Über einen Monat lang lag Alexej Nawalny  in der Charité, die meiste Zeit im Koma. Foto: Andrew Lubimov/AP/dpa

Berlin- Nach seiner Vergiftung hat der Kreml-Kritiker Alexej Nawalny (44) in einem ersten Videointerview seine Vorwürfe gegen den russischen Präsidenten Wladimir Putin bekräftigt. Seine Version sei, dass die Tat auf Anweisung Putins begangen worden sei.

Man könne den Kampfstoff Nowitschok nicht im Supermarkt kaufen. Er sei wesentlich schwieriger zu beschaffen als beispielsweise eine Pistole und es gebe im Grunde keinen Schwarzmarkt dafür, so Nawalny. Aus seiner Sicht schränke dies den Kreis der möglichen Täter erheblich ein.

Der russische Oppositionelle war am 20. August während eines Inlandsflugs in Russland zusammengebrochen und später zur Behandlung in die Berliner Charité gebracht worden. Wochenlang lag er dort im künstlichen Koma.

Unterdessen hat die Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OVCW) bestätigt, dass Nawalny mit einem Nervengift der in der Sowjetunion entwickelten Nowitschok-Gruppe vergiftet wurde. Die Ergebnisse der von der OVCW beauftragten Labore stimmten mit den Ergebnissen überein, die durch Speziallabore in Deutschland, Schweden und Frankreich erzielt worden seien, teilte Regierungssprecher Steffen Seibert in Berlin mit.