Wer im Herbst neue Winterreifen kauft, dürfte beim Bezahlen schlucken. dpa/Wolfgang Kumm

Industrielle Vorprodukte wie Holz, Stahl oder Plastik sind knapp, weil in der Corona-Krise weniger bestellt wurde, Produzenten und Transporteure dem Nachfrageboom nicht decken können. Nach Expertenmeinung gehen die schon deutlich gestiegenen Preise weiter nach oben. Das wird auch bei den Verbrauchern ankommen. 

Das fängt bei Konservendosen an.  Stahl ist knapp und teuer geworden. Das trifft zunächst Bau,  Autoindustrie oder Maschinenbau. Aber: Der Bundesverband der obst-, gemüse- und kartoffelverarbeitenden Industrie (BOGK) beklagt einen Preisaufschlag um bis zu 80 Prozent bei Blechdosen und Deckeln. Ähnliche Entwicklungen sieht der  BOGK bei Glas, die Kosten für Konserven- und Marmeladengläser sind gestiegen. Die finanziellen Reserven der  Lebensmittelverarbeiter seien aufgebraucht, um das aufzufangen, es werde auf die  Endpreise wirken. 

Glas ist bei Konservenbehältern auf dem Vormarsch, wird teurer. dpa/Fredrik von Erichsen

Auch bei Autoreifen müssen sich Verbraucher auf höhere Kosten einstellen. Der Bundesverband Reifenhandel und Vulkaniseur-Handwerk (BRV) erwartet, dass es beim Umrüsten auf Winterreifen, zu „spürbaren Preiserhöhungen“ komme.  So lägen die Kosten für Naturkautschuk  im ersten Halbjahr 2020 im Mittel fast 60 Prozent höher als im Vorjahreszeitraum.   

Beim Holz gibt es weiterhin eine „Ausnahmesituation“, heißt es beim Hauptverband der Deutschen Holzindustrie. Die Nachfrage im Bau sei hoch, große Mengen gehen in die USA. Durch Corona sprang zudem die Do-it-yourself-Nachfrage an, also vor allem in den Baumärkten. Bauholz verteuerte sich im Mai im Vergleich zum Vorjahresmonat um 38 Prozent. Das haben die Baumärkte teilweise schon an die Kunden durchgereicht.