Mobiler Impfbus für Impfungen gegen das Coronavirus - trotz vieler Möglichkeiten ist das Impftempo in Deutschland eher mau. dpa/Julian Stratenschulte

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat Geldprämien abgelehnt, um mehr Menschen dazu zu bringen, sich gegen das Coronavirus impfen zu lassen. Er frage sich, was dazu die 55 Millionen Menschen sagen würden, die schon geimpft seien, sagte er im Interview mit den Sendern RTL/ntv am Freitag. Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger hatte sich zuvor für Geldprämien ausgesprochen, um „das Impftempo zu beschleunigen“.

Er verstehe den Ansatz dahinter und fände es auch gut, dass Unternehmen oder Einzelhändler Rabattaktionen anbieten, um die Impfbereitschaft zu erhöhen, sagte Spahn. „Das ist gut und richtig, das kann man meinetwegen auch gerne steuerlich fördern.“ Aber staatliche Prämien seien auch eine Frage von Fairness.

In Deutschland sind laut Robert-Koch-Institut derzeit rund 62,8 Prozent der Gesamtbevölkerung vollständig geimpft. 67 Prozent haben eine erste Impfung erhalten. Dies reicht nach Einschätzung von Experten nicht, um eine vierte Corona-Welle zu verhindern. Eine derzeit laufende Aktionswoche unter Einbeziehung der Wirtschaft wirbt dafür, dass sich mehr Menschen Impfen lassen.