Das Flüchtlingscamp Moria Imago/Armin Durgut

Rund 40.000 Flüchtlinge leben aktuell auf den griechischen Inseln. Viele von ihnen unter schlimmsten Bedingungen. Im Lager Moria auf der Insel Lesbos beispielsweise leben mehr als 20.000 Menschen auf einem Raum, der für nur 3000 ausgelegt ist. Nun reagiert die griechische Regierung angesichts der Corona-Krise. 2380 „gefährdete Menschen“ sollen aus den Lagern in Wohnungen, Hotels oder andere Lager auf dem Festland gebracht werden.  

„Diese zusätzliche Schutzmaßnahme soll das Risiko eines Ausbruchs von Covid-19 verringern“, erklärte das griechische Migrationsministerium. Zu den Betroffenen gehören 200 Flüchtlinge über 60 Jahre und 1730 Menschen mit Vorerkrankungen sowie deren Angehörige. Die Umsiedlung soll nach dem 19. April, dem orthodoxen Osterfest, beginnen und etwa zwei Wochen dauern. Bislang wurden in und vor den Camps zwar noch keine Corona-Infektionen gemeldet, doch die Angst vor einer Verbreitung des neuartigen Virus wächst.

Deutschland nimmt 58 Kinder auf

Unterdessen begann in dieser Woche ein weiteres Programm zur Umsiedlung von 1600 unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingskindern in mehrere europäische Länder. Zwölf junge Afghanen und Syrer im Alter zwischen elf und 15 Jahren wurden am Mittwoch in Luxemburg begrüßt. Ende der Woche sollen 58 Kinder in Deutschland ankommen. Es ist ein Tropfen auf den heißen Stein.