Gedenken an die zehn Beiruter Feuerwehrleute wie Sahar Fares, die bei der Explosion starben.  XinHua/dpa/Liu Zongya

Ein Jahr nach der Explosionskatastrophe im Hafen von Beirut hat Frankreich vor einer internationalen  Geberkonferenz 100 Millionen Euro an Hilfe zugesagt, Deutschland 40 Millionen. Weitere Beträge wurden während des Videotreffens erwartet, zu dem Frankreichs Präsident Emmanuel Macron eingeladen hatte. 

Das Geld soll als Nothilfe an die Menschen in dem krisengeschüttelten Land mit knapp sieben Millionen Einwohnern gehen, das auch noch etwa 1,5 Millionen syrische Flüchtlinge beherbergt. 

Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) rief die verkrustete, korrupte Führung Libanons dazu auf, ihre Verantwortung für die Katastrophe zu übernehmen, bei der 2750 Ammoniumnitrat in die Luft gegangen waren, 214 Menschen töteten, 6000 verletzten und den Hafen als Lebensader des Landes zerstörten.

Maas: „Fehlende Reformen sind auch der Grund, weshalb viele Wunden der Vergangenheit noch immer nicht verheilt sind. Der zerstörte Hafen steht nach wie vor als Symbol hierfür.  Ich will ganz offen sein: Diese Krise ist zum Großteil menschengemacht. Die politischen Akteure Libanons sind ihrer Verantwortung und den berechtigten Erwartungen der libanesischen Bevölkerung nicht gerecht geworden.“.

Jede weitere Unterstützung – abgesehen von Soforthilfe und Unterstützung für Reformen – werde daher von der Bildung einer funktionierenden, rechtmäßigen Regierung und der Erstellung eines glaubwürdigen Reformprogramms abhängen.