Reiner Haseloff (l.) mit CDU-Kanzlerkandidat Armin Laschet, dem er eine klare Abgrenzung von der AfD als Erfolgsrezept empfiehlt.   Foto: AFP/Tobias Schwarz

In Magdeburg beginnt eine politische Pokerpartie: Nach dem hohen Sieg der CDU und ihres Ministerpräsidenten Reiner Haseloff bei der Landtagswahl muss eine Regierungskoalition geschmiedet werden, und da ist die Ausgangslage etwas verworren.

Die CDU hatte zwar mit 37,1 Prozent gewonnen und 40 der 97 Sitze im Landtag errungen, muss aber Bündnispartner finden. Bislang hatte sie mit der SPD (8,4 Prozent, 9 Sitze) und den Grünen (5,9 Prozent, 6 Sitze) regiert. Haseloff hat beide Parteien bereits zu Sondierungsgesprächen eingeladen, außerdem die mit 6,4 Prozent und 7 Sitzen zurückgekehrte FDP. Ausgeschlossen hat er Verhandlungen mit der AfD (20,8 Prozent, 23 Sitze), von der er sich scharf abgrenzte, und der Linken (11 Prozent, 12 Sitze).

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Die Grünen, enttäuscht vom schwachen Zuwachs auf 5,9 Prozent, wollen aber in der alten Konstellation nicht weitermachen, weil sie sich dort überflüssig vorkämen: CDU und SPD haben mit zusammen 49 Sitzen eine haarscharfe absolute Mehrheit. Mit CDU und FDP dagegen könnten sich die Grünen eine Koalition vorstellen. Ob das bei der CDU gut ankommt, ist fraglich. Die Landwirtschaftspolitik der Grünen-Ministerin Claudia Dalbert hat ihr nicht gepasst.

Haseloff hatte anklingen lassen, nicht schwarz-rot regieren zu wollen, weil eine Stimme Mehrheit ihm zu zu unsicher sei. Da wittert die FDP Verhandlungsmasse. „Ich sehe uns definitiv nicht als Komfortpartner oder als Reserverad“, sagte FDP-Spitzenkandidatin Lydia Hüskens. Sie sei offen für Gespräche mit Haseloff, gehe aber davon aus, dass er allein mit der SPD koalieren werde. Diese Aussage bedeutet Druck auf Haseloff, der für eine stabile Koalition mit FDP-Beteiligung Zugeständnisse an die Liberalen machen müsste.

Für einen, der nur mittelbar mit dem Bundesland zu tun hat, bedeutet das Ergebnis neue Überlegungen: CDU-Chef und Kanzlerkandidat Armin Laschet muss seinen Bundestags-Wahlkampf auf sehr unterschiedliche Gegner ausrichten. Im Osten ist es die AfD, im Westen sind es die Grünen.