus dem belagerten Mariupol aufhalten. „Erstmals sind zivile Objekte in Saporischschja angegriffen worden“, schrieb am Mittwoch Gouverneur Alexander Staruch im Online-Dienst Telegram. Die Raketen seien unter anderem auf einem Bahnhofsgelände eingeschlagen, es sei niemand getötet worden.

Saporischschja war bisher von den Kämpfen weitgehend ausgenommen. Das von russischen Truppen bereits vor zwei Wochen eingenommene Atomkraftwerk Saporischschja liegt 50 Kilometer außerhalb. Die Stadt war bislang ein erster sichere Anlaufpunkt für Menschen, die aus der von russischen Truppen belagerten Hafenstadt Mariupol flüchteten. Von Saporischschja aus brechen die Menschen dann in den Westen der Ukraine sowie nach Polen oder andere Nachbarländer auf.

09:55 Uhr: Kiew: Bisher keine Einigung auf Fluchtkorridore am Mittwoch

Zivilisten aus umkämpften Städten und Dörfern in der Ukraine können nach Angaben aus Kiew am Mittwoch nicht auf eine Evakuierung hoffen. Kiew habe keine Antwort auf seine ans Rote Kreuz gerichteten Vorschläge erhalten, sagte Vizeregierungschefin Iryna Wereschtschuk in einem am Mittwoch veröffentlichten Video. „Die Frage humanitärer Korridore für Isjum und Mariupol ist offen. Es ist derzeit unmöglich, Menschen dort gefahrlos herauszuholen“, sagte Wereschtschuk. „Wege für die Lieferung von Lebensmitteln und Medikamenten in eroberte Städte werden ausgearbeitet.“

Die Lage in einigen ukrainischen Städten wie Isjum im Nordosten des Landes, das von der russischen Armee belagert wird, oder der südostukrainischen Hafenstadt Mariupol, die seit Tagen vollständig eingeschlossen ist, gilt als katastrophal. In den vergangenen Tagen waren immer wieder Menschen über vereinbarte Fluchtkorridore entkommen. In Mariupol waren mehrere Evakuierungsversuche gescheitert, bis am Dienstag schließlich etwa 20 000 Menschen die Stadt verlassen konnten.

09:43 Uhr: London: Ukraine bekommt trotz russischer Warnungen Waffen

Die Ukraine bekommt nach Angaben des britischen Verteidigungsministers trotz russischer Warnungen weiter Waffen. „Wir liefern weiterhin Waffen aus vielen Richtungen in die Ukraine, und diese gehen an die Front“, sagte Minister Ben Wallace am Mittwoch am Rande von Beratungen mit Kolleginnen und Kollegen in der Nato-Zentrale in Brüssel. Auch der russische Raketenangriff auf den ukrainischen Truppenübungsplatz Jaworiw nahe der Grenze zu Polen habe die Lieferungen nicht komplizierter gemacht. „Für uns überhaupt nicht“, sagte er.

09:23 Uhr: Fast 175.000 Ukraine-Flüchtlinge in Deutschland registriert

Immer mehr Menschen fliehen aus der Ukraine vor dem Krieg nach Deutschland. Die deutschen Behörden registrierten binnen eines Tages rund 15 000 Neuankömmlinge. Seit Beginn des russischen Angriffs sind damit 174 597 Menschen aus der Ukraine nach Deutschland eingereist und dabei registriert worden, wie das Bundesinnenministerium am Mittwoch mitteilte. Die meisten sind Frauen und Kinder. Erfasst werden allerdings nur jene, die von der Bundespolizei festgestellt werden, etwa an der österreichisch-bayerischen Grenze oder in Zügen.

Im Regelfall gibt es aber keine festen Grenzkontrollen an den EU-Binnengrenzen, und Ukrainer dürfen erst einmal ohne Visum einreisen - die Zahl der Angekommenen ist daher wahrscheinlich deutlich höher. Nicht erfasst wird außerdem, wie viele womöglich von Deutschland aus weiterreisen zu Freunden oder Verwandten in anderen Staaten.

08:50 Uhr: London: Ukraine bekommt trotz russischer Warnungen Waffen

Die Ukraine bekommt nach Angaben des britischen Verteidigungsministers trotz russischer Warnungen weiter Waffen. „Wir liefern weiterhin Waffen aus vielen Richtungen in die Ukraine, und diese gehen an die Front“, sagte Minister Ben Wallace am Mittwoch am Rande von Beratungen mit Kolleginnen und Kollegen in der Nato-Zentrale in Brüssel. Auch der russische Raketenangriff auf den ukrainischen Truppenübungsplatz Jaworiw nahe der Grenze zu Polen habe die Lieferungen nicht komplizierter gemacht. „Für uns überhaupt nicht“, sagte er.

Zum polnischen Vorschlag für eine internationale Friedensmission etwa unter Führung der Nato äußerte sich Wallace zurückhaltend. Er wolle sich erst die Details anschauen, sagte er.

