Aldi erhöht die Preise für Lebensmittel – um bis zu 50 Prozent. Sabine Gudath

In mehreren Preisrunden hat der Discounter infolge des Ukraine-Krieges die Preise für zahlreiche Lebensmittel erhöht. Viele Geringverdiener, die auf günstige Artikel angewiesen sind, müssen sich nun zweimal überlegen, ob sie sich das Essen überhaupt noch leisten können.

Die bittere Ironie: Viele Aldi-Mitarbeiter gehören selbst zu den Geringverdienern und sind von den Preissteigerungen nicht nur bei Aldi, sondern auch bei der Konkurrenz Lidl, Penny, Kaufland & Co betroffen. Aldi reagiert und erhöht den Mindestlohn für seine Beschäftigten in Deutschland: Ab Juni steigt dieser von 12,50 auf 14 Euro.

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Aldi Nord zieht mit Anhebung des Mindestlohns nach

Die Handelskette reagiere damit auf die aktuelle Welle von Preissteigerungen, teilte Aldi Süd am Dienstag mit. „Alles wird aktuell teurer, und das spüren natürlich auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.“ Auch das Schwesterunternehmen Aldi Nord hebe den Mindestlohn im Gleichschritt an, sagte ein Firmensprecher. Zuvor hatte die Lebensmittel Zeitung darüber berichtet.

Der Mindestlohn bei Aldi liegt damit auch künftig deutlich über dem erst im Juli 2022 auf 10,45 Euro steigenden gesetzlichen Mindestlohn. Auch Konkurrent Lidl hat in den vergangenen Jahren regelmäßig den Mindestlohn angehoben. Die Lohnuntergrenze bei dem Neckarsulmer Discounter liegt derzeit bei 12,50 Euro.

In Großbritannien statt Verteuerungen Preissenkungen für wichtige Artikel

In Großbritannien reagieren zwei der größten Einzelhändler nicht nur mit Lohnerhöhungen auf die rasant gestiegenen Lebenshaltungskosten, sondern auch mit Preissenkungen. Die Kette Morrisons reduziert bei mehr als 100 Hauptprodukten die Preise, wie die Fachzeitschrift The Grocer berichtete. Zugleich erhöht die Nummer vier im britischen Markt die Löhne um 4,5 Prozent.

Wettbewerber Asda will ähnliche Schritte einleiten. „Umfassende Schritte“ sehen demnach Preissenkungen von durchschnittlich zwölf Prozent für eine Reihe von frischen Lebensmitteln, aber auch für Reis, Nudeln, Erfrischungsgetränke und Tiefkühlprodukte vor. Außerdem will die britische Nummer drei die Löhne von 120.000 Beschäftigten, die auf Stundenbasis bezahlt werden, von Juli an auf 10,10 Pfund pro Stunde erhöhen – das sind 60 Pence mehr als der gesetzliche Mindestlohn für über 23-Jährige. Geplant seien auch Bonuszahlungen sowie weitere finanzielle Leistungen, berichtete The Grocer.