Corona-Schnelltest (Symbolbild) dpa/Sebastian Gollnow

Die offiziellen Corona-Fallzahlen des Robert-Koch-Instituts (RKI) nähern sich in der Omikron-Welle einem Plateau – allerdings ist die Aussagekraft der Daten derzeit eingeschränkt. Zum ersten Mal seit Ende Dezember meldeten die Gesundheitsämter binnen eine Tages weniger Neuinfektionen ans RKI als am selben Wochentag der Vorwoche. So gab das RKI die Zahl der neuen Corona-Fälle am Freitag mit 240.172 an, am Freitag zuvor waren es 248.838. Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz stieg nur noch leicht auf 1472,2 (Vortag: 1465,4; Vorwoche: 1349,5; Vormonat: 387,9).

Es ist schwer zu beurteilen, ob die offiziellen Zahlen das reale Infektionsgeschehen widerspiegeln und der rasante Anstieg bei den Ansteckungen in Deutschland tatsächlich abgebremst ist. Es könnte auch sein, dass die aktuellen Zahlen die Folge eines überlasteten Melde- und Testsystems sind. Eine Rolle könnte unter anderem auch spielen, dass einige Menschen ihren positiven Selbst- oder Schnelltest nicht mit einem PCR-Test abklären lassen. Sie tauchen dann nicht in der Statistik auf.

Experte: Maximum der Infektionen Mitte Februar

Der Corona-Modellierer Dirk Brockmann rechnet dennoch damit, dass der Höhepunkt der Omikron-Welle demnächst erreicht wird. „Der Verlauf dieser Omikron-Welle scheitelt jetzt und wir rechnen damit, dass dann die nächsten Tage das Maximum erreicht ist“, sagte der Physiker der Berliner Humboldt-Universität am Freitag im Deutschlandfunk. Nach seinen Prognosen sei Mitte Februar das Maximum erreicht.

Die Zahl der Corona-Patienten auf Intensivstationen ging bis Anfang Februar stark zurück, stieg seitdem aber – auf vergleichsweise niedrigem Niveau – wieder leicht an. Die Zahl der in Kliniken gekommenen coronainfizierten Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gab das RKI am Freitag mit 6,46 an (Donnerstag: 6,23). Darunter können auch Menschen mit positivem Corona-Test sein, die eine andere Haupterkrankung haben.

Unsicherheitsfaktor Omikron-Subvariante BA.2

Ein Unsicherheitsfaktor ist Experten zufolge die Omikron-Subvariante BA.2. Sie ist nach ersten Erkenntnissen übertragbarer als die bislang dominierende Form BA.1. BA.2 breitet sich nach Einschätzung des RKI in Deutschland weiter aus – jedoch bislang auf niedrigem Niveau. Für die Woche bis zum 30. Januar weist das RKI in seinem Wochenbericht vom Donnerstagabend einen Anteil von 8,1 Prozent aus – im Vergleich zu rund fünf Prozent eine Woche zuvor. „Hinsichtlich der klinischen Charakteristik gibt es derzeit keine Hinweise darauf, dass sich Infektionen mit BA.2 von Infektionen mit BA.1 unterscheiden“, heißt es in dem Bericht.

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Mitten in der Debatte um mögliche Corona-Lockerungen wiesen Experten zuletzt immer wieder auf den neuen Subtyp BA.2 hin, der sich unter anderem in Ländern wie Dänemark bereits stark ausgebreitet hat. Dies ist demnach auch in Deutschland möglich und könnte nach Einschätzung vieler dafür sorgen, dass die Omikron-Welle länger dauert.