Friedrich Merz flog sich und seine Frau Charlotte im Privatjet nach Sylt zur Hochzeit von Christian Lindner.
Friedrich Merz flog sich und seine Frau Charlotte im Privatjet nach Sylt zur Hochzeit von Christian Lindner. dpa/Axel Heimken

Nein, ein gutes Gespür dafür, wie es sich anfühlt, nicht so privilegiert wie er selbst zu sein, hatte Friedrich Merz wohl noch nie. Als sich der heutige CDU-Chef vor vier Jahren erstmals nach seiner Politik-Pause wieder darum bemühte, in seiner Partei nach der Macht zu greifen, ordnete er sich trotz mehrerer Aufsichtsratsposten, gut dotierter Jobs und einem Vermögen, das immerhin in Form von zwei Flugzeugen sehr augenscheinlich wurde, als Teil der Mittelschicht ein.

Damals gab es dafür natürlich einen Shitstorm mit Spott und Wut - und genau dieses Spektrum spielt sich nun wieder in den Sozialen Netzwerken unter dem Stichwort Merz ab. Denn während die Menschen in ganz Deutschland wegen Russlands Krieg gegen die Ukraine und die damit verbundene Drosselung der Gaslieferungen dazu aufgerufen sind, an jeder Stelle Energie zu sparen und auf einen möglicherweise entbehrungsreichen Herbst eingeschworen werden, haute Merz am Wochenende einfach mal raus, was die Erde so an Ressourcen zu bieten hat. Er Flog mit einem seiner Flugzeuge zu Christian Lindners Hochzeit nach Sylt. An Bord: Nur er und seine Frau.

Friedrich Merz: Mit dem Sternenzerstörer zur Lindner-Lehfeldt-Hochzeit

Ein Twitter-User verglich die Anreise von Friedrich Merz mit dem Auftauchen eines Sternenzerstörers aus der „Star Wars“-Reihe über einem fernen Planeten. Darunter sammelten sich einige humorvolle Kommentare. „Mach Platz, Geringverdiener“, schrieb ein User in Anlehnung an ein bekanntes Meme und ein anderer: „Ich hab mich schon gewundert, was da die Sonne so verdunkelt hat.“

Andere User wollten über den Auftritt aber nicht nur herumblödeln. So schrieb die Linke Bundestagsabgeordnete Nicole Gohlke: „Merz düst im Privatjet zur Linder-Hochzeit. Die Lufthansa macht Geisterflüge, die EU-Taxonomie stuft Erdgas und Atomkraft als nachhaltig ein und für den Rest gibt es Energiespar-Tipps, gedrosselte Temperatur und Nullrunden. Läuft. Für Konzerne und diejenigen, die Geld haben.“

In diese Stoßrichtung stimmen ebenfalls zahlreiche Twitter-User ein: „Es gibt Politiker mit einem Gefühl für die Sorgen und Anliegen der Menschen. Und es gibt Friedrich Merz.“

Lesen Sie auch: Dschungelcamp-Nachfolge geklärt: Jan Köppen übernimmt für Daniel Hartwich – das sagt Sonja Zietlow >>

Positive Stimmen finden sich hingegen kaum - und wenn, dann kommen sie aus Merz' eigener Partei. So schrieb der ehemalige Bild-Journalist Michael Windisch, der heute die Politische Kommunikation für die Thüringer CDU macht: „Kannst mein Wingman sein, immer.“