Der Demo-Zug beim letzten globalen Klimastreit in Berlin im September 2022.
Der Demo-Zug beim letzten globalen Klimastreit in Berlin im September 2022. dpa/Monika Skolimowska

Lützerath ist gefallen. Trotz zahlreicher Proteste hat die Polizei das kleine Dorf am Rande des Tagebaus Garzweiler geräumt, um dem Energiekonzern RWE zu ermöglichen dort Braunkohle abzubauen. Doch der Kampf der Klima-Aktivistinnen und -Aktivisten ist trotz der Symbolhaftigkeit des Ortes Lützerath noch nicht vorbei. Die Bewegung Fridays for Future hat nun zu einem globalen Klimastreik am 3. März aufgerufen.

Fridays for Future: Es braucht radikale Veränderungen

FFF-Sprecherin Pauline Brünger erklärte, dass das Beispiel Lützerath zeige, dass fossile Energien zerstörerisch seien. „Die Liste der klimapolitischen Verfehlung der Regierung“ sei jedoch länger als Lützerath. Als Beispiel führte sie unter anderem den Verkehrssektor an. Der zuständige Minister Volker Wissing (FDP) war mit seinen Nachbesserungen, die fällig wurden, weil sein Ressort die Klimaziele nicht eingehalten hatte, bei der Expertenkommission durchgefallen. Seither herrscht in der Sache Schweigen. Brünger fordert „radikale Veränderungen in allen Sektoren“ und eine ernstgemeinte Umsetzung des Pariser Klimaschutzabkommens. 

Bereits in den vergangenen Jahren hatte Fridays for Future immer wieder zum globalen Klimastreik aufgerufen. Der erste fand am 19. September 2019 statt, der letzte wurde am 23. September 2022 veranstaltet. Damals nahmen nach Angaben der Veranstalter allein bei den unterschiedlichen Aktionen in Deutschland rund 280.000 Menschen teil. In Berlin fanden sich nach Polizeiangaben rund 30.000 Menschen ein. Zeitgleich gab es in allen Teilen der Welt weitere Kundgebungen und Demonstrationen.

Welche Aktionen für den neuen Klimastreik am 3. März genau geplant sind, ist noch unklar. Auf einer Karte auf der Website der Klima-Bewegung finden sich aber bereits einige Städte, in denen Aktionen stattfinden sollen. Neben München steht auch das fränkische Erlangen, Halle an der Saale oder Paderborn darauf. Berlin fehlt derzeit noch.

Fridays for Future: Nach Lützerath ist globaler Klimastreik

Für Fridays for Future kommt die Ankündigung des globalen Klimastreiks unmittelbar nach aufwühlenden Wochen. Zuletzt hatte die Bewegung auch zu Demonstrationen in Lützerath aufgerufen, an deren Rand es auch zu Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Polizisten kam. Die Klimaschützer werfen der Polizei einen unverhältnismäßig harten Einsatz vor. Die bekannte Aktivistin Luisa Neubauer bezog sich dabei auf Twitter auf zahlreiche Verletzungen bei den Aktivisten und Aussagen des Polizeiforschers Thomas Feltes.

Lesen Sie auch: AfD-Politiker wegen rassistischen Übergriffs vor Gericht: Opfer spricht auf Instagram >>

Lützerath war auch deshalb zum Symbol der deutschen Klimaschützer geworden, weil es ein Gutachten des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung gibt, laut dem Deutschland seinen Beitrag zur Einhaltung des 1,5-Grad-Ziels nicht einhalten kann, wenn diese Kohle abgebaggert und verbrannt wird. Ein weiteres Gutachten besagt, dass die Kohle zudem auch angesichts der geringeren Gasmengen aus Russland nicht gebraucht werde. Der Konzern RWE, der mit dem Verbrennen der Kohle Geld verdient, beruft sich hingegen auf andere Gutachten.