Natalia Klitschko, Frau des Bürgermeisters von Kiew und Ex-Profiboxers Vitali Klitschko, wirbt in Deutschland um Hilfe für ihr Land. dpa/Jonas Walzberg

Jeden Tag bangt Natalia Klitschko mit ihren Kindern in Hamburg um das Leben ihres Ehemanns Vitali Klitschko. Während der Ex-Boxchampion und Bürgermeister von Kiew daheim gegen die russischen Angriffe kämpft, wirbt Natalia Klitschko in Deutschland um Unterstützung für ihr geschundenes Land.

Am Sonntag wird Natalia Klitschko auch in Berlin als Rednerin bei der großen Solidaritätskundgebung „Sound of Peace“ vor dem Brandenburger Tor auftreten.

Seit 26 Jahren sind Natalia und Vitali Klitschko verheiratet, die beiden haben drei Kinder. imago/Pop-Eye

Seitdem Russland die Ukraine bombardiert, hat die Sängerin Schuldgefühle, weil sie als Ukrainerin mit ihren Kindern in Hamburg in Sicherheit ist. „Die erste Woche des Krieges war für uns alle sehr schlimm“, sagte Natalia Klitschko dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). „Unsere Kinder hatten sehr viel Angst um ihren Papa.“

Klitschko und ihre Kinder versuchen demnach, das normale Leben in Deutschland trotz des Krieges in der Ukraine aufrechtzuerhalten. „Aber das Schuldgefühl bleibt. Man fühlt sich schuldig, weil man hier in Sicherheit ist und die Menschen, die wir lieben, in der Ukraine sind und für uns kämpfen“, so Klitschko.

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dpa/Markus Scholz
Natalia Klitschko sang bei dem Solidaritätskonzert „Stand with Ukraine“ am 12. März in Hamburg ein ukrainisches Volkslied.

Natalia Klitschko: „Ich glaube, die russischen Mütter werden das ihrer Regierung nie verzeihen“

Die 48-Jährige finde es schrecklich, wie viele junge Menschen auf beiden Seiten zur Waffe greifen müssten. „Ich glaube, die russischen Mütter werden das ihrer Regierung nie verzeihen.“

Die große Hilfsbereitschaft in Deutschland ist laut Klitschko unter anderem der Angst vor einem dritten Weltkrieg geschuldet. „Mittlerweile ist vielen Europäern klar: Wenn das in der Ukraine nicht aufhört, kann jedes Land das nächste sein. Jeder, der dort für die Ukraine kämpft und stirbt, stirbt nicht nur für sein Land, sondern auch für Europa.“