Eine Schülerin macht ihre Mathe-Aufgaben am Computer.
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Der Fernunterricht in der Corona-Krise hat in vielen Schulen die Digitalisierung stark vorangetrieben. Aber eine Studie zeigt jetzt, dass ein ziemlich großer Teil der Kinder davon nichts hatte. Sie waren für ihre Lehrer nicht über das Internet erreichbar.

Angebote nicht von allen Kindern angenommen

Neue Lernformen, Online-Unterricht, Pauken per App: Das klingt modern, aber es funktioniert nur, wenn alle Schüler Internet haben. Und wenn Eltern dafür sorgen, dass Kinder ihre digitalen Aufgaben erledigen. Nicht zuletzt müssen Lehrer bereit sein, die neuen Möglichkeiten zu nutzen. In der Corona-Krise, als alle Schulen dicht waren, hat das nicht geklappt.

Bildungsministerin Anja Karliczek will nun mehr Geld für Schüler-Laptops bereitstellen.
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Viele Schüler in Deutschland waren digital nicht erreichbar. Das zeigt das „Schulbarometer“ der Pädagogik-Hochschule Zug. Im Einzelnen: Nur etwas mehr als die Hälfte der befragten Schulmitarbeiter gaben an, fast alle Kinder erreicht zu haben. 14 Prozent erklärten, dass sie zehn Prozent ihrer Schüler nicht über das Internet erreichen konnten.

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Zwölf Prozent sagten, dass 15 bis 20 Prozent digital nicht kontaktierbar waren. 14 Prozent gaben sogar an, dass 25 bis 50 Prozent digital nicht angesprochen werden konnten. Und bei acht Prozent der Befragten lief es so schlecht, dass sie zu 50 bis 100 Prozentihrer Schüler keinen digitalen Kommunikationsweg aufbauen konnten. Bei den Kommunikationsmedien setzen die Schulen vor allen noch auf die E-Mail (66 Prozent), gefolgt vom Handy (Anruf oder Nachricht), der Website der Schule und Online-Plattformen wie Moodle.

Deutschland schneidet im Vergleich schlecht ab

Verglichen mit Österreich und der Schweiz schneidet Deutschland laut Studie bei der technischen Ausstattung am schlechtesten ab. Befragt wurden über 7000 Menschen aus dem Schulbetrieb, davon 655 Schulleiter. Bildungsministerin Anja Karliczek will nun mehr Geld für Schüler-Laptops bereitstellen.