In Hannover wurden schon die ersten Polizeikräfte gegen Corona geimpft. Foto: imago/Michael Matthey

Künftig werden bei Corona-Impfungen die zulässigen Intervalle zwischen Erst- und Zweitimpfung voll ausgeschöpft – bei den Ergebnissen des Bund-Länder-Gipfels war dieser Satz nur eine Randnotiz. Dabei kommt ihm eine entscheidende Bedeutung im Kampf gegen die Pandemie zu, wie das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung ausgerechnet hat. Würde so verfahren und keine Impfdosen mehr für Zweitimpfungen zurückgelegt werden, könnten bis Ostern mehr als zwei Millionen zusätzliche Erstimpfungen gespritzt werden.

Und bis zum Beginn der Sommerferien in den ersten Ländern am 21. Juni könnten sogar mehr als 7,5 Millionen zusätzliche Erstimpfungen stattfinden. Laut dem Modell könnten dann 58 Prozent der Bevölkerung mindestens eine Impfung erhalten. Im Unterschied dazu würden beim aktuellen Impfregime nur etwa 47 Prozent diesen Schutz bis zum Sommer bekommen, hieß es.

7,5 Millionen Deutsche könnten zusätzlich erste Impfung erhalten

In beiden Szenarien wurden nur die derzeit zugelassenen Impfstoffe von Biontech/Pfizer, Moderna sowie Astrazeneca berücksichtigt – und zwar nach den bislang avisierten Liefermengen. Dringend nötig sei zudem eine weitere Aufstockung der Impfkapazitäten, etwa durch Einbindung der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte, sagte der Vorstandsvorsitzende Dominik von Stillfried. Dies werde noch dringender, wenn weitere Impfstoffe zugelassen werden – insbesondere der Hersteller Johnson & Johnson sowie Curevac.

Laut Zentralinstitut könnten 50.000 der bundesweit rund 75.000 Arztpraxen täglich jeweils 20 Impfstoffdosen verabreichen – und dadurch mit bis zu fünf Millionen Impfungen in der Woche zügig zur Immunisierung der Bevölkerung beitragen.