Xavier Bertrand dürfte Präsidentschaftskandidat werden.   AFP/Francois Lo Presti

In Frankreich deutet sich nach Regionalwahlen an, dass ein Konservativer 2022 zum ernstzunehmenden Teilnehmer der landesweiten Präsidentschaftswahlen wird. Xavier Bertrand (56), Präsident der Nordregion Hauts-de-France mit Lille als Hauptstadt, holte dort die absolute Mehrheit und verkündete: „Das gibt mir die Stärke, auf alle Franzosen zuzugehen.“ 

Der Ex-Minister könnte als Präsident regionales Flair einbringen: Er beherrscht den ulkigen Nord-Dialekt, der eingedeutscht im Film „Willkommen bei den Sch'tis“ auch hierzulande bekannt geworden war.

Die erst 2016 gegründete liberale Partei LREM von Präsident Emmanuel Macron und das rechtspopulistische  RN von Marine Le Pen konnten keine der zwölf Regionen des französischen Festlands erobern. Le Pen und Macron, der sie 2017 schlug, sind geschwächt. Sieben Regionen blieben bei Mitte-Rechts-Bündnissen, fünf bei linken Zusammenschlüssen. 

Prognosen sind dennoch schwierig. Macron hat relativ gute Umfrageergebnisse, viel besser als sein Vorgänger Francois  Hollande ein Jahr vor der Wahl 2017, und an den Regionalwahlen bestand nur sehr begrenztes Interesse: Zwei Drittel der Wahlberechtigten gaben ihre Stimme nicht ab. Vor allem junge Leute blieben der Wahl fern.