Champagner heißt in Russland jetzt „Schaumwein“, per Gesetz. dpa/Zinken

Irgendwie ecken die Russen im Moment aber auch überall an. Jetzt legt sich die Putin-Nation zur Abwechslung mal mit den Franzosen an. Ab sofort heißt Champagner in Russland nur noch „Schaumwein“. Die Grande Nation findet das alles andere als prickelnd.

Frankreich hat es trotz diplomatischer Bemühungen auf höchster Ebene nicht hinbekommen, die Russen von ihrem sonderbaren Plan abzubringen, und so dürfen seit Sonnabend Frankreichs Winzer ihren Champagner in Russland nur noch als „Schaumwein“ unter die Leute bringen.

Französische Winzer dürfen zwar noch „Champagner“ in lateinischer Schrift nutzen, müssen das aber in kyrillischer Schrift um „Schaumwein“ ergänzen.

Russland-Präsident Putin hat das Schaumwein-Gesetz durchgedrückt. dpa

Die russische Bezeichnung „Schampanskoje“ in kyrillischer Schrift darf hingegen nicht auf die Etiketten gedruckt werden. Nur russischen Weinhäusern ist dies erlaubt, was die Franzosen naturgemäß unfair finden.

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Als Exportmarkt komme Russland für die französischen Champagner-Winzer an 15. Stelle mit jährlich rund zwei Millionen der insgesamt 150 Millionen exportierten Flaschen, heißt es in der Bild-Zeitung. Allerdings kaufe die russische Oberschicht nach Angaben des Branchenverbands Comité Champagne oft besonders edle und damit teure Cuvées.

Das Ende vom Lied ist das für den Champagner noch nicht

Bereits im Juni hatte Präsident Putin das Gesetz unterzeichnet, woraufhin es viel Streit mit Paris gab. Die Regeln hätten schon früher in Kraft treten sollen, die französische Regierung  handelte aber einen Aufschub bis Ende 2021 aus. „So konnten wir sicherstellen, dass nicht konforme Flaschen, die vor Juli verschickt wurden, verkauft werden konnten“, erklärte Comité Champagne.

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Das Ende vom Lied ist dies aber nicht. Das französische Handelsministerium betont, die Gespräche würden weitergehen. „Wir arbeiten zusammen mit der Europäischen Kommission weiterhin an dieser Angelegenheit, um unsere Wein- und Spirituosenindustrie, einschließlich Champagner, zu verteidigen“, sagte ein Ministeriumsvertreter einer Nachrichtenagentur.