Auf der Bölschestraße, einer großen Einkaufsstraße, wird mit Hinweisen auf dem Pflaster auf die Maskenpflicht aufmerksam gemacht.  Foto: Kira Hofmann/dpa-Zentralbild/dpa

Der Berliner Senat berät am Dienstag (Pk 13.00 Uhr) über das weitere Vorgehen in der Corona-Pandemie nach gut zwei Wochen Teil-Lockdown. Grundlage sind die Ergebnisse der Videokonferenz von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten der Länder am Montag, bei der keine neuen Einschränkungen beschlossen wurden.

Allerdings riefen Merkel und die Ministerpräsidenten die Bürger dringend dazu auf, ihre privaten Kontakte noch einmal deutlich zu reduzieren. Da die Infektionszahlen immer noch hoch seien, sollte jeder auf private Feiern verzichten und Zusammenkünfte mit Freunden und Bekannten auf einen festen weiteren Hausstand beschränken, so der Beschluss.

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Thema im Senat ist darüber hinaus der Aufbau von Impfzentren, der bis Mitte Dezember geplant ist. In Berlin sollen sechs solcher großen Zentren entstehen, in denen täglich Tausende Menschen gegen Corona geimpft werden sollen. Noch ist kein Impfstoff verfügbar, mehrere Firmen haben dies aber für die kommenden Monate in Aussicht gestellt.

Längerfristige politische Strategien gefordert

Am 2. November war das öffentliche Leben bundesweit teilweise heruntergefahren worden - mit der Schließung von Gastronomie, Kultur- Sport- und Freizeiteinrichtungen sowie strengen Kontaktbeschränkungen. Das gilt zunächst für vier Wochen bis 29. November. Ob die Maßnahmen verlängert oder noch verschärft werden, soll bei einer neuen Bund-Länder-Runde am 25. November entschieden werden.

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Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller forderte nach der Kanzler-Schalte am Abend längerfristige politische Strategien zur Eindämmung der Pandemie. „Sie können jede einzelne Maßnahme jeden Tag neu beschließen“, sagte der SPD-Politiker. „Aber wir sind an einem Punkt, wo man einerseits konkret auf die Zahlen reagieren muss, und wo man auf der anderen Seite auch für die Wintermonate nicht nur den Bürgerinnen und Bürgern, sondern auch Institutionen, Häusern, der Kultur, der Gastronomie einmal eine Perspektive vermitteln muss, wo es hingehen kann.“

7-Tage-Inzidenz: Ampel auf Rot

Müller schätzt die Corona-Lage in Deutschland nach zwei Wochen Teil-Lockdown weiterhin als problematisch ein. „Die Situation ist weiter besorgniserregend.“ In den zurückliegenden Wochen sei zwar durch die Maßnahmen einiges erreicht worden. „Aber das ist nicht genug“, so der Regierungschef. „Die Wintermonate werden nicht einfach werden.“

Die Zahl der Corona-Infektionen in Berlin ist weiter hoch. Am Montag meldeten die Gesundheitsämter 1337 neue Corona-Fälle. Damit stieg die Gesamtzahl der Infizierten seit Beginn der Pandemie auf 49 034, wobei 29 927 als genesen gelten. Die Zahl der Corona-Toten stieg um 8 auf 371, wie aus dem Lagebericht der Gesundheitsverwaltung hervorgeht.

Weiterhin zeigt eine der drei Berliner Corona-Ampeln Rot, nämlich die sogenannte 7-Tage-Inzidenz. Sie liegt nunmehr bei 224,8 Neuerkrankungen pro 100 000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen - und damit um 18 Prozent höher als vor einer Woche. Zum Vergleich: Der kritische Schwellenwert bei der 7-Tage-Inzidenz beträgt 50.