Russland hat den Westen zuletzt wiederholt vor Waffenlieferungen an die Ukraine gewarnt. Ein Konvoi mit neuen Rüstungsgütern könne von russischen Streitkräften als Ziel genommen werden, sagte der russische Vize-Außenminister Sergej Rjabkow am Samstag im Moskauer Staatsfernsehen.

08:16 Uhr: Starke Explosionen und Rauchsäulen in Kiew

In Kiew sind am Mittwochmorgen laut Berichten von AFP-Korrespondenten erneut mehrere starke Explosionen zu hören gewesen. So habe es am frühen Morgen im Westen der ukrainischen Hauptstadt drei Detonationen gegeben. Wie bereits am Vortag, als die russischen Streitkräfte mehrere Wohnhäuser unter Beschuss genommen hatten, stiegen anschließend schwarze Rauchsäulen auf. Weitere Explosionen folgten später am Morgen.

Die Behörden machten zunächst keine Angaben. Wegen einer am Dienstagabend verhängten Ausgangssperre konnten auch Medienvertreter sich nicht in der Stadt bewegen. Am Dienstagmorgen waren durch mehrere russische Angriffe mindestens vier Menschen getötet worden.

07:58 Uhr: Ukrainischer Innenminister: Räumung von Minen wird Jahre dauern

Als eine Folge des Krieges wird die Ukraine nach Einschätzung von Innenminister Denys Monastyrskyj noch über Jahre mit der Räumung von Minen zu kämpfen haben. Dafür reichten aber die Kapazitäten der ukrainischen Spezialisten wohl nicht aus, sagte er am Mittwoch der Nachrichtenagentur Ukrinform. Es sei keine Sanierung von Gebäuden möglich, ohne dass sie vorher auf Minen untersucht würden. Die Ukraine sei dabei auf die Hilfe anderer Länder angewiesen. Er habe bereits an seine Kollegen in der EU appelliert, sagte Monastyrskyj. Schon jetzt geht die Ukraine von Kriegsschäden von umgerechnet Hunderten Milliarden Euro aus.

05:05 Uhr: Ukraine-Botschafter: Schröder-Vermittlung „endgültig erledigt“

Der ukrainische Botschafter in Deutschland hat die Vermittlungsbemühungen von Altkanzler Gerhard Schröder im Ukraine-Krieg für gescheitert erklärt. „Die Sache ist für uns endgültig erledigt“, sagte Botschafter Andrij Melnyk der Deutschen Presse-Agentur. „Für die Ukraine machen weitere Gespräche Schröders gar keinen Sinn. Es ist schon traurig zu beobachten, wie die ganze Sache schief gelaufen ist.“

Schröder war vergangene Woche Mittwoch von Istanbul aus nach Moskau gereist, wo er nach dpa-Informationen am Donnerstag mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin sprach. Schröder ist seit langem mit Putin befreundet, der vor knapp drei Wochen einen Angriffskrieg gegen die Ukraine begonnen hat. Der Altkanzler ist zudem für die Erdgas-Pipeline-Unternehmen Nord Stream 1 und 2 als Lobbyist tätig sowie Aufsichtsratschef beim russischen Ölkonzern Rosneft.

05:00 Uhr: Tierheime suchen Unterkünfte für ukrainische Haustiere

Tierheime suchen Unterkünfte für Haustiere, die mit ihren Besitzerinnen und Besitzern aus der Ukraine geflüchtet sind. Deutschland hat wie andere europäische Länder die Einreisebedingungen für die tierischen Begleiter der Geflüchteten gelockert - in den Notunterkünften werden sie aber allenfalls geduldet. Wenn nicht, müssen sie ins Tierheim umziehen, bis ihre Halterinnen und Halter eine andere Bleibe haben.

Das ist zum Beispiel in München, Karlsruhe oder Heidelberg der Fall, wo schon einzelne Tiere untergebracht werden mussten. Grundsätzlich seien Haustiere in Asylunterkünften nicht erlaubt, erläutert die Regierung von Oberbayern, die unter anderem für das Ankunftszentrum in München zuständig ist. Zurzeit werde aber eine Ausnahme gemacht. „Als dauerhafte Lösung ist diese vorübergehende Duldung jedoch nicht vorgesehen“, heißt es.

04:03 Uhr: Ukraine rechnet mit großen Kriegsschäden für die heimische Wirtschaft

Infolge des russischen Angriffskrieges geht die Ukraine von großen Schäden für die heimische Wirtschaft aus. Nach vorläufigen Berechnungen würden sich die direkten einmaligen Verluste für die Ukraine auf bisher 565 Milliarden US-Dollar (515 Mrd. Euro) belaufen, sagte Ministerpräsident Denis Schmygal am Dienstagabend in Kiew. „In der Tat sind dies die Mittel, die benötigt werden, um unseren Staat wiederherzustellen.“ Die ukrainische Regierung habe bereits Experten beauftragt, sich mit der Bewertung der Verluste für die Wirtschaft infolge der russischen Aggression zu beschäftigen.

