Das hat geflenst: Daniel Günther nahm nach seinem Wahlsieg einen Schluck des Plopp-Biers. dpa/Christian Charisius

Ihr triumphaler Wahlsieg in Schleswig-Holstein hebt die Stimmung bei der CDU, die am kommenden Sonntag ihren nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Hendrik Wüst bei  der Landtagswahl im Amt halten will. Die SPD, schwer unter die Räder gekommen, macht sich dagegen Mut, indem sie den Erfolg der Konkurrenz vor allem dem allseits beliebten Ministerpräsidenten Daniel Günther zuschreibt. Der habe im Norden gezogen, Wüst dagegen verfüge nach knapp sieben Monaten als Regierungschef über keinen Amtsbonus.

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So formulierte es jedenfalls SPD-Ko-Chef Lars Klingbeil im TV-Interview: „Und jetzt kommt Nordrhein-Westfalen. Da ist die Ausgangslage eine komplett andere.“ Hendrik Wüst (CDU) habe ganz andere Popularitätswerte als Günther. Als Vorteil für den SPD-Spitzenkandidaten Thomas Kutschaty nannte Klingbeil dessen Draht zur Bundesregierung: „Er  hat das, was Herr Wüst nicht hat: Einen direkten Zugang zum Kanzler, ins Kanzleramt, in die Regierung rein.“

CDU-Generalsekretär Mario Czaja dagegen meinte zum Wahlergebnis in Schleswig-Holstein: „Das ist ein gutes Zeichen für Hendrik Wüst.“ Und natürlich wäre es auch gut für CDU-Chef Friedrich Merz, der dem NRW-Landesverband angehört, wenn der Laschet-Nachfolger Wüst im Amt bliebe. Seine CDU führte zuletzt in den Umfragen knapp.

SPD-Spitzenkandidat Thomas Kutschaty (l.) fordert Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) heraus. dpa/Oliver Berg

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Czaja rieb den Sozialdemokraten noch Salz in die Wunden,  indem er über Daniel Günther sagte: „Er hat das Verbindende gesucht und gleichzeitig Führung gezeigt – etwas, was wir in der Scholz-Regierung  vermissen.“

Die CDU war im Norden mit 43,4 Prozent (plus 11,4 Prozentpunkte) knapp an der absoluten Mehrheit vorbeigeschrammt, erzielte 34 der 69 Sitze im Landtag. Die SPD schmierte um über elf Prozentpunkte auf 16 Prozent und zwölf Sitze ab. Sie wurde sogar von den Grünen überholt (18,3 Prozent, 14 Sitze). Die FDP sackte auf 6,4 Prozent ab (5 Sitze), der Südschleswigsche Wählerverband SSW legte auf 5,7 Prozent zu (4 Sitze).

Die AfD scheiterte mit 4,4 Prozent an der 5-Prozent-Hürde und flog aus dem Landtag, in den die Linke (1,7 Prozent) erneut nicht einziehen konnte.