Pflegekräften wird eine Prämie für ihre Leistungen in der Corona-Krise versprochen. dpa/Jens Büttner

Vollmundig kündigte die Bundesregierung einen Corona-Bonus für alle an – zur Anerkennung besonderer Leistungen in Einrichtungen wie Krankenhäusern während der Corona-Krise! Bis zu einem Betrag von 3000 Euro soll die Prämie steuerfrei gestellt werden, verkündete Finanzminister Christian Lindner (FDP) am Donnerstag.

Doch für viele wird sich der Traum vom Dankeschön auf dem Konto nicht erfüllen, befürchtet der Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch. Es sei ein „böses Erwachen für die 1,5 Millionen Pflegekräfte in Deutschland“, sagte Brysch der Deutschen Presse-Agentur. Der Pflegebonus sei nämlich lediglich ein Steuerbonus. Zahlen müssen ihn Kliniken und Einrichtungen, nicht der Bund.

Corona-Bonus ist lediglich ein Steuerbonus

„Der Staat verzichtet auf Steuereinnahmen. Voraussetzung dafür ist aber, dass die Arbeitgeber überhaupt zusätzlich bis zu 3000 Euro pro Pflegemitarbeiter zahlen. Doch viele Krankenhäuser, Pflegeheime und ambulante Dienste werden dazu gar nicht in der Lage sein.“ Schließlich gehe es um bis zu 4,6 Milliarden Euro.

Die Bundesregierung will für den Corona-Bonus für Pflegekräfte eine Milliarde Euro bereitstellen. Bei den Beschäftigten soll möglichst viel von dem Geld auch wirklich ankommen. Das gilt für Sonderzahlungen unter anderem für Mitarbeiter in Krankenhäusern, in der Intensivpflege, für ambulante Pflegekräfte und Beschäftigte in Pflegeheimen.

„Zwar bezeugt die Ampel im Koalitionsvertrag den Pflegekräften eine herausragende Leistung in der Pandemie. Doch Rot-Gelb-Grün ist nicht bereit, die Corona-Prämien selbst aufzubringen. So nimmt die Regierung in Kauf, dass viele Beschäftigte leer ausgehen“, sagte Brysch. Die Regierung sollte stattdessen den Pflegebonus aus Haushaltsmitteln garantieren.