Die Union fürchtet um das Tierwohl, wenn Vieh im Ausland geschlachtet wird. Foto: dpa

Der Kampf um bessere Arbeitsbedingungen in der Fleischindustrie ist nicht beendet. Die von der Bundesregierung beschlossenen stärkeren Kontrollen, Verbote von Werkverträgen und auf 30.000 Euro verdoppelten Höchststrafen bei Arbeitszeit-Verstößen stoßen in der Industrie und in der Union auf Widerstand und Vorbehalte.

Wegen hundertfacher Corona-Ansteckung von Mitarbeitern, die vielfach auf Zeit vorwiegend aus Rumänien kommen, bei Sub- und Sub-Sub-Unternehmern angestellt werden und in Sammelunterkünften leben, war das Thema schlechter Arbeitsbedingungen in Schlachthöfen allgemein bekannt geworden.

Industrievertreter wittern „Verfassungswidrigkeit“ wegen angeblicher Ungleichbehandlung der Branche, was Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) als Totschlagargument zurückweist. In der Union fürchtet man, dass die Industrie ins Ausland abwandert, wo die Vorschriften milder sind, und Schlachtvieh kreuz und quer durch Europa gefahren wird.