Diese Mutter floh mit ihrem verletzten Kind vor den Luftangriffen des Militärs in Myanmar. Foto: AFP

Bei der brutalen Unterdrückung der Proteste gegen die Militärjunta in Myanmar geraten mehr und mehr Kinder ins Visier von Polizei und Soldaten: Nach Angaben der örtlichen Hilfsorganisation für politische Gefangene (AAPP) wurden seit dem Militärputsch vor zwei Monaten mehr als 530 Zivilisten getötet, darunter 44 Kinder. Damit habe sich die Zahl der getöteten Kinder in den vergangenen zwölf Tagen mehr als verdoppelt, teilte Save the Children am Freitag mit.

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„Wir sind erschüttert, dass Kinder trotz der Aufrufe, sie vor Schaden zu bewahren, weiterhin zu den Zielen der tödlichen Angriffe zählen“, erklärte die Kinderschutzorganisation. Besonders „abscheulich“ sei es, dass mehrere Kinder Berichten zufolge zu Hause getötet worden seien, wo sie eigentlich sicher sein sollten, hieß es in der Erklärung weiter.

Mehr als 2700 Festnahmen seit dem Putsch

Seit dem Militärputsch sieht sich die Junta mit massiven Protesten konfrontiert, gegen die sie äußerst brutal mit Tränengas, Gummigeschossen und scharfer Munition vorgeht. Mehr als 2700 Menschen wurden festgenommen, viele von ihnen bei nächtlichen Razzien in ihren Wohnungen.

Laut der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) ließen die Militärmachthaber Hunderte Menschen zudem „gewaltsam verschwinden“. Neben den „willkürlichen Verhaftungen“ solle diese Strategie dafür sorgen, die Demonstranten einzuschüchtern, erklärte der für Asien zuständige HRW-Vertreter Brad Adams.