Die Impfstoffe können sehr seltene Krankheiten auslösen. imago/Jochen Eckel

Der europäische Ausschuss für Risikobewertung hat einen Warnhinweis für eine sehr seltene Nervenkrankheit (GBS) in den Beipackzettel des Covid-19-Impfstoffs Vaxzevria von Astrazeneca aufgenommen.

Beim festgestellten Guillain-Barré-Syndrom (GBS) werden durch eine überschießende Autoimmunreaktion Nerven geschädigt, so dass sie keine Reize mehr übertragen können.

Mehrere Fälle des Guillain-Barré-Syndroms in Deutschland 

„Es sind mehrere Fälle eines Guillain-Barré-Syndroms (GBS) nach Vaxzevria in Deutschland gemeldet worden, als aufgrund der Anzahl geimpfter Personen zufällig erwartet würde, was auf ein Risikosignal hinweist“, heißt es im Sicherheitsbericht des Paul-Ehrlich-Instituts.

Die US-Arzneimittelbehörde FDA hatte einen entsprechenden Hinweis bereits Anfang der Woche in die Produktinformation zum Corona-Impfstoff von Johnson & Johnson aufgenommen. Sie verwies jedoch darauf, dass die Wahrscheinlichkeit, die Nervenerkrankung zu bekommen, insgesamt sehr gering sei.

Herzerkrankungen bei mRNA-Impfstoffen

„Sehr selten“ wurden dem PEI zufolge darüber hinaus Fälle der Herzerkrankungen Myokarditis und Perikarditis nach Impfungen mit Biontech und Moderna beobachtet. Der Ausschuss für Risikobewertung habe deshalb beschlossen, Myokarditis und Perikarditis in die Fach- und Gebrauchsinformationen beider mRNA-Impfstoffe aufzunehmen.

„Nach den bislang vorliegenden Daten sind offenbar vor allem junge Männer nach Gabe der zweiten Dosis betroffen, typischerweise innerhalb von 14 Tagen.“ Das Nutzen-Risiko-Verhältnis der Impfstoffe sei aber „weiterhin positiv“.