Professor Gernot Marx spricht für die Intensivmediziner und kann nicht verstehen, dass sich jemand nicht impfen lässt. imago/Ralph Sondermann

Kaum beschlossen, wurden die Entscheidungen der Bund-Länder-Runde zu Corona gleich wieder kritisiert. So zeigte sich Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU), der an den Verhandlungen von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Länderchefs teilgenommen hatte, „nicht ganz“ zufrieden.

Er wolle, dass vom 23. August an nur noch Geimpfte und Genesene („2G“-Regel)  beispielsweise in Restaurants gehen dürfen, nicht aber auch negativ Getestete („3G“). „2G wird so oder so kommen und mir wäre es lieber, wir würden jetzt ehrlich drüber reden als es zu vertagen bis nach der Bundestagswahl.“  Ähnlich sieht es der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach, der bei großen Veranstaltungen in Innenräumen 2G bevorzugt.

Markus Söder (CSU), Ministerpräsident von Bayern Peter Kneffel/dpa

Intensivmediziner: „Kann nicht nachvollziehen, warum man dieses tolle Errungenschaft nicht nutzt“

Als zweites Druckmittel, sich impfen zu lassen, war beschlossen, worden, dass es vom 11. Oktober an keine kostenlosen Schnelltest mehr für Ungeimpfte (Ausnahme: Schwangere und unter 18-Jährige) geben wird. Gernot Marx, Präsident der Vereinigung der Intensiv- und Notfallmediziner, forderte zur Impfung auf: „Wenn man das Leid der Verstorbenen und der Angehörigen sieht und derer, die überlebt haben, kann ich es nicht nachvollziehen, warum man dieses tolle Errungenschaft nicht nutzt.“

Alena Buyx,  Vorsitzende des Deutschen Ethikrats, sprach sich für kostenpflichtige Corona-Schnelltests aus. „Es ist sehr schwer zu begründen und zu sagen: ‚Bitte zahlt mir als Solidargemeinschaft, die ihr euch alle impft, weiter die Tests, damit ich ins Kino oder ins Konzert kann‘.“