35 Prozent teurer soll nun auch Strom werden. dpa/Schuldt

So schnell kann man mehr Geld gar nicht verdienen, wie derzeit alles teurer wird. Gerade haben am Montag wieder zahlreiche Lebensmittelhändler ihre Preise massiv erhöht – um teilweise bis zu 50 Prozent – jetzt kommt der nächste Preis-Schock mit Ansage: 35 Prozent teurer soll nun auch Strom werden. Wer soll das denn alles noch bezahlen?

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Filip Thon, Chef des Energieriesen Eon Deutschland, bereitet Verbraucherinnen und Verbraucher in einem großen Interview im RND auf massive Preiserhöhungen für Strom und Gas vor. „Wir müssen diese beispiellose Lage auf dem Markt in unserer Preisgestaltung auch anteilig abbilden, versuchen aber, so viel wie möglich abzufedern“, so Thon.

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556 Euro Mehrkosten für Strom pro Familie

„In der Stromgrundversorgung wurden bereits mehr als 1000 Erhöhungen angekündigt und zum Teil schon durchgeführt. Da geht es um Aufschläge von durchschnittlich 35 Prozent“, erklärt der Eon-Boss.

Das bedeutet konkret: Eine vierköpfige Familie mit einem durchschnittlichen Energieverbrauch von 5000 Kilowattstunden Strom zahlt dann nicht mehr rund 1590 Euro, sondern satte 2146 Euro. Das sind 556 Euro mehr.

Millionen Deutsche werden diese Erhöhungen deutlich zu spüren bekommen. „Wir haben beispielsweise die Tarife in der Stromgrundversorgung in mehr als zwei Jahren größtenteils gar nicht angepasst. Wir haben sogar teilweise gesenkt“, betont Thon. Doch: „Das wird in diesem Jahr nicht möglich sein, weil wir im Großhandel für Gas die 20-fach und für Strom die achtfach höheren Preise sehen. Wir müssen diese beispiellose Lage auf dem Markt in unserer Preisgestaltung auch anteilig abbilden, versuchen aber, so viel wie möglich abzufedern.“

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Strom wird in Deutschland deutlich teurer. Julian Stratenschulte/dpa

Politische Entwicklung beeinflusst die Preise für Strom und Gas

Grund für die explodierenden Energiepreise, die sich schon jetzt ganz deutlich an den Tankstellen in Deutschland widerspiegeln, ist auch der Krieg Russlands gegen die Ukraine. Aber nicht nur. „Derzeit sind die Speicher nur zwischen 25 und 27 Prozent gefüllt. Das ist ein sehr niedriges Niveau, entsprechend hoch wird die Nachfrage zum Füllen der Speicher sein. Und das treibt die Preise. Die Lage ist sehr angespannt – auch ohne Lieferstopp“, meint Thon.

Sollte es wirklich zum Lieferstopp kommen, sind die angekündigten 35 Prozent wohl lange nicht das Ende des Preis-Schocks. „Die politische Entwicklung beeinflusst die Preise im Großhandel ganz massiv“, weiß auch der Eon-Boss.

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