Russlands Präsident Wladimir Putin. Seinen Krieg hatte der Abgeordnete Pawel Antow kritisiert.
Russlands Präsident Wladimir Putin. Seinen Krieg hatte der Abgeordnete Pawel Antow kritisiert. AFP/Mikhail Metzel / SPUTNIK

Er hatte den Krieg Russlands gegen die Ukraine als Terror bezeichnet. Jetzt ist der russische Abgeordnete und Millionär Pawel Antow (65) in Indien aus dem dritten Stock eines Hotels in den Tod gestürzt. Die indische Polizei ermittle derzeit, ob es sich dabei um Suizid oder einen Unfall gehandelt habe, sagte ein Polizeiinspektor am Dienstag. Der 65-jährige Pawel Antow sei in dem ostindischen Bundesstaat Odisha auf Urlaubsreise gewesen, um seinen Geburtstag zu feiern.

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Besonders seltsam in diesem Zusammenhang: Drei Tage vor Antows Tod am Sonntag war bereits einer seiner drei Begleiter im gleichen Hotel an einem Herzinfarkt gestorben. Antow sei nach dem Tod seines Freundes niedergeschlagen gewesen, sagte ein Polizeiinspektor. Beide Leichen wurden demnach eingeäschert. Der indische Reiseführer der Russen sagte, sie hätten beim Einchecken im Hotel Alkohol dabeigehabt und seien betrunken gewesen.

Mehrere Personen unter mysteriösen Umständen zu Tode gekommen

Zuletzt waren mehrere einflussreiche russische Geschäftsleute und Millionäre auf ungewöhnliche Weise ums Leben gekommen. Der Fall Antows, der als Fleisch- und Wurstfabrikant zu Reichtum gekommen und Abgeordneter der Kremlpartei Geeintes Russland war, sorgte in Medien in Moskau und in der Ukraine für Aufsehen. Ukrainische Medien erinnerten daran, dass Antow Russlands Krieg in sozialen Netzwerken als Terror bezeichnet hatte. Er habe den Post zurückgezogen und dem System von Kremlchef Wladimir Putin seine Treue geschworen, hieß es.

Das Regionalparlament in Wladimir veröffentlichte ein Beileidsschreiben. Die Abgeordneten seien erschüttert über die „Tragödie“, Antow sei voller Energie und Pläne gewesen. Er sei auch einer der aktivsten Mäzene bei kulturellen Projekten in der Region gewesen. Für die Region sei das ein großer Verlust, hieß es.

Anfang September starb der Aufsichtsratschef des Ölkonzerns Lukoil, Rawil Maganow, bei einem Sturz aus dem Fenster eines Moskauer Krankenhauses. Im April war der frühere Vizechef der Gazprombank, Wladislaw Awajew, tot mit seiner Frau und seiner Tochter in seiner Wohnung in Moskau gefunden worden. Ermittler teilten mit, der 51-Jährige habe seine Familie und sich selbst getötet. Bewohner des Hauses bezweifelten das.