CDU-Chef Armin Laschet – sein Buch von 2009 sorgt für Zündstoff. imago/Political-Moments

Hat Unions-Kanzlerkandidat Armin Laschet (CDU) in seinem Buch „Die Aufsteigerrepublik“ doch mehr abgeschrieben als bisher bekannt? Laut dem Nachrichtenmagazin Spiegel gebe es neben den bereits bisher öffentlich bekannten Textübernahmen ohne ausreichende Quellenangabe mindestens vier weitere Stellen, bei denen Laschet Fragmente von anderen Autoren übernommen habe, ohne die Herkunft dieser Passagen zu kennzeichnen.

Vier weitere Text-Passagen abgekupfert?

Laschet soll sich in dem 2009 erschienenen Buch textlich demnach unter anderem bei Salomon Korn, dem früheren Vizepräsidenten des Zentralrats der Juden in Deutschland, und bei zwei Wikipedia-Artikeln bedient haben. Außerdem soll er sich einen Satz des damaligen EU-Innenkommissars Franco Frattini zu eigen gemacht haben, ohne den Satz als Zitat zu kennzeichnen und ohne die Quelle zu nennen.

Laschets Büro verwies gegenüber dem Spiegel auf die eigene Überprüfung des Buchs, die bereits vor einer Woche eingeleitet wurde, nachdem Plagiatsvorwürfe laut geworden waren.

Die Plagiats-Vorwürfe dürften Armin Laschet im Rennen ums Kanzleramt weitere Sympathiepunkte kosten. Laut aktuellem ARD-Deutschlandtrend rutschte Laschet in der Wählergunst kräftig ab. Nur 20 Prozent der Befragten würden ihn bei einer Direktwahl des Kanzlers wählen, acht Punkte weniger als im Vormonat. Dies ging vor allem zu Lasten seines Auftritts im Hochwasser-Katastrophengebiet. Dort war er während einer Ansprache von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier kichernd im Hintergrund zu sehen.

Plagiatsjäger überprüften Laschets Buch

Der Münchner Juraprofessor und Plagiatsexperte Volker Rieble hält allerdings die Gefahr für gering, dass mit Politikerbüchern wie mit dem von Laschet oder auch mit dem der Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock Lesertäuschung betrieben werde.

Weil die Erwartungen an solche Veröffentlichungen von vornherein gering seien, könnten die Autoren damit auch keinen Schaden anrichten. „Die Aufregung um diese Politikerbücher ist völlig überflüssig“, sagte Rieble dem Magazin.

Die ersten Plagiatsvorwürfe im Zusammenhang mit Laschet waren Ende Juli durch den Autor Karsten Weitzenegger öffentlich geworden, der vom bekannten Plagiatsjäger Martin Heidingsfelder auf die mutmaßliche Übernahme von Textpassagen Weitzeneggers aufmerksam gemacht worden war. Laschet räumte daraufhin Fehler ein und kündigte an, eine Prüfung des gesamten Buches zu veranlassen.

Danach hatte der Wiener Medienwissenschaftler Stefan Weber in Laschets Buch eine längere Passage gefunden, die auffällig mit einem Text des Politologen Hans Maier übereinstimme, wie Weber in seinem Blog schrieb.

Weber hatte zuvor Baerbock mehrere wörtliche Übernahmen in ihrem neuem Buch „Jetzt. Wie wir unser Land erneuern“ vorgeworfen.