Ramstein ist eine US-Luftwaffenbasis und beherbergt das Oberkommando der Nato-Luftwaffen. Foto: Sebastian Kramer/dpa

Militär ohne Überwachungs- und Kommunikationssatelliten ist blind. Die Nato treibt deshalb ihre Vorbereitungen für die Verteidigung im Weltall voran. Die Verteidigungsminister der 30 Mitgliedstaaten wollen am  Donnerstag den Aufbau eines „Space Center“ in Ramstein (Rheinland-Pfalz) verkünden. Es soll Information über mögliche Attacken auf Satelliten sammeln, unter Umständen zu einem Kommandozentrum für Abwehrmaßnahmen werden. 

Es soll an in Ramstein ans Luftwaffen-Oberkommando des Bündnisses angegliedert werden und als Koordinationsstelle für die Weltraumüberwachung dienen, denn es gibt bereits mehrere Einrichtungen mit ähnlichen Aufgaben oder Planungen dafür.

Die Nato hatte 2019 entschieden, das All zu einem eigenständigen Operationsgebiet zu erklären. Der Beschluss ermöglicht es der Nato zum Beispiel, bei Alliierten für Einsätze die Bereitstellung von  Satellitenkommunikation anzufordern.  

Keine Waffen im All

„Die Nato hat nicht die Absicht, Waffen im Weltraum zu stationieren, aber wir müssen sicherstellen, dass unsere Missionen und Operationen die passende Unterstützung haben“, hatte Generalsekretär Jens Stoltenberg gesagt. Über Satelliten läuft die Kommunikation bei Militäreinsätzen, sie werden zur Aufklärung und Spionage sowie für Navigationssysteme genutzt. Angriffe auf sie könnten die Verteidigungsfähigkeit erheblich einschränken.

Aufgerüstet: Indien protzt mit dieser Art von Raketen, die Satelliten abschießen können. Foto: imago images/Hindustan Times

Neben den USA haben zuletzt vor allem Staaten wie Russland, China und Indien ihre Fähigkeiten im Weltraum  ausgebaut. So testete Russland 2020   Anti-Satelliten-Waffen, nachdem Indien bereits 2019 einen (eigenen) Satelliten mit einer Rakete hatte abschießen können.

2019 nahmen die USA ihr Führungskommando für Einsätze im Weltraum in Betrieb, innerhalb der Nato gibt es weitere Vorhaben. So soll eine Art Denkfabrik für die Weltraumaktivitäten aufgebaut werden.  Zwei Standorte sind im Gespräch: In Kalkar (Nordrhein-Westfalen), wo das Kompetenzzentrum für die Nato-Luftstreitkräfte sitzt. In Toulouse wird derzeit das französische Raumfahrtkommando aufgebaut.

Teleskopkuppeln in Uedem: Hier hat die deutsche Luftwaffe ein Weltraumoperationszentrum eingerichtet. Foto: Arnulf Stoffel/dpa

Die Bundesluftwaffe hat im September in Uedem (Nordrhein-Westfalen) ein Weltraumoperationszentrum gegründet.  Es soll helfen, Satelliten vor Störungen und Attacken zu schützen, indem man sie beispielsweise bei einem Laser-Angriff wegdreht - eine passive Abwehr, weil die Bundeswehr keine Waffen hat, um auf Angriffe im Weltraum militärisch zu antworten.