Auch der ukrainische Finanzminister Serhij Martschenko hatte vor kurzem von enormen negativen Kriegsfolgen gesprochen. Das liege auch daran, dass die umkämpften Gebiete Charkiw, Kiew und Mariupol wirtschaftlich bedeutend seien. Nach Einschätzung von Vize-Wirtschaftsminister Denys Kudin betragen allein die bislang entstandenen Schäden an der Infrastruktur rund 119 Milliarden Dollar. Unabhängig überprüfen ließ sich die Zahlen zunächst nicht.

02:46 Uhr: Ukraine: Russische Armee hat bis zu 40 Prozent der Einheiten verloren

Die russische Armee soll nach Angaben des ukrainischen Generalstabs bereits bis zu 40 Prozent der Einheiten verloren haben, die seit dem russischen Einmarsch am 24. Februar an Kämpfen beteiligt waren. Diese Truppen seien entweder vollständig zerstört worden oder hätten ihre Kampfkraft verloren, teilte der Generalstab in Kiew in der Nacht zu Mittwoch in einem Lagebericht mit. Eine konkrete Zahl nannte er nicht. Die Angaben können nicht unabhängig geprüft werden.

Die schlimmste Situation herrsche weiter in der Gegend um die umkämpfte Hafenstadt Mariupol, hieß es. Hier versuche die russische Armee, die Stadt am westlichen und östlichen Rand zu blockieren. Sie erleide dabei aber erhebliche Verluste. Am Dienstag konnten sich nach Behördenangaben etwa 20 000 Menschen aus der von russischen Truppen eingeschlossenen Stadt am Asowschen Meer in Sicherheit bringen.

01:55 Uhr: Selenskyj: Positionen bei Verhandlungen klingen realistischer

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat sich zu den Gesprächen mit Russland über ein Ende des Krieges vorsichtig optimistisch geäußert. Die Verhandlungspositionen hörten sich realistischer an, sagte er in einer in der Nacht zu Mittwoch veröffentlichten Videobotschaft. Bis die Ukraine zufrieden sein könne, dauere es aber noch. „Wir alle wollen so schnell wie möglich Frieden und Sieg“, meinte der Präsident. „Aber es braucht Mühe und Geduld. Es muss noch gekämpft und gearbeitet werden.“ Jeder Krieg ende mit einer Vereinbarung. „Die Treffen werden fortgesetzt.“

Beide Seiten verhandelten am Montag und Dienstag in einer Videoschalte. Am Dienstagabend erklärte Präsidentenberater Mychajlo Podoljak, die Gespräche würden an diesem Mittwoch fortgesetzt.

00:56 Uhr: „Ihr seid nicht allein“: EU-Regierungschefs treffen Selenskyj in Kiew

Die Regierungschefs von Polen, Tschechien und Slowenien haben dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj bei einem Treffen im umkämpften Kiew Solidarität und Unterstützung zugesagt. „Hier, im vom Krieg zerrissenen Kiew, wird Geschichte geschrieben“, betonte der polnische Ministerpräsident Mateusz Morawiecki. „Hier kämpft die Freiheit gegen die Welt der Tyrannei. Hier hängt die Zukunft von uns allen in der Schwebe“, teilte er per Twitter mit.

Morawieckis Stellvertreter Jaroslaw Kaczynski sprach sich der PiS-Partei zufolge für eine internationale Friedensmission etwa der Nato aus, die in der Lage sein sollte, sich zu verteidigen. „Wir bewundern euren mutigen Kampf“, erklärte der tschechische Ministerpräsident Petr Fiala bei dem Treffen am Dienstagabend. „Ihr kämpft um euer Leben, euer Land und eure Freiheit. Wir wissen, dass ihr auch um unser Leben kämpft. Ihr seid nicht allein.“

00:26 Uhr: Russland leitet Verfahren für Austritt aus Europarat ein

Russland hat ein Verfahren zum Austritt aus dem Europarat eingeleitet. Wie das Außenministerium in Moskau am Dienstag über den Messengerdienst Telegram mitteilte, wurde der Generalsekretärin des Rates, Marija Pejcinovic Buric, die „Mitteilung über den Austritt der Russischen Föderation aus der Organisation“ übergeben. Moskau warf der Nato und der EU vor, den Europarat zu einem Instrument im Dienste „ihrer militärisch-politischen und wirtschaftlichen Expansion im Osten“ gemacht zu haben.

Die Institutionen des Europarats seien „systematisch dazu benutzt worden, Druck auf Russland auszuüben und sich in seine inneren Angelegenheiten einzumischen“, hieß es in der Mitteilung des russischen Außenministeriums.

Weitere News zum Ukraine-Krieg im hier im Newsblog >>>